Sicheres Internet aus dem All:
EU investiert 15,6 Milliarden Euro
Fünf Milliarden Euro teurer als geplant: Das Satellitennetzwerk IRIS² verschlingt für Europas Unabhängigkeit ein absolutes Vermögen. Trotz der Rekordsumme startet die sichere Starlink-Alternative für das Militär frühestens im Jahr 2029 ins All.
Das System ist als europäische Antwort auf kommerzielle Anbieter wie Starlink konzipiert. Ziel ist eine souveräne, sichere und zuverlässige Konnektivität für Regierungen, Streitkräfte sowie Rettungsdienste. Die ersten Starts sind für 2029 geplant, der volle kommerzielle Betrieb soll ab 2032 erfolgen.
Wie die ESA in einer Pressemitteilung mitteilte, übernehmen europäische Hersteller den Bau der zusätzlichen Satelliten.
Die speziell für erhöhte Widerstandsfähigkeit ausgelegten Einheiten sollen die Kapazität für sichere Regierungsdienste in der EU um 60 Prozent steigern. Die ESA überwacht das technische Design und die Validierung im Orbit.
Die Satelliten integrieren moderne Verschlüsselungstechnologien für die Datenübertragung. Sie sollen schnelle Verbindungen ermöglichen und gegen gezielte Störsignale aus dem All geschützt sein. Europa will mit dem Ausbau eine technologische Unabhängigkeit erreichen und sensible staatliche Kommunikation absichern.
Die finanzielle Anspannung beteiligter Unternehmen birgt Risiken für den Zeitplan. Trotz hoher Kosten und des späten Starttermins im Vergleich zu bestehenden Netzwerken sichert sich Europa mit dem Vorhaben eine wichtige Kommunikationsinfrastruktur für Krisenzeiten. Die Abhängigkeit von externen, außereuropäischen Dienstleistern sinkt dadurch.
Was meint ihr zu Europas eigener Satelliten-Konstellation? Teilt eure Gedanken und Meinungen zu den Kosten und dem Nutzen gerne mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
Startschuss für Satellitennetz
Die Europäische Kommission und das Konsortium SpaceRISE haben das Umsetzungsabkommen für das Satellitennetzwerk IRIS² unterzeichnet. Das Projekt wechselt damit von der Planungs- in die Umsetzungsphase. Der Vertrag sieht 66 zusätzliche Satelliten in der erdnahen Umlaufbahn vor. Die Hauptkonstellation wächst dadurch auf insgesamt 348 Einheiten.Das System ist als europäische Antwort auf kommerzielle Anbieter wie Starlink konzipiert. Ziel ist eine souveräne, sichere und zuverlässige Konnektivität für Regierungen, Streitkräfte sowie Rettungsdienste. Die ersten Starts sind für 2029 geplant, der volle kommerzielle Betrieb soll ab 2032 erfolgen.
Wie die ESA in einer Pressemitteilung mitteilte, übernehmen europäische Hersteller den Bau der zusätzlichen Satelliten.
Die speziell für erhöhte Widerstandsfähigkeit ausgelegten Einheiten sollen die Kapazität für sichere Regierungsdienste in der EU um 60 Prozent steigern. Die ESA überwacht das technische Design und die Validierung im Orbit.
Kosten und Technik der neuen Satelliten
Das Netzwerk nutzt verschiedene Umlaufbahnen. Neben Satelliten in rund 1200 Kilometern Höhe umfasst das System 18 Einheiten im mittleren Erdorbit. Das Konsortium SpaceRISE, bestehend aus den Betreibern Eutelsat, SES und Hispasat, koordiniert den Aufbau. Europäische Rüstungsunternehmen und Luftfahrtkonzerne wie Airbus und Thales fertigen die Hardware.Die Satelliten integrieren moderne Verschlüsselungstechnologien für die Datenübertragung. Sie sollen schnelle Verbindungen ermöglichen und gegen gezielte Störsignale aus dem All geschützt sein. Europa will mit dem Ausbau eine technologische Unabhängigkeit erreichen und sensible staatliche Kommunikation absichern.
