LibreOffice Online kehrt zurück und Streit mit Collabora eskaliert

Die Document Foundation will LibreOffice Online wiederbeleben. Das Projekt lag seit 2022 auf Eis, doch nun gibt es Streit mit Collabora. Der langjährige Partner kritisiert die Pläne scharf und verweist auf seine eigene, bereits funktionierende Lösung.
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Streit um Open-Source-Comeback

Die Document Foundation (TDF) hat beschlossen, die Entwicklung von LibreOffice Online wieder aufzunehmen. Das Projekt, das als freie Alternative zu Google Docs und Microsoft 365 konzipiert war und ist, lag seit dem Jahr 2022 auf Eis. Doch die angekündigte Wiederbelebung verläuft alles andere als harmonisch. Zwischen der Stiftung und dem langjährigen Partner Collabora ist ein offener Konflikt über die strategische Ausrichtung und vergangene Finanzierungen entbrannt.

Eliane Domingos, die Vorsitzende der TDF, begründete den Neustart damit, dass frühere Entscheidungen zum Entwicklungsstopp unter einem Interessenkonflikt zustande gekommen seien. Das erklärte Ziel ist nun eine Online-Version "von der Community für die Community". Der Code, der vor vier Jahren eingefroren wurde, soll wieder für Beiträge geöffnet werden. Die Stiftung warnt jedoch davor, die Software produktiv einzusetzen, da sie zunächst umfassende Sicherheitsüberprüfungen durchlaufen muss.


Kritik an der Darstellung

Wie Neowin berichtet, stößt das Vorhaben bei Collabora auf Unverständnis und scharfe Kritik. Michael Meeks, Vorstandsmitglied der TDF und Manager bei Collabora, widersprach dieser Darstellung vehement. Er bezeichnete die Behauptung der TDF, sie habe das ursprüngliche Projekt substanziell finanziert, als schlichtweg falsch. Vielmehr habe Collabora Millionenbeträge investiert und die eigentliche Entwicklungsarbeit geleistet, während die TDF kaum finanzielle Mittel bereitgestellt habe.

Collabora hatte den Code in der Vergangenheit abgespalten und mit Collabora Online ein eigenes Produkt geschaffen, das auch kommerziellen Support bietet. Meeks stellt die Sinnhaftigkeit infrage, ein veraltetes Repository wiederzubeleben, wenn mit der Lösung von Collabora bereits eine funktionierende Open-Source-Variante existiert. Er sieht darin eine potenzielle Ressourcenverschwendung und verweist auf die Abwanderung vieler Entwickler in das kommerzielle Ökosystem, die bereits vor Jahren stattfand.

Technischer Hintergrund

Technisch plant die TDF keinen eigenen Cloud-Dienst. Nutzer müssen die Software auf eigenen Servern selbst hosten. Das Konzept unterscheidet sich grundlegend von Google Docs, da LibreOffice Online auf serverseitigem Rendering basiert. Der Server berechnet die Darstellung und sendet lediglich Bildkacheln an den Browser. Dies garantiert eine hohe Treue zum Desktop-Dokument, erfordert jedoch eine ständige Verbindung und potente Server-Hardware für eine flüssige Bedienung.

Die Geschichte webbasierter Lösungen reicht weit zurück. Bereits für StarOffice, den Vorläufer von LibreOffice, gab es Ende der Neunzigerjahre frühe Ansätze mit der Java-basierten Webtop-Technologie und später ActiveX-Komponenten. Spätere Versuche um das Jahr 2011 nutzten GTK 3, um die Oberfläche ähnlich einer Remotedesktop-Sitzung in den Browser zu streamen. Erst Collabora entwickelte schließlich die moderne Schnittstelle, die nun im Zentrum des Streits steht.

Was haltet ihr von dem offenen Schlagabtausch? Ist ein von der TDF gepflegtes LibreOffice Online notwendig oder reicht die Collabora-Lösung völlig aus? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare.

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Zusammenfassung
  • Die Document Foundation belebt LibreOffice Online nach Pause seit 2022 neu
  • Zwischen der Stiftung und Collabora ist ein offener Konflikt entbrannt
  • Collabora habe laut Meeks Millionenbeträge in die Entwicklung investiert
  • Die TDF plant keinen eigenen Cloud-Dienst, Nutzer müssen selbst hosten
  • Das serverseitige Rendering sendet nur Bildkacheln an den Webbrowser
  • Collabora bietet bereits eine funktionierende Open-Source-Variante an
  • Der eingefrorene Code muss erst umfassende Sicherheitsprüfungen bestehen

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