Informatiker dokumentiert akribisch jeden Computer aus Jurassic Park

Für den Kinohit Jurassic Park aus dem Jahr 1993 nutzte die Produktionsfirma keineswegs fiktive Rechner. Eine erstaunlich detaillierte Analyse zeigt, dass am Set echte Hardware von Apple und SGI im heutigen Wert von 3,5 Mio. Euro bedient wurde.
Apple, Hardware, Film, Unix, Jurassic Park, Retro-Computing, Filmtechnik, Sgi, Workstations, Irix
Universal Pictures

Echte IT-Hardware am Filmset

In dem Filmklassiker Jurassic Park aus dem Jahr 1993 bedienen die Protagonisten keine fiktiven Computer. Die Produktionsfirma nutzte für die Kulissen echte, damals aktuelle Hardware. Um dem Publikum eine authentische Umgebung zu präsentieren, wurden Geräte im heutigen Wert (also inflationsbereinigt) von knapp 3.500.000 Euro verwendet.

Die Ausstattung stammte vorwiegend von den Herstellern Apple und SGI, ehemals Silicon Graphics. Neben den Computern kam auch echte Software zum Einsatz, was seine Folgen hatte: Denn die Rechner mussten aufwendig mit den Filmkameras synchronisiert werden, um flackernde Bildschirme zu vermeiden. Ein Aufwand, der sich auszahlte, auch wenn sich kleine Fehler wie rotierende Festplattenstapel in den Film einschlichen.


Analyse der Rechner und Systeme

Wie der eigentlich bei Google tätige Entwickler Fabien Sanglard (via Ars Technica) in einer detaillierten Auswertung aufzeigt, nutzten die Charaktere diverse Workstations. Auf dem Schreibtisch des Antagonisten Dennis Nedry standen beispielsweise zwei Macintosh Quadra 700. Das ist ungewöhnlich, da Apple heute in der Regel verbietet, dass Schurken in Filmen seine Produkte verwenden.

Zusätzlich arbeitete Nedry an einer SGI IRIS Crimson. Die leistungsstarke Workstation war für dreidimensionale Grafiken konzipiert und so groß, dass sie auf dem Boden stehen musste. Ein weiteres Detail ist der Supercomputer im Hintergrund des Kontrollraums. Dabei handelte es sich um fünf CM-5 Systeme des Herstellers Thinking Machines, deren charakteristische rote Leuchtdioden zufällige Muster erzeugten.

Neben den großen Workstations identifizierte die Analyse weitere spezifische Geräte am Set. Darunter befanden sich ein Apple PowerBook 100 mit einem Flüssigkristallbildschirm, eine SGI R4000 Indigo für Wetter-Animationen sowie ein Motorola Envoy. Letzteres war ein früher persönlicher digitaler Assistent. Die Kombination aus verschiedenen Systemen verlieh dem Kontrollraum seine realistische Optik.

Die bekannte Unix-Oberfläche

Eine der bekanntesten Szenen des Films dreht sich um eine dreidimensionale Dateiverwaltung. Die oft als fiktiv belächelte Software ist real. Es handelt sich um fsn, einen experimentellen Dateimanager für das Betriebssystem IRIX. SGI bewarb das nach der Filmpremiere sogar aktiv auf der eigenen Webseite.

Andere Programme im Film waren freilich reine Illusion. Ein vermeintlicher Videoanruf wurde lediglich als aufgezeichnetes Video über den Mediaplayer QuickTime abgespielt. Der Mauszeiger verblieb während der gesamten Szene sichtbar auf der Abspiel-Schaltfläche. Dennoch zeigt die Untersuchung, wie präzise die Macher die technologische Realität der frühen Neunzigerjahre einfingen.

Habt ihr Jurassic Park damals im Kino gesehen und die Computer bemerkt? Welche Retro-Hardware würdet ihr heute gerne noch einmal nutzen? Teilt eure Gedanken gerne in den Kommentaren mit uns.

Zusammenfassung
  • Der Filmklassiker Jurassic Park nutzte echte IT-Hardware im Millionenwert
  • Ein Google-Entwickler analysierte die im Film gezeigten Workstations
  • Der Schurke Dennis Nedry bediente unter anderem zwei Macintosh Quadra
  • Die im Film gezeigte dreidimensionale Unix-Dateiverwaltung war real
  • Für die Kulissen wurde teure Hardware von Apple und SGI bereitgestellt

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Interessante Artikel & Testberichte
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!