LibreOffice wettert gegen Microsoft Excel-Einsatz bei der EU
Die Auseinandersetzung zwischen der Document Foundation und Microsoft bekommt eine neue Facette - diesmal gerät die Europäische Kommission ins Visier. EU-Kommission predigt digitale Souveränität - nutzt aber Excel-Formulare.
Der Hintergrund: Die Kommission hat Anfang März 2026 eine öffentliche Konsultation zu ihren Leitlinien für den Cyber Resilience Act gestartet. Wer Feedback geben möchte, muss dazu allerdings ein Excel-Dokument im Format .xlsx herunterladen, ausfüllen und wieder hochladen.
In ihrer Stellungnahme fordert die Stiftung die EU auf, "mit gutem Beispiel voranzugehen" und zusätzlich auch offene Dateiformate wie das Open Document Format (ODF) anzubieten. Idealerweise, so TDF, sollten Rückmeldungen nicht nur in Microsofts Excel, sondern auch in einem ODF-Tabellendokument oder über ein webbasiertes Formular möglich sein. Das würde nicht nur Anwendern von LibreOffice entgegenkommen, sondern auch der im Gesetz geforderten Interoperabilität gerecht werden.
Die Kritik fällt in eine Phase, in der die Document Foundation generell offensiver gegen Softwareabhängigkeiten auftritt. Erst vor wenigen Wochen hatte sie dem Anbieter OnlyOffice vorgeworfen, "falsche Open-Source-Versprechen" zu machen, weil die Software standardmäßig Microsofts Dateiformate verwende. Nun also die europäische Politik - und ein Appell, die eigenen Prinzipien auch im Kleingedruckten umzusetzen.
Was haltet ihr davon - sollte die EU wirklich mit gutem Beispiel vorangehen und ODF-Formate bereitstellen? Eure Meinung in den Kommentaren!
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Siehe auch:
- Document Foundation kritisiert die EU-Kommission in einem offenen Brief
- Konsultation zum Cyber Resilience Act erfordert Microsofts xlsx-Format
- Die Stiftung wirft der Kommission strukturelle Voreingenommenheit vor
- Forderung nach offenen Dateiformaten wie dem Open Document Format ODF
- Webbasierte Formulare oder ODF-Dokumente sollen alternativ möglich sein
- Die Stiftung hatte zuvor auch OnlyOffice wegen falscher Versprechen kritisiert
- Der CRA soll einheitliche Sicherheitsstandards für digitale Produkte schaffen
Öffentliche Diskussion um Excel
Ausgerechnet jene Institution, die mit dem Cyber Resilience Act (CRA) strengere Sicherheitsvorgaben und mehr digitale Souveränität in Europa fördern will, soll nach Ansicht der Stiftung selbst gegen die eigenen Prinzipien verstoßen haben.Der Hintergrund: Die Kommission hat Anfang März 2026 eine öffentliche Konsultation zu ihren Leitlinien für den Cyber Resilience Act gestartet. Wer Feedback geben möchte, muss dazu allerdings ein Excel-Dokument im Format .xlsx herunterladen, ausfüllen und wieder hochladen.
Liegt eine strukturelle Voreingenommenheit vor?
Für die Document Foundation, die hinter der freien Bürosoftware LibreOffice steht, ist das ein Unding. In einem offenen Brief wirft sie der Kommission eine "strukturelle Voreingenommenheit" vor - also eine unbewusste Bevorzugung proprietärer Software. Das Vorgehen widerspreche der jahrelangen Rhetorik der EU, die immer wieder offene Standards und Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern beschworen habe.In ihrer Stellungnahme fordert die Stiftung die EU auf, "mit gutem Beispiel voranzugehen" und zusätzlich auch offene Dateiformate wie das Open Document Format (ODF) anzubieten. Idealerweise, so TDF, sollten Rückmeldungen nicht nur in Microsofts Excel, sondern auch in einem ODF-Tabellendokument oder über ein webbasiertes Formular möglich sein. Das würde nicht nur Anwendern von LibreOffice entgegenkommen, sondern auch der im Gesetz geforderten Interoperabilität gerecht werden.
Die Kritik fällt in eine Phase, in der die Document Foundation generell offensiver gegen Softwareabhängigkeiten auftritt. Erst vor wenigen Wochen hatte sie dem Anbieter OnlyOffice vorgeworfen, "falsche Open-Source-Versprechen" zu machen, weil die Software standardmäßig Microsofts Dateiformate verwende. Nun also die europäische Politik - und ein Appell, die eigenen Prinzipien auch im Kleingedruckten umzusetzen.
Die Ironie
Der Cyber Resilience Act verpflichtet künftig Hersteller von nahezu allen digitalen Geräten und Anwendungen, einheitliche Sicherheits- und Update-Standards einzuhalten. Ziel ist es, Sicherheitslücken einzudämmen und EU-Bürger vor intransparenten technischen Abhängigkeiten zu schützen. Ironischerweise sieht gerade die Stiftung, die sich seit Jahren für diese Idee starkmacht, in der praktischen Umsetzung des Gesetzes ein Beispiel dafür, wie schwierig der Weg zur digitalen Unabhängigkeit in Europa noch ist.Was haltet ihr davon - sollte die EU wirklich mit gutem Beispiel vorangehen und ODF-Formate bereitstellen? Eure Meinung in den Kommentaren!
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Siehe auch:
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Nadine Juliana DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
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