Microsoft: Fernsehsendern droht der iTunes-Effekt
Sollte es ihnen nicht gelingen, in diesem Zeitpunkt ihre Inhalte aggressiv in Online-Angebote einzubinden und eine kritische Masse ihrer bisherigen Kunden auch für diese Dienste zu gewinnen, werde ihr Geschäft ebenso von Apple abhängig werden, wie es bei der Musikbranche nun der Fall ist, so Highfield gegenüber dem britischen 'Guardian'.
"Realistisch gehe ich davon aus, dass die Industrie zwei bis drei Jahre hat, um sich umzustellen oder sie wird ihren iTunes-Effekt erleben", sagte der Microsoft-Manager. Im Grunde müssten die Fernsehsender jetzt aktiv werden, da sie diesen Zeitraum benötigen werden, um ihre Marken entsprechend aufzubauen.
Der Musikindustrie war es lange Zeit nicht gelungen, eine eigene erfolgreiche Plattform zum Vertrieb ihrer Inhalte im Internet aufzubauen. Zu sehr war man durch das Festhalten an alten Vertriebswegen und harten Kopierschutzmaßnahmen gefangen.
Im Jahr 2003 hatte Apple-Chef Steve Jobs nach hohem persönlichen Einsatz die notwendigen Lizenzen zusammen und eröffnete faktisch den ersten legalen Download-Shop, der Anwendern eine vergleichsweise freizügige Nutzung ihrer gekauften Musik ermöglichte.
Inzwischen wurde Apple so zum größten Musik-Verkäufer in den USA und kann zu einem guten Teil die Rahmenbedingungen der Lizenzverträge mitbestimmen. Dies war beispielsweise ein wesentlicher Faktor, die Musikindustrie dazu zu bewegen, auf den DRM-Schutz von Musikdateien zu verzichten.
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