Pleite-Gefahr wegen KI-Boom:
GoPro droht jetzt die Insolvenz

Der Actioncam-Hersteller GoPro kämpft um sein Überleben. Dras­tisch gestiegene Speicherpreise durch den weltweiten KI-Boom treiben die Produktionskosten in die Höhe. Nun warnt das kali­for­nische Unternehmen offiziell vor der Insolvenz.
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GoPro

Existenzkampf beim Actioncam-Pionier

GoPro hat im ersten Quartal 2026 erhebliche Zweifel am eigenen Fortbestand geäußert. Nach einem aktuellen Umsatzrückgang von 26 Prozent schrumpften die Barreserven auf 50 Millionen US-Dollar. Bereits 2025 sank der Jahresumsatz auf 651,5 Millionen US-Dollar, woraus ein Nettoverlust von 83,3 Millionen US-Dollar resultierte.

Ein wesentlicher Grund für die finanzielle Schieflage ist der Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI). Halbleiter-Produzenten wie Samsung und Micron verlagern ihre Produktionskapazitäten von herkömmlichen DRAM-Speichern auf margenstarke HBM-Chips. High-Bandwidth Memory ist für moderne KI-Beschleuniger unerlässlich.

Das führt zu einer massiven Verknappung bei Standard-Speicherchips. GoPro meldet infolgedessen Preissteigerungen von bis zu 115 Prozent für zwingend benötigte Bauteile.


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Hohe Kosten durch KI-Boom

Wie unter anderem TNW analysiert, fehlt dem Unternehmen die Marktmacht zur Abfederung der Preissprünge. Technologie-Konzerne wie Apple handeln langfristige Verträge aus, doch für GoPro ruinieren verdoppelte Speicherkosten die Profitabilität von Kameras im Bereich von 300 bis 500 US-Dollar. Das Unternehmen kann die Mehrkosten dabei nicht vollends an Endkunden weitergeben.

Um die Insolvenz abzuwenden, ergreift das Management diverse Maßnahmen:

  • Verkauf von Unternehmenswerten zur Geldbeschaffung
  • Entlassung von 23 Prozent der weltweiten Belegschaft seit April 2026
  • Prüfung strategischer Alternativen wie eines Verkaufs oder einer Fusion
  • Auslotung neuer Absatzmärkte bei der Regierung und im Luftfahrtsektor

Die Neuausrichtung birgt Risiken. Die jahrelange Expertise von Ingenieuren im Bau robuster Kameras muss sich erst in lukrativen Aufträgen der Regierung beweisen. Bislang gibt es keine konkreten Zusagen aus der Industrie zur Sicherung der Marke.

Absturz der Kultmarke

Das von Nicholas Woodman 2002 gegründete Unternehmen startete mit einer analogen 35-Millimeter-Kamera an einem Handgelenkgurt für Surfer. Damit prägte GoPro den Markt für Action-Kameras. Beim Börsengang 2014 wurde das Unternehmen mit drei Milliarden US-Dollar bewertet, die Aktie notierte bei über 90 US-Dollar. Heute wird das Wertpapier für unter einen US-Dollar gehandelt.


Die Gesamtverluste belaufen sich mittlerweile auf über 775 Millionen US-Dollar. Derzeit verhandelt das Unternehmen mit Kreditgebern. Eine formelle Warnung zur Unternehmensfortführung aktiviert meist bestehende Rückzahlungsklauseln. Ohne rechtzeitige Einigung muss GoPro ein Verfahren nach US-Insolvenzrecht durchlaufen.

Nutzt ihr selbst Actioncams für eure Hobbys oder reicht euch das Smartphone? Teilt eure Gedanken zur aktuellen Lage von GoPro in den Kommentaren mit uns.

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Zusammenfassung
  • GoPro warnt im ersten Quartal 2026 massiv vor einer drohenden Insolvenz
  • Der globale KI-Boom verursacht extrem steigende Preise bei Speicherchips
  • Massive Umsatzrückgänge und hohe Verluste zehren an den Barreserven
  • Zur Kostenreduktion entlässt die Firma fast ein Viertel der Belegschaft
  • Neue Absatzmärkte im staatlichen Sektor sollen die Zukunft nun sichern
  • Aktuell verhandelt der Kamerahersteller über neue Kredite mit Banken
  • Das Unternehmen prüft strategische Optionen wie einen Firmenverkauf

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