Überhöhte Preise für Toner:
HP wegen illegaler Kartellbildung verurteilt

Der Technologiekonzern HP muss in Indien gemeinsam mit Vertriebspartnern eine Geldstrafe von 15 Millionen Dollar zahlen. Die Behörden ahnden damit jahrelange Preisabsprachen und Manipulationen bei staatlichen Ausschreibungen.
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Millionenstrafe für HP in Indien

Die indische Wettbewerbsbehörde Competition Commission of India hat gegen den Technologiekonzern HP und 21 seiner Vertriebspartner Geldstrafen verhängt. Die gemeinsame Strafe beläuft sich auf insgesamt umgerechnet 13 Millionen Euro. Der Grund für die Sanktionen sind illegale Preisabsprachen und gezielte Manipulationen bei öffentlichen Ausschreibungen auf der staatlichen Beschaffungsplattform Government e-Marketplace. Die Vorfälle gehen auf den Zeitraum zwischen 2017 und 2020 zurück.

Die Untersuchungen ergaben, dass HP die Gebotspreise seiner Händler für Personal Computer und Druckerzubehör strikt diktierte. Zudem verweigerte das Unternehmen gezielt wichtige Autorisierungsdokumente. Damit wollte der Konzern steuern, wer an den Ausschreibungen der Regierung teilnehmen durfte. Das Ziel des Vorgehens war es unter anderem, bei sogenannten Rückwärtsauktionen sicherzustellen, dass in der Endrunde stets mindestens ein HP-Partner vertreten blieb.


Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, brachte HP den Fall selbst ins Rollen. Der Konzern stellte einen Antrag auf Kronzeugenregelung bei den Behörden. Das Verhalten löste die Ermittlungen aus und führte zu einer deutlichen Reduzierung der Strafe für das Unternehmen. Neben den beteiligten Firmen wurden auch mehrere Führungskräfte von HP und den involvierten Händlern persönlich haftbar gemacht, da sie den Verstößen aktiv zugestimmt hatten.

Schutz vor gefälschten Produkten

Ein zentrales Motiv für die Kartellbildung war der Schutz des eigenen Geschäftsmodells vor einem drohenden Preisverfall und wachsender Produktpiraterie. Durch den starken Wettbewerbsdruck am Markt drohten kleinere Händler immer öfter damit, auf billige, gefälschte Druckerpatronen auszuweichen. Um das zu verhindern und die Umsätze zu sichern, unterstützte HP eine verbindliche Übereinkunft der lokalen Händler.

Ausgewertete Chatverläufe belegen laut den indischen Ermittlern illegale Praktiken wie gezielte Scheinangebote. Dabei habe ein Händler absichtlich ein überhöhtes Angebot für einen Auftrag eingereicht, damit ein anderer Partner den Zuschlag für das Projekt erhielt. Die Maßnahmen halfen HP zwar kurzfristig, die eigene Marktposition zu sichern, führten auf lange Sicht aber zu künstlich überhöhten Kosten für die öffentlichen Kassen.

Die beteiligten Unternehmen müssen die illegalen Praktiken nun umgehend und vollständig einstellen. Die indische Wettbewerbsbehörde ordnete zudem an, dass alle involvierten Parteien innerhalb von 60 Tagen spezielle Schulungen zur Einhaltung der strengen Wettbewerbsregeln durchführen müssen.

Was meint ihr zu den Absprachen bei HP? Teilt eure Meinung gerne mit uns in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Indiens Wettbewerbshüter verhängen Millionenstrafe gegen HP
  • Grund sind illegale Preisabsprachen bei Ausschreibungen von 2017 bis 2020
  • HP diktierte Händlern Preise für PCs und Druckerzubehör ganz strikt
  • Der US-Konzern brachte die Ermittlungen per Kronzeugenantrag ins Rollen
  • Als Grund nennt HP den Schutz vor Fälschungen und Preisverfall am Markt
  • Die beteiligten Händler reichten bewusst manipulierte Scheinangebote ein
  • Firmen und Mitarbeiter müssen nun Strafen zahlen und Schulungen machen

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