China schätzt das Internet als kontrollierbar ein

Recht, Politik & EU Im Gegensatz zu den westlichen Staaten gilt das Internet in China bei weitem nicht als unkontrollierbares Medium, in dem Informationen problemlos verbreitet werden können. Das geht laut einem Bericht der US-Tageszeitung 'New York Times' aus Dokumenten hervor, die von der Whistleblower-Plattform Wikileaks im Zuge der Veröffentlichung zahlreicher diplomatischer Korrespondenzen bereitgestellt wurden.

"In der Vergangenheit hegten viele Offizielle die Befürchtung, dass das Web nicht kontrollierbar sei", hieß es darin. Die Auseinandersetzung mit dem Suchmaschinenkonzern Google und verschiedene Maßnahmen zu einer verstärkten Aufsicht und Überwachung hätten gezeigt, dass das Netz grundsätzlich kontrollierbar ist.

Diese Einschätzung hat ihren Ursprung im Informationsbüro des chinesischen Staatsrats. Dieses hatte demnach einen sehr euphorischen Bericht über die Umsetzung neuer Überwachungsmaßnahmen an die Staatsführung abgegeben. Anfang 2010 war dieser Thema in der Kommunikation zwischen US-Diplomaten in China und dem US-Außenministerium.

Aus dem Papier geht demnach auch hervor, dass aus China bereits seit dem Jahr 2002 Angriffe auf IT-Systeme in den USA und anderen westlichen Staaten durchgeführt werden. So kommt auch eine Attacke zur Sprache, die bisher nicht in der Öffentlichkeit bekannt war.

Am 3. November 2008 befassten sich US-Ermittler demnach mit einem Angriff auf eine Behörde, bei der sich ein Eindringling Zugang zu 50 Megabyte Daten verschaffte. Unter den Informationen waren zahlreiche E-Mails und Listen mit Nutzernamen und Passwörtern.
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