China-Autos: Verfassungsschutz fürchtet Datenabfluss und Sabotage

Moderne E-Autos sind rollende Computer. Doch was, wenn der Her­stel­ler aus China kommt? Experten warnen vor Hintertüren und Da­ten­diebstahl. Die Rechtslage im Reich der Mitte zwingt Firmen zur Kooperation - was das für Käufer bedeutet.
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Angriffsfläche durch WLAN und Mobilfunk

Die Vernetzung moderner Fahrzeuge bringt erhebliche Sicherheitsrisiken mit sich. Schnittstellen wie WLAN, Bluetooth und mobile Datenverbindungen (5G/LTE) machen Autos anfällig für Cyberangriffe. Unbefugte könnten auf Fahrzeugsysteme zugreifen, Bewegungsprofile erstellen, Innenraummikrofone oder Kameras auslesen und im Extremfall sicherheitsrelevante Funktionen wie Bremsen oder Lenkung beeinflussen.

Dass solche Angriffe technisch möglich sind, ist seit Jahren bekannt. Bereits 2015 gelang es den Sicherheitsforschern Charlie Miller und Chris Valasek, einen Jeep Cherokee über das Infotainmentsystem aus der Ferne zu steuern und während der Fahrt anzuhalten. Auch neuere Fahrzeuge sind betroffen: Auf der Sicherheitskonferenz Pwn2Own 2023 verschafften sich Hacker innerhalb weniger Minuten Zugriff auf ein Tesla Model 3.


Verfassungsschutz warnt vor China-Autos

Vor diesem Hintergrund warnt das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) nun vor Sicherheitsrisiken bei Elektrofahrzeugen chinesischer Hersteller. Die Behörde sieht die Gefahr, dass die verbaute Kommunikationstechnik für Spionagezwecke genutzt werden könnte. Daten würden teils über Server übertragen, die im Einflussbereich chinesischer Behörden liegen.

Zudem weist das BfV darauf hin, dass in China die Trennung zwischen ziviler und staatlicher Nutzung häufig verschwimmt. Als rechtliche Grundlage nennt die Behörde das chinesische Nationale Geheimdienstgesetz von 2017. Es verpflichtet Unternehmen und Bürger zur Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten. Wie das Handelsblatt berichtet, können sich Unternehmen einer Datenherausgabe kaum entziehen.

Ein Urteil des US Supreme Court vom Januar 2025 bestätigte, dass chinesische Konzerne auf Anordnung auch auf im Ausland gespeicherte Daten zugreifen müssen.

Konkreter Vorfall in Oslo dokumentiert

Ein Fall aus Norwegen unterstreicht die Bedenken. Der Verkehrsbetreiber Ruter entdeckte bei Tests von Elektrobussen des chinesischen Herstellers Yutong digitale Zugriffsmöglichkeiten für den Hersteller. Über das Mobilfunkmodul war ein Zugriff auf das Batteriemanagementsystem möglich. Die Verantwortlichen entfernten daraufhin die chinesischen SIM-Karten und sicherten die Systeme mit Firewalls ab.

Das BfV betont, dass bislang keine Spionage über private Pkw nachgewiesen sei. Fachleute verweisen jedoch auf eine latente Bedrohung durch die Kombination aus technischer Zugriffsmöglichkeit und rechtlichem Kooperationszwang.

Wie bewertet ihr das Risiko bei chinesischen Herstellern? Würdet ihr euch aus Sicherheitsgründen gegen einen Kauf entscheiden? Wir freuen uns auf eure Meinung in den Kommentaren.

Wie gefährlich sind China-E-Autos?
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) warnt davor, dass Angreifer prinzipiell unerlaubten Zugriff auf die Internetschnittstellen der Fahrzeuge erlangen könnten. Dies betrifft nicht nur Fahrdaten und Telemetrie, sondern möglicherweise auch Aufzeichnungen aus dem Innenraum.

Es besteht das Risiko, dass die gesammelten Daten zur Schulung von KI-Systemen oder für Gesichtserkennungssoftware genutzt werden. Allerdings betont das BfV auch, dass aktuell keine konkreten Erkenntnisse zu tatsächlicher Spionage durch verbaute Technik vorliegen.
Kann mein Auto ferngesteuert werden?
Technisch ist dies ein reales Szenario. Laut BfV könnte im schlimmsten Fall die Kontrolle über das Fahrzeug erlangt werden. Dass dies bei vernetzten Autos möglich ist, zeigten Sicherheitsforscher bereits 2015 bei einem Jeep Cherokee, dessen Bremsen und Motor fernsteuerbar waren.

