Spielesucht: Entwickler von "Lineage 2" verklagt
In seiner Klage beschreibt Smallwood, dass er nicht mehr in der Lage ist, ein normales Leben zu führen. Zwischen den Jahren 2004 und 2009 hat er mehr als 20.000 Stunden in der virtuellen Welt von "Lineage 2" zugebracht. Dabei empfand er Euphorie und Befriedigung, was zu einer psychischen Abhängigkeit führte. NCsoft warnte ihn in dieser Zeit nicht vor einer möglichen Sucht.
Er wirft dem Unternehmen weiterhin vor, dass die Sucht der Spieler ausgenutzt wurde, um den Verkauf von anderen Spielen anzukurbeln. Dazu wurde Smallwood nach eigenen Angaben aus Lineage 2 ausgesperrt, obwohl er im Voraus bezahlt hatte. NCsoft behauptet jedoch, dass er gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen hat.
Seit er im September 2009 von Lineage 2 ausgesperrt wurde, leidet er zwanghaft unter dem Drang, wieder zu spielen. Durch die daraus entstandene Depression kann er nicht mehr selbstständig funktionieren. Nach einer Behandlung im Krankenhaus besucht er nun drei Mal wöchentlich eine Therapie. Hätte er vorher von den Folgen gewusst, hätte er nie angefangen zu spielen, so Smallwood.
NCsoft wollte erreichen, dass die Klage wegen Unzulässigkeit abgewiesen wird. Allerdings schränkte das Gericht lediglich den Umfang der Klage ein. Das Unternehmen muss sich nun nur wegen Fahrlässigkeit verantworten. Dabei geht es um die fehlende Warnung vor dem Suchtpotential, obwohl man dieses gekannt hat.
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Michael Diestelberg
Redakteur bei WinFuture
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