Klage: Code für Chinas Zensur-Software wohl geklaut
Solid Oak vertreibt eine Kinderschutz-Software namens Cybersitter. Teile des Codes dieses Programms sollen von China aus illegal kopiert und in einer anderen Software eingesetzt worden sein: Dem Filter-Programm, mit dem in dem asiatischen Land ein Teil der Internet-Zensur umgesetzt werden soll.
In einer zivilrechtlichen Klage gegen die chinesische Regierung, zwei Software-Unternehmen aus China und sieben PC-Hersteller - darunter Sony, Toshiba, Lenovo und Acer - fordert das Unternehmen nun eine Schadensersatzzahlung in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar.
Laut der Klageschrift kommen rund 3.000 Zeilen Code aus Cybersitter in dem Filterprogramm Green Dam zum Einsatz. Dessen Installation wollte die chinesische Regierung vor einiger Zeit auf jedem PC zur Pflicht machen, musste aber nach internationalen Protesten von diesem Ansinnen absehen. Trotzdem wurden bereits rund 56 Millionen Kopien dieses Programms, das nach offiziellen Angaben lediglich dem Jugendschutz dienen soll, verbreitet.
Forscher der University of Michigan haben das Programm daher genauer unter die Lupe genommen, um Sicherheitslücken ausfindig zu machen. Immerhin könnten Fehler in der Software eine sehr große Zahl von Nutzern bedrohen. Tatsächlich wurden sie fündig. Quasi nebenbei stellten sie auch fest, dass ein Teil des Codes von Cybersitter übernommen wurde.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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