Musikindustrie schimpft trotz steigender CD-Verkäufe

Recht, Politik & EU Die deutsche Musikindustrie ist nach eigenen Angaben gut durch das Krisenjahr 2009 gekommen. Ungeachtet dessen wird weiter gegen Filesharing und neue Ideen zum Urheberrecht gewettert. Stützen des Musikmarktes waren die stabilen CD-Verkäufe, das anhaltend hohe Wachstum bei Musikdownloads und die an Bedeutung gewinnenden neuen Erlösquellen, teilte der Bundesverband Musikindustrie heute mit. Inklusive der erstmals erfassten Einnahmen aus Leistungsschutzrechten sowie den neuen Erlösquellen wie Merchandise, Künstlermanagement und Lizenzeinnahmen erzielte man 2009 einen Gesamtumsatz von 1,803 Milliarden Euro, was einem leichten Rückgang um 2,1 Prozent entspricht.

Etwas stärker gingen die reinen Musikverkäufe zurück. Sie sanken von 1,582 Milliarden Euro in 2008 auf 1,530 Milliarden Euro in 2009. Allerdings sind die absoluten Verkaufszahlen von CDs sogar um 1,5 Prozent auf 147,3 Millionen gestiegen. Der Absatz von Vinyl-Schallplatten kletterte erstmals wieder die Millionengrenze, so der Verband.

Von der Politik wurde trotzdem ein besserer Schutz vor den Internet-Nutzern gefordert. "Die ehrlichen Käufer zahlen im Moment die Zeche für die Minderheit derjenigen, die alles umsonst haben will", sagte Verbandschef Dieter Gorny. "Wären nur 10 bis 15 Prozent der illegal heruntergeladenen oder kopierten Musik gekauft worden, wären das etwa 500 Millionen Euro oder rund 100 Millionen Euro Mehrwertsteuer für den Staat."

Alternative Konzepte wie die Kulturflatrate lehnt Gorny aber ab. Diese würde die bestehende Ungerechtigkeit noch verstärken, statt das Problem zu lösen, erklärte er.
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