Der Weg zu IRIS²
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2022
NovemberDie Europäische Kommission stellt das IRIS²-Programm ("Infrastructure for Resilience, Interconnectivity and Security by Satellite") offiziell vor
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2023
MärzDie EU-Verordnung zu IRIS² wird auf europäischer Ebene validiert und schafft den rechtlichen Rahmen für das Satelliten-Kommunikationsnetz
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2024
DezemberDie Europäische Kommission schließt einen 12-Jahres-Konzessionsvertrag mit dem Industriekonsortium SpaceRISE (Eutelsat, SES, Hispasat) über den Aufbau und Betrieb von IRIS² ab; das Vertragsvolumen liegt bei rund 10,6 Milliarden Euro
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2029
2029 (geplant)Geplanter erster Satellitenstart für IRIS²
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2030
Ab 2030 (geplant)IRIS² soll schrittweise den Betrieb aufnehmen und ein weltweites, sicheres Breitbandnetz mit mehreren hundert Satelliten bereitstellen
Abhängigkeiten sinken
Die Erweiterung des Projekts bringt finanzielle Herausforderungen mit sich. Die geschätzten Gesamtkosten stiegen von ursprünglich 10,6 Milliarden Euro auf nun 15,6 Milliarden Euro. Das Konsortium trägt vier Milliarden Euro, die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten finanzieren den Rest. Mehrere Länder steuerten bereits Summen im Milliardenbereich bei.Die finanzielle Anspannung beteiligter Unternehmen birgt Risiken für den Zeitplan. Trotz hoher Kosten und des späten Starttermins im Vergleich zu bestehenden Netzwerken sichert sich Europa mit dem Vorhaben eine wichtige Kommunikationsinfrastruktur für Krisenzeiten. Die Abhängigkeit von externen, außereuropäischen Dienstleistern sinkt dadurch.
Was meint ihr zu Europas eigener Satelliten-Konstellation? Teilt eure Gedanken und Meinungen zu den Kosten und dem Nutzen gerne mit uns in den Kommentaren!
Was genau ist das Projekt IRIS²?
IRIS² ist das neue Satelliten-Netzwerk der Europäischen Union. Es soll eine sichere, souveräne und hochzuverlässige Kommunikationsinfrastruktur aus dem All bereitstellen. Zielgruppe sind vor allem Regierungen, das Militär und Rettungsdienste.
Für IT-Profis bedeutet dies künftig eine krisensichere Rückfallebene, wenn terrestrische Netzwerke ausfallen. Das Projekt hat im August 2026 die Planungsphase verlassen und befindet sich nun in der konkreten Umsetzung durch ein europäisches Konsortium.
Für IT-Profis bedeutet dies künftig eine krisensichere Rückfallebene, wenn terrestrische Netzwerke ausfallen. Das Projekt hat im August 2026 die Planungsphase verlassen und befindet sich nun in der konkreten Umsetzung durch ein europäisches Konsortium.
Ist IRIS² ein Starlink-Klon der EU?
Nein, die Zielsetzung ist eine völlig andere. Während SpaceX mit Starlink (über 10.000 Satelliten) auf Endkunden-Breitband abzielt, fokussiert sich IRIS² auf verschlüsselte, staatliche Kommunikation. Es geht nicht um Streaming, sondern um kritische Infrastruktur.
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass IRIS² mit Starlink konkurrieren soll. Vielmehr will sich Europa unabhängig von einzelnen US-Milliardären oder Konzernen machen, um bei globalen Krisen die volle Kontrolle über die eigenen Datenströme zu behalten.
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass IRIS² mit Starlink konkurrieren soll. Vielmehr will sich Europa unabhängig von einzelnen US-Milliardären oder Konzernen machen, um bei globalen Krisen die volle Kontrolle über die eigenen Datenströme zu behalten.
Ab wann ist das Satelliten-Netz aktiv?
Die ersten Raketenstarts zur Platzierung der Satelliten im Orbit sind für das Jahr 2029 fest eingeplant. Erste Basisdienste sollen dann ab 2030 zur Verfügung stehen, was laut EU-Kommission sogar vor dem ursprünglichen Zeitplan liegt.
Ein vollständiger kommerzieller und operativer Betrieb wird jedoch erst für etwa 2032 erwartet. Da einige der beteiligten Firmen zuletzt unter finanziellem Druck standen, heißt es in Branchenkreisen, dass die strikte Einhaltung dieses Zeitplans noch eine Herausforderung sei.
Ein vollständiger kommerzieller und operativer Betrieb wird jedoch erst für etwa 2032 erwartet. Da einige der beteiligten Firmen zuletzt unter finanziellem Druck standen, heißt es in Branchenkreisen, dass die strikte Einhaltung dieses Zeitplans noch eine Herausforderung sei.
