Ferrari erklärt, warum Autobauer Touch so lieben:
Weil es billig ist

Ferrari-Chef Benedetto Vigna bestätigt einen oft vermuteten Grund für den Trend zu Touchscreens im Auto: Die Bedienfelder sind in der Produktion viel günstiger als echte Tasten. Der italienische Sport­wagenbauer kehrt nun dennoch zu haptischen Knöpfen zurück.
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Ferrari

Touchscreens sparen Produktionskosten

Automobilhersteller setzen im Cockpit zunehmend auf berührungsempfindliche Bildschirme anstelle von physischen Knöpfen (auch wenn sich der Trend zuletzt wieder umkehrt). Oft vermarkten die Unternehmen das als minimalistisches Design. Nun bestätigt Ferrari-CEO Benedetto Vigna offen einen wirtschaftlichen Grund für den branchenweiten Trend. Die Produktion von kapazitiven Touch-Elementen kostet 50 Prozent weniger als die Fertigung herkömmlicher Tasten. Für einen Volumenhersteller kann das Einsparungen von über 200 Dollar (etwa 174 Euro) pro Fahrzeug bedeuten.

Trotz des enormen Einsparpotenzials geht der italienische Edelhersteller einen anderen Weg. Der Sportwagenbauer hat entschieden, in künftigen Modellen wieder verstärkt auf physische Tasten zu setzen. Laut Vigna habe man kein Problem mit elektronischen Konsumgütern, die gleich aussehen, aber man wolle nicht mit Autos herumfahren, die alle gleich aussehen. Man müsse etwas Einzigartiges schaffen.

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In einem Interview mit Autocar India erklärte der Unternehmenschef die Philosophie hinter der Entscheidung. Ferrari lege Wert auf ein sicheres Fahrerlebnis, so Vigna, und im Zuge dessen arbeiten die Ingenieure in Maranello intensiv daran, das Cockpit so intuitiv wie möglich zu gestalten.

Auch Ferrari nutzt(e) Touch

In der Vergangenheit war das Lenkrad eines Ferrari stark von der Formel 1 inspiriert. Modelle wie der Enzo Ferrari aus dem Jahr 2002 führten das Konzept ein, fast alle wichtigen Bedienelemente direkt am Lenkrad zu platzieren. Spätere Fahrzeuge wie der Ferrari Roma integrierten hingegen großflächige Touch-Flächen. Das führte bei vielen Kunden zu Kritik. Ferrari LuceDer Infotainment-Bildschirm des Ferrari Luce mit seinen physischen Buttons Auch Organisationen wie Euro NCAP beobachten die Touchscreen-Entwicklung kritisch. Ab dem Jahr 2026 fordern die Crashtest-Experten für eine Fünf-Sterne-Sicherheitsbewertung wieder physische Bedienelemente für grundlegende Funktionen. Dazu gehören Blinker, Warnblinkanlage und Scheibenwischer.

Der Verzicht auf glatte Oberflächen bedeutet jedoch nicht, dass Bildschirme komplett verschwinden. Instrumentenanzeigen bleiben digital, da sie komplexe Informationen flexibel darstellen. Die Bedienung essenzieller Fahrzeugfunktionen soll jedoch wieder greifbar werden. Das zeigt, dass Ergonomie und Sicherheit im Hochpreissegment wichtiger bewertet werden als die Reduzierung der Produktionskosten um jeden Preis.

Wie steht ihr zu Touchscreens im Auto? Bevorzugt ihr moderne Displays oder wünscht ihr euch echte Knöpfe zurück? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Ferrari-Chef Vigna nennt den wahren Grund für Touchscreens im Auto
  • Touchscreens kosten in der Produktion 50 Prozent weniger als Tasten
  • Volumenhersteller sparen über 200 Dollar pro Fahrzeug damit ein
  • Ferrari kehrt bei künftigen Modellen zu physischen Knöpfen zurück
  • Vigna betont den Wunsch nach einzigartigem und intuitivem Design
  • Euro NCAP fordert ab 2026 physische Tasten für die Basisfunktionen
  • Digitale Anzeigen bleiben, doch essenzielle Bedienung wird haptisch

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