Änderungen an Android nur noch mit Genehmigung
Wer auch zukünftig die neusten Android-Versionen auf seinen Smartphones und Tablets einsetzen will, muss sich an die Spielregeln von Google halten. Sämtliche Pläne, die Veränderungen am Betriebssystem umfassen, müssen zunächst vom Android-Chef Andy Rubin genehmigt werden. Die BusinessWeek beruft sich in ihrem Bericht auf zahlreiche Quellen innerhalb der betroffenen Unternehmen. Dazu gehören unter anderem LG, Toshiba und Samsung.
Als Google im Jahr 2008 Android als neues Smartphone-Betriebssystem vorgestellt hat, hieß man alle Unterstützer herzlich willkommen und ließ ihnen freie Hand. Wichtig war nur, dass Android weite Verbreitung findet. Inzwischen soll das Unternehmen deutlich strenger geworden sein, vor allem wenn die beliebten Google-Apps für Suche und Routenplanung integriert werden.
Wer sich konsequent an die von Google aufgestellten Regeln hält, kann sogar diverse Vorteile nutzen. Das erste Android-Smartphone entwickelte Google zusammen mit HTC und dem Chiphersteller Qualcomm. Beide Unternehmen waren anschließend schlagartig gefragt - HTC bei den Verbrauchern, Qualcomm bei den Herstellern. Ähnlich verhält es sich jetzt mit Motorola und Nvidia. Motorola durfte das erste Tablet mit Android 3.0 bauen, Nvidia stellt den Dual-Core-Prozessor zur Verfügung. Das Motorola Xoom kommt ohne Anpassungen des Herstellers auf den Markt und bietet somit eine reine Android-Erfahrung, wie sie sich Google wünscht.
Mit den zahlreichen Android-Update, die nach Süßspeisen benannt sind, sorgte Google in der Vergangenheit für eine Fragmentierung auf dem Android-Markt. Es existieren viele Geräte, die mit unterschiedlichen Android-Versionen ausgerüstet sind. Mit den neuen Maßnahmen erhöht Google den Druck auf die Hersteller, so dass sie Updates als wichtigen Bestandteil ihrer Produktstrategie betrachten. Zeigen sich die Unternehmen nicht kompromissbereit, werden sie benachteiligt.
Um sich diesbezüglich abzusichern, lässt Google die Hersteller so genannte Nicht-Fragmentierungs-Erklärungen unterschreiben. Laut Android-Chef Rubin gab es solche Vereinbarungen schon immer. Die Quellen der BusinessWeek erklärten jedoch, dass die Bedingungen deutlich strenger geworden sind. Über eigene Benutzeroberflächen und zusätzliche Dienste der Hersteller hat jetzt Google das letzte Wort.
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Michael Diestelberg
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