iPhone: Millionen-Dollar-Streit um virtuelles Bierglas

Recht, Politik & EU Ein kleines Scherz-Programm für Apples iPhone hat nun zu einer Klage geführt, in der es um Schadenersatz in Höhe von 12,5 Millionen Dollar geht. Die Software wurde von einem anderen Anbieter ohne Zustimmung des Entwicklers nachgeahmt. Ausgangspunkt des Rechtsstreit ist ein Programm namens iBeer. Dieses simuliert im iPhone ein gefülltes Bierglas. Unter Verwendung der Bewegungssensoren lässt sich durch Schütteln Schaum erzeugen oder durch eine Neigung des Gerätes virtuelles Bier "ausschütten".


Steve Sheraton, der die Software entwickelte, bot diese auf seiner eigenen Webseite für 2,99 Dollar zum Download an. Als Apple im Juli seinen App Store eröffnete, offerierte er sein Programm auch auf diesem Weg. Allerdings ist in dem Online-Shop ein ähnliches Angebot zu finden.

Die US-Brauerei Coors bot dort mit iPint ein Programm an, dass ebenfalls ein Bierglas simulierte und als Werbung für das Unternehmen umsonst zu haben war. Dieses war offensichtlich abgekupfert. Hottrix, eine Firma, die inzwischen die Rechte an Sheratons Software hält, reichte daraufhin Klage ein.

Durch das Angebot habe Coors das Geschäft mit iBeer geschädigt, hieß es. Statt das kostenpflichtige Programm zu erwerben, luden iPhone-Nutzer nämlich das kostenlose iPint - insgesamt über 6 Millionen Mal. Die Verkaufszahlen von Hottrix brachen so naturgemäß ein.

Für die entgangenen Umsätze und das unerlaubte Kopieren der Idee für die Software werden 12,5 Millionen Dollar Schadensersatz verlangt. Diesen Betrag finden die Kläger durchaus gerechtfertigt, immerhin stieg iBeer in den Verkaufscharts steil auf, nachdem Coors sein Angebot aus dem App Store in den USA entfernte.
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