Telekom will an Profit von Google & Co. mitverdienen
Obermann bezeichnet die Situation zwischen Firmen wie Google und dem Telekommunikationsunternehmen als "Co-opetition", eine Wortschöpfung aus Kooperation (cooperation) und Wettbewerb (competition). Für ihn ist diese Partnerschaft derzeit zu einseitig. Zwar stellt die Telekom die Infrastruktur für aufwändige Dienste bereit und investiert darin Milliarden, an dem Erfolg der Unternehmen wird sie allerdings nicht beteiligt.
Dieses Ungleichgewicht will Obermann ausgleichen. "Wir können nicht alles umsonst anbieten", argumentiert der Telekom-Chef, "zahlen müssen diejenigen, die die Netze stark beanspruchen". Je mehr Bandbreite ein Dienst benötigt und umso häufiger er genutzt wird, desto mehr soll der jeweilige Anbieter dafür an die Telekom zahlen. Obermann könnte sich vorstellen, dass Filmstudios zur Kasse gebeten werden, die ihre Filme in hoher Auflösung über das Web verbreiten.
Unternehmen wie Google, die einen großen Teil der Netzinfrastruktur auslasten, dürften nur wenig Zahlungsbereitschaft zeigen. Schließlich sind die Telekommunikationsanbieter auf Unternehmen angewiesen, die große Datenpakete kaufen. Obermann hält dagegen: "Was wäre Google ohne die Netzbetreiber?"
In den kommenden Monaten dürfte es noch zahlreiche Diskussionen über dieses Bezahlmodell geben. Nicht nur die Telekom äußerte entsprechende Pläne, auch Telefonica und Vodafone haben sich bereits dazu geäußert und suchen derzeit noch Modellen, um am Profit der Internetfirmen mitzuverdienen.
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Michael Diestelberg
Redakteur bei WinFuture
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