Ein aktueller Fall aus Skandinavien verdeutlicht das Risiko: Bei chinesischen Elektrobussen wurde festgestellt, dass der Hersteller theoretisch direkten Zugriff auf die Steuerung hat und die Fahrzeuge aus der Ferne stoppen könnte.
Müssen Hersteller Daten herausgeben?
Ja, die rechtliche Lage in China ist hier eindeutig. Artikel 7 des chinesischen Nationalen Geheimdienstgesetzes verpflichtet alle Organisationen und Bürger, mit den staatlichen Nachrichtendiensten zu kooperieren und diese zu unterstützen.

Rechtsexperten und der US Supreme Court bestätigen, dass es für chinesische Unternehmen faktisch unmöglich sei, sich solchen Anfragen zu widersetzen. Es fehlt an einer unabhängigen Justiz, die Unternehmen vor dem Zugriff der Kommunistischen Partei schützen könnte.
Welche Daten fließen nach China?
Neben klassischen Telemetriedaten (Zustand des Fahrzeugs) sind vor allem Sensor- und Umfelddaten von Interesse. Das BSI warnt, dass moderne Fahrzeuge technisch in der Lage sind, Ortsdaten, Kamerabilder und Töne aufzuzeichnen und zu übermitteln.

Für den Endanwender ist dieser Datenabfluss oft intransparent. Da die Verarbeitung häufig auf Servern im Ausland stattfindet, lässt sich kaum überprüfen, ob die Informationen nur für Zusatzdienste oder auch für staatliche Zwecke verwendet werden.
Sind Tesla oder deutsche Autos sicherer?
Nicht unbedingt technisch, aber rechtlich. Auch westliche Hersteller wie Tesla hatten in der Vergangenheit massive Sicherheitslücken; so wurde ein Model 3 auf einer Hacker-Konferenz in unter zwei Minuten geknackt. Zudem teilten Tesla-Mitarbeiter intern private Kameravideos.

Der entscheidende Unterschied liegt im staatlichen Zugriff: Während in China eine gesetzliche Kooperationspflicht mit Geheimdiensten besteht, unterliegen westliche Hersteller in der Regel einer unabhängigen gerichtlichen Kontrolle und Datenschutzgesetzen wie der DSGVO.
Wie kann ich mich als Nutzer schützen?
Für den einzelnen IT-Profi oder Endanwender ist der Schutz schwierig, da die Vernetzung tief in der Fahrzeugarchitektur verankert ist. Das Entfernen von SIM-Karten, wie bei den Bussen in Oslo, ist bei privaten PKWs meist nicht praktikabel, da dies Updates und Funktionen deaktiviert.

Es wird empfohlen, bei der Anschaffung genau zu prüfen, wie transparent der Hersteller mit Daten umgeht. Im Zweifel rät die Politik, besonders bei sicherheitskritischen Anwendungen auf heimische Anbieter zu setzen, um die technologische Souveränität zu wahren.
Droht ein Verbot dieser Fahrzeuge?
Aktuell gibt es kein generelles Verbot. Die Politik diskutiert jedoch Maßnahmen für sensible Bereiche. So könnten Nutzungseinschränkungen für Standorte der Bundeswehr oder Polizei eingeführt werden, um Spionage zu verhindern.

Sollte es zu "gravierenden, bestätigten Vorfällen" kommen, hält die SPD-Bundestagsfraktion es für denkbar, die Zulassung bestimmter Hersteller oder Modelle im deutschen Straßenverkehr künftig zu untersagen.
Zusammenfassung
  • Digitalisierte Fahrzeuge bieten Angriffsfläche für Cyberangriffe
  • Hacker können Fahrzeugsysteme fernsteuern und Insassen gefährden
  • Bundesamt für Verfassungsschutz warnt vor chinesischen E-Autos
  • Chinesisches Geheimdienstgesetz verpflichtet Firmen zur Kooperation
  • Norwegische Verkehrsbetriebe entdeckten chinesische Fernzugriffspfade
  • Kombination aus Backdoors und rechtlichem Zwang schafft Bedrohungslage

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