Apple zieht Auftrag ab: Varta muss Werk in Nördlingen schließen
Varta schließt im Herbst seine Produktionsstätte im bayerischen Nördlingen. Das Unternehmen verliert mit Apple seinen wichtigsten Kunden, der die dort gefertigten wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Knopfzellen künftig aus China beziehen will.
Die kleinen Energiespeicher werden in den kabellosen Kopfhörern AirPods des US-Konzerns Apple eingesetzt. Die Fertigungslinie ist im Laufe der Jahre stark auf dieses Produkt zugeschnitten worden. Eine Umrüstung auf andere Batterietypen ist wirtschaftlich nicht tragbar. Für die kommende Generation der Kopfhörer wechselt der Abnehmer nun zu einem asiatischen Zulieferer.
Die CoinPower-Technologie galt lange als Wachstumsmotor des deutschen Batterieherstellers. Varta investierte stark in Forschung und Entwicklung der kompakten Lithium-Ionen-Zellen mit hoher Energiedichte. Zeitweise erreichte das Unternehmen damit eine dominante Stellung auf dem Markt für kabellose Kopfhörer. Mit dem Aufkommen günstigerer asiatischer Konkurrenten geriet das Geschäftsmodell jedoch zunehmend unter Druck.
Wie nun das Handelsblatt berichtet, läuft der bestehende Vertrag mit Apple Ende Oktober aus. Varta-Chef Michael Ostermann sagte, das Unternehmen sei für die neue Produktreihe nicht mehr berücksichtigt worden. Ein Insider gab zudem an, dass Varta mit den Zellen zuletzt auch kein Geld mehr verdient habe. Als Grund werde der schwache US-Dollar genannt.
Der Wechsel nach China entzieht dem Werk die Grundlage. Zwar konnte Varta zuletzt auch neue Kunden gewinnen, doch reichen deren Aufträge nicht aus. Sie können die Kapazitäten in Nördlingen nicht annähernd auslasten. Die Abhängigkeit von einem einzigen großen Abnehmer erweist sich damit als unlösbares Problem für den Standort.
Wie bewertet ihr die Verlagerung der Produktion nach China? Teilt uns eure Gedanken zu den Entwicklungen bei Varta gerne in den Kommentaren mit!
Siehe auch:
Produktions-Aus in Nördlingen
Rund 350 Arbeitsplätze am Standort und am Hauptsitz in Ellwangen fallen weg. Bislang fertigte Varta in Nördlingen fast ausschließlich die sogenannten CoinPower-Zellen.Die kleinen Energiespeicher werden in den kabellosen Kopfhörern AirPods des US-Konzerns Apple eingesetzt. Die Fertigungslinie ist im Laufe der Jahre stark auf dieses Produkt zugeschnitten worden. Eine Umrüstung auf andere Batterietypen ist wirtschaftlich nicht tragbar. Für die kommende Generation der Kopfhörer wechselt der Abnehmer nun zu einem asiatischen Zulieferer.
Die CoinPower-Technologie galt lange als Wachstumsmotor des deutschen Batterieherstellers. Varta investierte stark in Forschung und Entwicklung der kompakten Lithium-Ionen-Zellen mit hoher Energiedichte. Zeitweise erreichte das Unternehmen damit eine dominante Stellung auf dem Markt für kabellose Kopfhörer. Mit dem Aufkommen günstigerer asiatischer Konkurrenten geriet das Geschäftsmodell jedoch zunehmend unter Druck.
Wie nun das Handelsblatt berichtet, läuft der bestehende Vertrag mit Apple Ende Oktober aus. Varta-Chef Michael Ostermann sagte, das Unternehmen sei für die neue Produktreihe nicht mehr berücksichtigt worden. Ein Insider gab zudem an, dass Varta mit den Zellen zuletzt auch kein Geld mehr verdient habe. Als Grund werde der schwache US-Dollar genannt.
Abhängigkeit und Umstrukturierung
Der Verlust des Auftrags trifft das Unternehmen in einer ohnehin angespannten Phase. Erst im Juli des vergangenen Jahres meldete Varta ein Sanierungsverfahren nach dem Restrukturierungsgesetz an, um eine Insolvenz abzuwenden. Im Zuge der Neuaufstellung wurden die bisherigen Kleinaktionäre aus dem Unternehmen gedrängt. Die Anteile gingen an den Sportwagenbauer Porsche und den Unternehmer Michael Tojner.Der Wechsel nach China entzieht dem Werk die Grundlage. Zwar konnte Varta zuletzt auch neue Kunden gewinnen, doch reichen deren Aufträge nicht aus. Sie können die Kapazitäten in Nördlingen nicht annähernd auslasten. Die Abhängigkeit von einem einzigen großen Abnehmer erweist sich damit als unlösbares Problem für den Standort.
Folgen für die Region
Für die Region bedeutet die Schließung einen schweren Rückschlag. Die Stadt Nördlingen teilte mit, die Entwicklung bereite große Sorge, da Varta ein wichtiger lokaler Arbeitgeber sei.Wie bewertet ihr die Verlagerung der Produktion nach China? Teilt uns eure Gedanken zu den Entwicklungen bei Varta gerne in den Kommentaren mit!
Zusammenfassung
- Varta schließt Produktionsstätte in Nördlingen - Apple geht nach China
- Rund 350 Arbeitsplätze in Nördlingen und Ellwangen fallen weg
- Die CoinPower-Zellen für Airpods wurden fast ausschließlich dort gefertigt
- Asiatische Konkurrenz macht Varta zunehmend das Leben schwer
- Varta verlor wegen schwachem Dollar zuletzt Geld mit Apple-Aufträgen
- Der Standort Nördlingen verliert seine komplette Existenzgrundlage
- Geplanter Werksneubau in Löpsingen steht nun auf der Kippe
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