Wie viele Satelliten sind geplant?
Die Konstellation wurde kürzlich noch einmal vergrößert und wird nun aus insgesamt 348 Satelliten bestehen. Davon kreisen 330 im niedrigen Erdorbit (LEO) und 18 im mittleren Erdorbit (MEO), um eine optimale Netzabdeckung zu gewährleisten.
Die Aufstockung um 66 zusätzliche LEO-Satelliten soll die Kapazitäten für Behörden innerhalb der EU um 60 Prozent steigern. Diese Erweiterung ist eine direkte Reaktion auf die veränderte globale Sicherheitslage und den gestiegenen Bedarf an Resilienz.
Die Aufstockung um 66 zusätzliche LEO-Satelliten soll die Kapazitäten für Behörden innerhalb der EU um 60 Prozent steigern. Diese Erweiterung ist eine direkte Reaktion auf die veränderte globale Sicherheitslage und den gestiegenen Bedarf an Resilienz.
Warum baut Europa ein eigenes Netz?
Das Stichwort lautet "digitale Souveränität". Europa möchte verhindern, dass sensible Regierungs- und Militärdaten über ausländische Infrastrukturen geleitet werden müssen. Ein eigenes Netz garantiert, dass die EU die Verschlüsselungsstandards selbst diktiert.
Zudem schützt es die europäische Handlungsfähigkeit. Wenn bei einer Krise irdische Netze zusammenbrechen, können Rettungskräfte weiterhin sicher kommunizieren, ohne auf den guten Willen privater Drittanbieter aus Übersee angewiesen zu sein.
Zudem schützt es die europäische Handlungsfähigkeit. Wenn bei einer Krise irdische Netze zusammenbrechen, können Rettungskräfte weiterhin sicher kommunizieren, ohne auf den guten Willen privater Drittanbieter aus Übersee angewiesen zu sein.
Wer finanziert das Milliardenprojekt?
Die Kosten sind von ursprünglich geschätzten 10,6 Milliarden auf nun rund 15,6 Milliarden Euro gestiegen. Die Finanzierung stemmen die EU, die Europäische Weltraumorganisation (ESA) sowie das private SpaceRISE-Konsortium, welches etwa 4 Milliarden Euro beisteuert.
Zusätzlich fließen nationale Gelder in das Projekt. Spanien plant angeblich Investitionen von bis zu 2 Milliarden Euro, während Polen und Ungarn bereits feste Summen im dreistelligen Millionenbereich zugesagt haben, um spezifische nationale Anforderungen abzudecken.
Zusätzlich fließen nationale Gelder in das Projekt. Spanien plant angeblich Investitionen von bis zu 2 Milliarden Euro, während Polen und Ungarn bereits feste Summen im dreistelligen Millionenbereich zugesagt haben, um spezifische nationale Anforderungen abzudecken.
Welche Firmen setzen das Projekt um?
Das sogenannte SpaceRISE-Konsortium leitet den Aufbau. Es besteht aus den großen europäischen Satellitenbetreibern SES, Eutelsat und der spanischen Hispasat. Sie sind für das Design, den Bau und den späteren Betrieb der Infrastruktur verantwortlich.
Für die eigentliche Hardware-Produktion wurden Schwergewichte der europäischen Raumfahrtindustrie beauftragt. Dazu gehören Airbus Defence and Space, Thales Alenia Space, OHB und Aerospacelab. Sie bauen sowohl die Satelliten als auch die sicheren Bodenstationen.
Für die eigentliche Hardware-Produktion wurden Schwergewichte der europäischen Raumfahrtindustrie beauftragt. Dazu gehören Airbus Defence and Space, Thales Alenia Space, OHB und Aerospacelab. Sie bauen sowohl die Satelliten als auch die sicheren Bodenstationen.
Zusammenfassung
- EU und SpaceRISE starten die Umsetzung des Satellitennetzwerks IRIS²
- Die Satellitenkonstellation wächst um 66 auf nun 348 Einheiten
- Das System sichert sensible staatliche und militärische Kommunikation
- Die ersten Satellitenstarts sind für das Jahr 2029 angekündigt
- Die geschätzten Gesamtkosten steigen auf rund 15,6 Milliarden Euro
- Europa verringert damit die Abhängigkeit von externen Anbietern
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