Windows 10 noch auf jedem sechsten PC - und die Umstellung stagniert

Windows 10 ist auch nach dem Ende des regulären Supports noch auf jedem sechsten Windows-PC im Einsatz. Selbst wenn Nutzer bereit sind, Geld auszugeben, um noch Patches zu erhalten, ist das Sicherheitsrisiko inzwischen ziemlich groß.
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Kleinere Firmen tun sich schwer

Nach aktuellen Daten des IT-Asset-Management-Anbieters Lansweeper läuft das Betriebssystem auf 16,9 Prozent der erfassten Windows-Geräte. Nachdem die Umstellung auf Windows 11 zunächst zügig vorangeschritten war, hat sich der Wechsel inzwischen deutlich verlangsamt. Das stellt viele Unternehmen vor wachsende Sicherheitsprobleme, da die Unterstützung für Windows 10 nur noch befristet verfügbar ist.

Vor einem Jahr lag der Anteil von Windows 10 in Lansweepers Datensatz noch bei rund der Hälfte aller erfassten Rechner. Nach dem Supportende sank er zunächst weiter, zuletzt kam die Migration auf Windows 11 jedoch nahezu zum Stillstand, teilte das Unternehmen mit. Nach Einschätzung der Firma sind die einfach umzustellenden Systeme inzwischen weitgehend migriert. Übrig geblieben seien vor allem Geräte, die sich aus technischen, organisatorischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht oder nur mit großem Aufwand auf Windows 11 umstellen lassen.


Besonders betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen. Dort arbeiten nach Angaben von Lansweeper noch 21,4 Prozent der Geräte mit Windows 10. Als Hauptgrund für die Verzögerung einer Migration gelten die Kosten für neue Hardware oder die Modernisierung bestehender IT-Infrastrukturen. Auch in bestimmten Branchen bleibt der Anteil hoch: Im Gesundheits- und Pharmasektor nutzen noch 23 Prozent der Systeme das ältere Betriebssystem, im Einzelhandel sind es 22,7 Prozent.

Aus Perspektive der IT-Sicherheit ist das problematisch. Lansweeper beziffert die durchschnittliche Zahl bekannter Sicherheitslücken (CVEs) bei Windows-10-Geräten auf 1903, während Windows-11-Systeme im Schnitt auf 652 kommen. Selbst Geräte mit installierten ESU-Updates seien in dieser Statistik enthalten. Zusätzlich verweisen die Experten auf das sogenannte Patch Diffing: Angreifer könnten aus Sicherheitskorrekturen für Windows 11 Rückschlüsse auf Schwachstellen in Windows 10 ziehen und diese gezielt ausnutzen.

Upgrade teils kaum möglich

Warum viele Unternehmen dennoch nicht wechseln, hat oft technische oder organisatorische Gründe. Häufig sind medizinische Geräte, Industrieanlagen oder Kassensysteme an bestimmte Betriebssystemversionen gebunden und erst nach einer Herstellerzertifizierung für Windows 11 freigegeben. Teilweise existieren entsprechende Versionen noch gar nicht. In anderen Fällen betreiben Unternehmen Systeme bewusst in isolierten Netzwerken und akzeptieren das verbleibende Risiko.

Microsoft bietet Sicherheitsupdates für private Windows-10-Nutzer noch bis Oktober 2027 an, Geschäftskunden können den ESU-Support gegen Bezahlung bis Oktober 2028 verlängern. Danach endet die Versorgung mit Sicherheitsupdates endgültig. IT-Verantwortliche sollten deshalb frühzeitig prüfen, welche Windows-10-Systeme noch im Einsatz sind und ob diese vollständig abgesichert sind. Denn je länger die Migration stockt, desto größer wird die Zahl potenziell angreifbarer Geräte.

Zusammenfassung
  • Windows 10 läuft immer noch auf fast 17 Prozent aller Windows-PCs
  • Die Migration auf Windows 11 ist zuletzt fast vollständig erstarrt
  • Vor allem kleinere Firmen und bestimmte Branchen zögern den Wechsel
  • Hohe Kosten und fehlende Zertifizierungen blockieren die Umstellung
  • Geräte mit Windows 10 weisen im Schnitt mehr Sicherheitslücken auf
  • Der kostenpflichtige Support für Geschäftskunden endet im Oktober 2028

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