200 Millionen Euro: EU straft Temu wegen "illegaler Waren" ab

Der chinesische Händler Temu lockt mit billigen Preisen, doch die EU greift wegen gefährlicher Waren nun ein. Ein Bußgeld von 200 Millionen Euro trifft den Marktplatz hart. Der Konzern wehrt sich und hält den Beschluss für völlig unverhältnismäßig.
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EU straft Temu wegen unsicherer Waren ab

Die Europäische Union verhängt gegen den chinesischen Online-Marktplatz Temu eine Geldstrafe in Höhe von 200 Millionen Euro. Die EU-Kommission wirft dem Unternehmen vor, gegen das Gesetz über digitale Dienste verstoßen zu haben. Temu habe es versäumt, systematische Risiken durch illegale und gefährliche Produkte auf der Plattform angemessen zu bewerten und zu bekämpfen.

Vorausgegangen war eine Untersuchung, die im Oktober 2024 nach Beschwerden europäischer Verbraucherschutzorganisationen eingeleitet wurde. Testkäufe zeigten, dass viele auf Temu angebotene Ladegeräte elektrische Sicherheitstests nicht bestanden. Zudem wies Babyspielzeug erhebliche Sicherheitsmängel auf, darunter zu hohe Chemikalienwerte und verschluckbare Kleinteile, die eine Erstickungsgefahr darstellen.

Strenge Auflagen für den Händler

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, muss der Mutterkonzern PDD Holdings bis zum 28. August einen konkreten Aktionsplan vorlegen. In dem Dokument soll detailliert dargelegt werden, wie der Händler die festgestellten Mängel beheben will bzw. wie er dafür sorgt, dass sich das nicht wiederholt. Die Kommission hat anschließend zwei Monate Zeit, um die vorgeschlagenen Maßnahmen zu prüfen.


Die Behörde kritisierte zudem, dass Temu nicht ausreichend geprüft habe, wie eigene Empfehlungsalgorithmen und Werbeprogramme durch Influencer den Verkauf illegaler Waren fördern. Sollte der Händler die Vorgaben weiterhin ignorieren, drohen zusätzliche Zwangsgelder. Das Gesetz sieht bei schwerwiegenden Verstößen Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor.

Für die Europäische Union ist das Vorgehen gegen Temu ein Testfall für das neue Digitalgesetz. Es ist erst die zweite Strafe der Art, nachdem zuvor das soziale Netzwerk X wegen mangelnder Transparenz sanktioniert wurde. EU-Technologiekommissarin Henna Virkkunen betonte, dass die Entscheidung eine Warnung an andere Marktteilnehmer sei.

Temu kritisiert die Entscheidung

Das Unternehmen wehrt sich gegen die Vorwürfe und bezeichnet die Strafe als unverhältnismäßig. Ein Sprecher erklärte, dass sich die Entscheidung auf eine erste Prüfung aus dem Jahr 2024 beziehe und nicht den aktuellen Stand der internen Kontrollsysteme widerspiegele. Temu betonte, man habe die Risikobewertung und den Nutzerschutz in der Zwischenzeit verstärkt.

Dennoch kündigte der Marktplatz an, weiterhin konstruktiv mit den Regulierungsbehörden zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig prüft das Unternehmen rechtliche Optionen, um gegen den Beschluss vorzugehen. Zukünftige Untersuchungen sollen zudem klären, ob das Design der App ein Suchtverhalten bei Verbrauchern auslöst und ob Forscher ausreichend Zugang zu Plattformdaten erhalten.

Kauft ihr noch bei Plattformen wie Temu ein oder schrecken euch solche Sicherheitsmängel ab? Teilt eure Erfahrungen und Meinungen zu dem Thema gerne mit uns in den Kommentaren!

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