Facebook stellt zahlreiche Neuerungen vor
Zunächst stellte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg die Wichtigkeit der mobilen Plattform heraus. Noch vor einem Jahr nutzten 65 Millionen Menschen das soziale Netzwerk auf ihren mobilen Endgeräten, heute sind es bereits 200 Millionen. Unternehmen können hier bereits ein riesiges Publikum ansprechen.
Neue Apps für iOS und Android
Zuckerberg nutzte die Gelegenheit, die neuen Versionen der Facebook-App anzukündigen. Demnach wird Facebook sowohl für Android als auch für iOS in einer neuen Version erscheinen.
Unter Android fehlten der kleinen Anwendung bislang einige wichtige Funktionen, beispielsweise die Unterstützung für Facebook Places (Orte). Dieses Feature wird mit dem aktuellen Update nachgereicht. Hinzu kommt der Support für das kürzlich vorgestellte Gruppen-Feature (wir berichteten). Facebook für Android steht ab sofort in Version 1.4.0 im Android Market zur Verfügung.
Auch die iPhone-App des Social Networks hat ein Update erfahren. Hier wird die neue Gruppen-Funktionalität unterstützt. Zudem wird Facebook Places um einige nützliche Funktionen erweitert. So kann man beispielsweise Freunde einchecken, sofern diese es zulassen. Außerdem kann man direkt beim Einchecken ein Foto hochladen, um seinen Freunden zu zeigen, wo man sich gerade aufhält.
Hinkte die Android-App der iOS-App in Sachen Funktionsumfang bislang hinterher, sollen sie sich nun deutlicher näher sein. Für das iPad wird es zunächst keine App geben, da Facebook bislang noch nicht entschieden hat, wie man derartige Geräte behandeln wird.
Kein Facebook-Handy geplant
In den letzten Monaten wurde sehr viel und ausgiebig über ein Smartphone aus dem Hause Facebook spekuliert, möglicherweise sogar mit einem eigenen Betriebssystem. Zuckerberg machte unmissverständlich klar, dass etwas Derartiges nicht geplant ist.
Facebook versteht sich als Unternehmen, in dem es um die Vernetzung von Menschen geht. Dabei soll es keine Rolle spielen, auf welche Plattform bzw. auf welches Geräte die Personen setzen - Facebook soll sie verbinden. Diese Strategie wird man auch weiterhin verfolgen.
Single Sign-On
Laut den Erklärungen von Facebook ist es bis heute unnötig kompliziert, sich auf einem mobilen Endgerät bei einem Dienst oder einer Website einzuloggen. Viele Leute nutzen lange Passwörter mit vielen Sonderzeichen, für deren Eingabe man auf dem Handy ewig benötigt. Zudem ist man frustriert, wenn man sich vertippt hat und nochmal neu beginnen muss.
Mit dem Single Sign-On will Facebook dieses Problem lösen. Entwickler können diese Technologie in ihre Produkte integrieren, ganz egal ob es sich dabei um eine Website oder eine App handelt. Der Anwender kann sich mit nur einem Klick auf den Login-Button anmelden und das Angebot nutzen.
Dafür wird der Facebook-Account genutzt, mit dem man ohnehin auf dem Smartphone eingeloggt ist, zumindest in der installierten Facebook-App oder im Browser. Der Anwender muss seine Facebook-Zugangsdaten also nicht erneut eingeben, sondern wird tatsächlich mit einem Klick eingeloggt. Geschieht das zum ersten Mal, muss der entsprechenden Anwendung noch die Berechtigung erteilt werden.
Für den Start des Single Sign-Ons konnte Facebook einige Partner gewinnen, die von der Technologie Gebrauch machen. Dazu gehört beispielsweise der Dienstleister Groupon, der Sonderangebote in allen Bereichen des Marktes vermittelt. Ähnlich wie die Registrierung mit Hilfe des Facebook-Accounts bei zahlreichen Web-Diensten, dürfte auch der Single Sign-On in der mobilen Welt eine weite Verbreitung finden.
Location API
Im Rahmen der Vorstellung von Facebook Places (Orte) wurde auch eine Entwicklerschnittstelle (API) geschaffen, über die man auf die ortsbezogenen Features von Facebook als externer Entwickler zugreifen kann. Bislang war dies jedoch lediglich in lesender Art und Weise möglich. So konnte man in eigenen Anwendungen auslesen, wo sich die Facebook-Freunde gerade aufhalten.
Jetzt hat Facebook das gesamte API für Entwickler geöffnet. Man kann nun also in einer eigenen Anwendung den Standpunkt des Nutzers bestimmen, diesen mit einem bekannten Punkt in der Umgebung abgleichen und dies als so genannten Checkin präsentieren. Diese Checkins lassen sich nun auch zu Facebook exportieren, so dass sie mit dem dortigen Datenbestand abgeglichen werden können.
Was auf den ersten Blick ziemlich unverständlich klingt, ist in der Praxis eigentlich unkompliziert. Gehen wir beispielsweise von der bekannten Mobile-App Qype aus. Dort kann man Restaurants, Bars und viele andere Orte in der unmittelbaren Umgebung entdecken und dort neuerdings auch einchecken. Bislang war es nicht möglich, die eigenen Facebook-Freunde auf diesen Checkin aufmerksam zu machen. Dank der Öffnung des APIs kann man nun auch via Facebook mitteilen, dass man sich bei Mc Donalds in Berlin befindet und gern Gesellschaft hätte.
Deals
Die letzte Neuerung, die Facebook heute vorgestellt hat, sind die so genannten Deals. Bislang war die Kommunikation zwischen einem Ladenbesitzer und dem Kunden einseitig. Der Kunde kann einchecken und somit signalisieren, dass er ein bestimmtes Geschäft gerade besucht, doch dabei blieb es dann auch.
Facebook sieht in diesen ortsbezogenen Diensten großes Potential für Unternehmer. Sie können ihren Kunden, die virtuell einchecken, mit bestimmten Deals für ihren Besuch und die damit verbundene Werbung (Facebook-Freunde sehen, wo man eincheckt) danken.
Am einfachsten lässt sich dies anhand eines Beispiels erklären. Man möchte abends noch etwas trinken gehen und schaut auf dem Smartphone nach, welche Kneipen sich in der unmittelbaren Umgebung befinden. Dank Facebook Deals haben die Inhaber der Lokale die Möglichkeit, die potentielle Kundschaft mit speziellen Angeboten zu sich zu locken. Dies könnte beispielsweise ein kostenloses Bier für jeden sein, der bei Facebook in die Kneipe eincheckt.
Für die Ladenbesitzer ist es sehr einfach, derartige Deals aufzusetzen. Facebook stellt ihnen eine einfach gestaltete Website zur Verfügung, auf der sie zwischen vier verschiedenen Deals wählen können. Dabei handelt es sich um die Kategorien Individual (beispielsweise ein kostenloses Bier), Loyalty (die moderne Form der Kundenkarte; der zehnte Döner ist umsonst, es gibt sogar virtuelle Stempel), Friends (spezielle Angebote wenn man noch Freunde mitbringt) sowie Charity (für den Besuch der Lokalität wird etwas gespendet).
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