Micron zementiert die hohen Speicherpreise bereits bis 2030

Der US-Chiphersteller Micron profitiert aktuell enorm von den stark gestiegenen Speicherpreisen. Nun hat das Unternehmen mit langfristigen Lieferverträgen einen Weg gefunden, die hohen Gewinnmargen über Jahre hinweg abzusichern.
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Micron

Langzeit-Verträge mit hohen Margen

Wie Konzernchef Sanjay Mehrotra bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Geschäftsquartal erklärte, hat das Unternehmen bereits 16 sogenannte "Strategic Customer Agreements" (SCAs) mit wichtigen Kunden abgeschlossen. Die meisten dieser Vereinbarungen laufen von 2026 bis 2030.

Kern der Verträge sind feste Abnahmemengen sowie ein Preisrahmen mit Unter- und Obergrenzen. Die vereinbarte Preisuntergrenze soll Micron nach eigenen Angaben außergewöhnlich hohe Margen garantieren, die sogar über den bisherigen Spitzenwerten früherer Marktzyklen liegen. Gleichzeitig schützt die Preisobergrenze die Kunden vor weiteren drastischen Preissteigerungen am Speichermarkt, so dass die Abkommen keine einseitige Sache sind.


Nach Einschätzung Mehrotras sind die Kunden bereit, diese Bedingungen zu akzeptieren, weil sie auch in den kommenden Jahren mit einer angespannten Versorgungslage rechnen. Die Nachfrage nach Speicherchips für Rechenzentren, Künstliche Intelligenz und andere Anwendungen steige weiterhin schneller als das Angebot. Selbst für das Jahr 2028 sei noch nicht absehbar, wann die Produktionskapazitäten die Nachfrage vollständig decken könnten.

Der Micron-Chef verwies darauf, dass neue Speichertechnologien zunehmend komplex seien und der Bau entsprechender Fabriken immer mehr Zeit in Anspruch nehme. Selbst umfangreiche Investitionen in neue Produktionsanlagen würden deshalb nicht ausreichen, um den Markt kurzfristig zu entspannen. Besonders die Herstellung von Hochleistungsspeichern für KI-Anwendungen konkurriere mit der Produktion anderer DRAM- und NAND-Speicher um begrenzte Kapazitäten.

Bilanzen explodieren

Die neuen Verträge decken laut Micron rund 40 Prozent des zukünftigen Umsatzes ab. Damit bleibe ein Großteil der Produktion weiterhin für den freien Markt verfügbar, wo Preise individuell ausgehandelt werden können. Zusätzlich leisten die Kunden Vorauszahlungen, die dem Unternehmen bei der Finanzierung neuer Fabriken helfen sollen.

Die aktuellen Geschäftszahlen Microns fielen äußerst stark aus. Der Quartalsumsatz stieg auf 41,5 Milliarden Dollar und erreichte damit bereits den fünften Rekordwert in Folge. Der Nettogewinn belief sich auf 28,9 Milliarden Dollar. Für das laufende vierte Quartal stellt Micron sogar einen Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar sowie nochmals steigende Margen in Aussicht.

Zusammenfassung
  • Micron sichert durch neue Lieferverträge hohe Margen bis zum Jahr 2030
  • Sechzehn Kunden vereinbarten feste Mengen sowie definierte Preisrahmen
  • Hohe Nachfrage nach KI-Chips führt weiter zu angespannter Versorgung
  • Kunden zahlen Vorauszahlungen zur Finanzierung neuer Fabrikgebäude ein
  • Die neuen Verträge decken künftig rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes ab

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