Varta: Aus für deutschen Batteriehersteller ist besiegelt - Zerschlagung

Der deutsche Batteriehersteller Varta steht vor der Zerschlagung. Nach dem Verlust des wichtigen Großkunden in Form von Apple und verfehlten Finanzzielen fordern die Gläubiger nun ihre Kredite zurück. Die lukrative Haushaltssparte soll ausgegliedert werden.
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Varta

Das Ende des Batteriekonzerns

Die Rettung des deutschen Batterieherstellers Varta ist gescheitert. Die Gruppe der Hauptgläubiger, bestehend aus Banken und Investmentfonds, hat beschlossen, ausstehende Kredite einzufordern. Der Konzern wird in der Folge zerschlagen. Geplant ist, die profitable Sparte für Haushaltsbatterien auszugliedern. Das soll unter einer neuen Eigentümerstruktur geschehen. Für den restlichen Teil des Unternehmens rückt damit eine Insolvenz näher.

Varta blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die Ursprünge des Unternehmens reichen bis in das Jahr 1887 zurück. Bekannt wurde der Hersteller unter anderem, als der Astronaut Neil Armstrong bei der ersten Mondlandung eine Kamera mit Batterien von Varta nutzte. Später diversifizierte sich das Geschäft stark und spaltete sich in verschiedene Bereiche auf.


Abhängigkeit von Großkunden

Der jüngste Niedergang des Unternehmens begann mit einer starken Abhängigkeit von Apple. Varta hatte sich auf die Produktion von wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Knopfzellen fokussiert und dafür hohe Schulden aufgenommen. Als der US-Großkunde seine Bestellungen zunächst reduzierte und im Frühjahr komplett bei chinesischen Unternehmen tätigte, brachen die existenziellen Einnahmen weg.

Infolgedessen musste das Werk im bayerischen Nördlingen geschlossen werden, was 350 Angestellte den Arbeitsplatz kostete. Ein Team von Ingenieuren hatte dort lange an neuen Energiespeichern gearbeitet. Die Produktion ließ sich jedoch ohne den Hauptabnehmer nicht mehr wirtschaftlich aufrechterhalten. Die fixen Kosten blieben bestehen, während die Auslastung der Maschinen rapide sank.

Lukratives Geschäft für Fonds

Wie die FAZ berichtet, ist das jetzige Vorgehen für die beteiligten Investmentfonds aus London finanziell vorteilhaft. Die Sparte für Haushaltsbatterien erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Gewinn von 65 Millionen Euro. Bei einem möglichen Verkauf können die Gläubiger ein Vielfaches des Betrages erlösen.

Politische Interventionen blieben wirkungslos. Vertreter der Landesregierungen von Baden-Württemberg und dem Saarland hatten sich eingeschaltet, um das industrielle Potenzial zu sichern. Der bisherige Geschäftsführer hatte bis zuletzt gehofft, das gesammelte Fachwissen der Abteilungen für den Aufbau einer neuen Natrium-Ionen-Fertigung zu nutzen. Daraus wird nun wohl aber erst einmal nichts.

Wie bewertet ihr das Vorgehen der Gläubiger bei Varta? Teilt eure Gedanken und mögliche Lehren aus dem Fall mit uns in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Die Rettung des deutschen Batterieherstellers Varta ist gescheitert
  • Gläubiger fordern Kredite zurück und zerschlagen das Unternehmen
  • Die profitable Sparte für Haushaltsbatterien soll ausgegliedert werden
  • Dem restlichen Teil des Traditionskonzerns droht nun die Insolvenz
  • Grund für den Niedergang war auch eine starke Abhängigkeit von Apple
  • Wegen weggebrochener Aufträge von Apple musste Varta ein Werk schließen
  • Rettungsversuche aus der deutschen Politik blieben erfolglos

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