Angebliche RAM-Preisabsprachen:
Kunden verklagen Samsung & Co.

Die Speicherhersteller Samsung, SK Hynix und Micron sehen sich in den USA mit einer Sammelklage konfrontiert. Kläger werfen den Unternehmen vor, die Preise für Arbeitsspeicher durch künstliche Verknappung in die Höhe getrieben zu haben.
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Samsung Semiconductor

Klage gegen Speicher-Giganten

14 US-Verbraucher und drei kleine PC-Händler haben am 25. Juni 2026 vor einem Bundesgericht in Kalifornien eine Sammelklage gegen Samsung, SK Hynix und Micron eingereicht. Die Kläger werfen den drei dominierenden Herstellern von Arbeitsspeicher vor, ein illegales Kartell gebildet zu haben. Ziel der Absprache sei es gewesen, die Produktionsmengen von herkömmlichem DRAM-Speicher gezielt zu drosseln, um die Marktpreise stark zu erhöhen.

Laut der Klageschrift stiegen die Preise für Endkunden in den vergangenen vier Jahren um rund 700 Prozent an. Die Kläger argumentieren, dass die Unternehmen den aktuellen Boom rund um Künstliche Intelligenz als Vorwand nutzen. Die Hersteller rechtfertigen die geringere Produktion von Standard-Speicherbausteinen offiziell mit der Umstellung auf den ertragreicheren High-Bandwidth Memory. Dieser gestapelte HBM-Speicher wird dringend für KI-Beschleuniger benötigt.


Wie Wccftech berichtet, fordern die Kläger nun weitreichenden Schadensersatz. Sollte das Gericht das Verfahren als offizielle Sammelklage zulassen, könnten die Strafzahlungen durch das US-Kartellrecht verdreifacht werden. Die Hersteller verweisen hingegen auf natürliche Marktdynamiken. Sie argumentieren, dass die Verknappung auf die extrem hohe Nachfrage aus dem KI-Sektor und nicht auf illegale Absprachen zurückzuführen sei.

Parallelen zur Vergangenheit

Die aktuelle juristische Auseinandersetzung ist nicht ohne Vorbilder: Bereits im Jahr 2005 wurden südkoreanische Speicherhersteller in den USA wegen Preisabsprachen verurteilt. Damals musste Samsung eine Strafe von 300 Millionen Dollar (etwa 264 Millionen Euro) zahlen. Auch SK Hynix, damals noch unter dem Namen Hynix Semiconductor, wurde mit einem millionenschweren Bußgeld belegt.

Der Ausgang des aktuellen Verfahrens bleibt abzuwarten. Branchenbeobachter betonen, dass die Verschiebung der Produktionskapazitäten hin zu KI-Speicher eine nachvollziehbare wirtschaftliche Entscheidung darstellt. Um den globalen Bedarf künftig besser decken zu können, bauen die beschuldigten Unternehmen derzeit neue Fabriken.

Bis diese neuen Produktionsstätten ans Netz gehen, bleibt der Markt für herkömmlichen Arbeitsspeicher wohl noch länger angespannt. Laut Marktanalysen dürften sich die Preise für Endanwender frühestens in zwei Jahren normalisieren.

Was meint ihr dazu? Glaubt ihr an ein Kartell der Speicherhersteller oder ist die Preisexplosion eine normale Folge des KI-Booms? Teilt eure Gedanken gerne mit uns in den Kommentaren!

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