Wikileaks-Informant spricht über Haft-Schikanen

Recht, Politik & EU Bradley Manning, von dem die meisten der im letzten Jahr über Wikileaks veröffentlichten Dokumente stammen sollen, hat sich gegenüber dem britischen 'Guardian' über seine Haftbedingungen beklagt. In einem Schreiben an die Redaktion berichtet er über sein Leben in Isolationshaft. 23 Stunden am Tag muss er in seiner kleinen Einzelzelle verbringen. Doch nicht nur die Isolation wirkt sich belastend aus, sondern auch, dass die Wärter alle fünf Minuten nach ihm sehen.

Sport darf Manning nicht treiben. Auch ist es ihm jeweils nur gestattet, ein Buch oder eine Zeitung in seiner Zelle zu haben. Verschärft wurden die Schikanen seinen Angaben zufolge, als er auf offiziellem Weg Beschwerden über die Haftbedingungen einreichte.

Diese wurde am 2. März zurückgewiesen. Seitdem wurde alles schlimmer, so Manning. Er berichtete unter anderem davon, dass er sich vor den Wärtern an jedem Abend entkleiden und stramm stehen musste. Seine Sachen bekam er erst nach jeweils fünf Minuten Demütigung wieder.

Derweil stricken die Behörden an der Anklage gegen Manning. Ihm wird vorgeworfen, durch die Weitergabe der Feldberichte aus dem Irak und Afghanistan und der Botschafts-Depeschen nicht nur Verrat begangen, sondern auch dem Feind geholfen zu haben.
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