Windows 11: "Projekt Pantheon" soll Alternative zu Recall werden

Microsoft soll für Windows 11 ein neues digitales Gedächtnis namens Projekt Pantheon entwickeln. Anwender speichern Inhalte manuell ab und durchsuchen diese per Chat-Interface. Ein Starttermin für das Cloud-Programm steht noch nicht fest.
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  • Microsoft arbeitet am Projekt Pantheon als neuem Recall-Ersatz für Windows 11
  • Die Anwendung wird als Context Vault separat im Microsoft Store erscheinen
  • Nutzer bestimmen im Gegensatz zu Recall selbst über zu sichernde Inhalte
  • Gesammelte Daten lassen sich über eine eigene Chat-Oberfläche durchsuchen
  • Dank cloudbasierter KI-Modelle wird keine spezielle NPU-Hardware benötigt
  • Externe Dienste wie ChatGPT können über das Model Context Protocol zugreifen
  • Mögliche Sicherheitsfunktionen wie Windows Hello sind noch nicht bestätigt

Neuer Anlauf nach Kritik

Microsoft soll an einer neuen Anwendung für Windows 11 arbeiten, die als Projekt Pantheon getestet wird und derzeit unter dem Namen Context Vault starten könnte. Im Gegensatz zu Recall ist das Programm nicht fest in das Betriebssystem integriert. Interessierte müssten die Software zukünftig über den Microsoft Store installieren.

Die App ist im Store noch nicht offiziell verfügbar oder gelistet, doch sie wurde dort bereits im Sommer als ungelisteter Eintrag gesichtet. Das Programm versteht sich als manuell steuerbares Gedächtnis und erstellt keine automatischen Bildschirmfotos. Nutzer müssen stattdessen aktiv auswählen, welche Inhalte sie sichern möchten.


Wie Windows Report zu den genauen Funktionen berichtet, lassen sich Webseiten, Dokumente, Screenshots, Textfragmente sowie Audio- und Videodateien erfassen. Die Einspeisung erfolgt über Browser-Erweiterungen, den Datei-Explorer, das Teilen-Menü oder Funktionen wie Click to Do.

Das Programm bündelt die gesammelten Informationen thematisch in Sammlungen, die Anwender über ein Chat-Interface durchsuchen können.

Cloud statt lokaler Hardware

Ein wesentlicher Unterschied zur ursprünglichen Recall-Technik betrifft die Systemanforderungen. Während Recall zwingend einen Copilot+-PC mit integrierter NPU voraussetzt, soll Projekt Pantheon mit cloudbasierten Modellen der künstlichen Intelligenz arbeiten. Das Programm lässt sich somit ohne spezielle Hardware nutzen.

Zudem unterstützt die Anwendung das Model Context Protocol. Dadurch können externe Dienste wie ChatGPT, Claude oder Cursor auf die Erinnerungen zugreifen, ohne dass Nutzer Dokumente oder vorherige Unterhaltungen erneut manuell hochladen müssen. Ein integriertes Übersichtsfenster dokumentiert den Verbrauch von Tokens, was auf mögliche kostenpflichtige Abonnements hindeuten dürfte.

In der aktuellen Testversion zeigen sich noch Fehler in der Benutzeroberfläche. Sammlungen tragen teilweise Platzhalter-Namen wie None oder Null, zudem fehlen elementare Filterfunktionen. Die Plattform taucht teilweise als Context IO auf, während in den Einstellungen von Windows 11 noch der alte Name Projekt steht.

Hinsichtlich der Sicherheitsarchitektur soll Microsoft den Einsatz von Verschlüsselung, detaillierten Zugriffsberechtigungen für einzelne Programme sowie eine Authentifizierung über Windows Hello erwägen. Offiziell bestätigt sind diese Maßnahmen nicht. Unklar bleibt zudem, wie die cloudbasierten Modelle persönliche Daten verarbeiten. Abseits davon stellte das Unternehmen das Werkzeug Reactor vor und warnte vor dem nahenden Support-Ende für Windows Server 2016.

Wie bewertet ihr den neuen Ansatz für ein digitales Gedächtnis? Bevorzugt ihr manuelle Speicherungen gegenüber automatischen Screenshots? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Siehe auch:
Nadine Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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