Autopilot & FSD: Tesla will Veröffentlichung von Crash-Daten verhindern

Tesla möchte verhindern, dass Unfalldaten seiner Fahr­assistenz­sys­teme öffentlich werden. Der Elektroautohersteller fürchtet wirt­schaft­li­che Schäden, während eine Zeitung auf Transparenz klagt. Die NHTSA sitzt zwischen den Stühlen.
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Tesla will Unfalldaten unter Verschluss halten

Tesla kämpft dieser Tage vor Gericht darum, dass bestimmte Unfalldaten seiner Fahrassistenzsysteme nicht öffentlich gemacht werden. Der Elektroautobauer hat einen Antrag gestellt, um zu verhindern, dass die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) Details zu Unfällen mit Tesla-Fahrzeugen herausgibt. Der Autohersteller argumentiert, dass die Veröffentlichung dieser Informationen dem Unternehmen wirtschaftlichen Schaden zufügen könnte - allerdings aus anderen Gründen als mancher annehmen könnte.

Hintergrund ist eine Klage der Washington Post gegen die NHTSA, in der die Zeitung die Herausgabe von Daten zu Unfällen fordert, bei denen Teslas ADAS-Assistenzsysteme aktiviert waren, also Autopilot and Full Self-Driving. Tesla befürchtet hier aber nicht etwa Image-Schäden, sondern in erster Linie, dass Wettbewerber diese Informationen nutzen könnten, um Einblicke in die Funktionsweise der Tesla-Technologie zu erhalten und daraus Vorteile für ihre eigenen Systeme zu ziehen.

Konkurrenten könnten von Daten profitieren

Wie Reuters berichtet (via Electrek), argumentiert Tesla in Gerichtsdokumenten, dass die Offenlegung von Hardware- und Software-Versionen der Unfallfahrzeuge besonders problematisch sei. Konkurrenten könnten dadurch die Wirksamkeit bestimmter Versionen bewerten und die Anzahl der Unfälle pro System berechnen. Eddie Gates, Director for Field Reliability Engineering bei Tesla, meinte in einer in den Gerichtsdokumenten zitierten Aussage, dass Mitbewerber auf diese Weise Rückschlüsse auf Teslas Fortschritte bei Fahrassistenzsystemen ziehen könnten.

Die NHTSA sammelt seit Juli 2021 systematisch Daten zu Unfällen mit Fahrassistenzsystemen der Stufe 2. Diese Systeme können sowohl die Geschwindigkeit als auch die Lenkung kontrollieren, erfordern aber weiterhin die Aufmerksamkeit des Fahrers. Die Behörde führte diese Meldepflicht ein, nachdem mehrere schwere Unfälle mit Tesla-Fahrzeugen für Aufsehen gesorgt hatten.

Streit um Geheimhaltung

Die Washington Post hält dagegen, dass die Versionsinformationen nicht geheim gehalten werden können, da Tesla-Fahrer selbst über das Infotainmentsystem ihrer Fahrzeuge darauf zugreifen können. Die Zeitung fordert neben Informationen zu den verwendeten Technologien auch Details zu den Unfallorten und -umständen. Tesla hingegen möchte, dass Angaben zu Straßenbedingungen und Fahrerverhalten vertraulich bleiben.


Tesla steht unter besonderer Beobachtung, da das Unternehmen die überwiegende Mehrheit der an die NHTSA gemeldeten Unfälle mit Fahrassistenzsystemen verzeichnet. Von 2359 seit 2021 gemeldeten Unfällen mit Level-2-Assistenzsystemen entfielen 2030 auf Tesla-Fahrzeuge. Diese hohe Zahl erklärt sich aber wohlgemerkt teilweise durch Teslas Marktführerschaft bei Fahrassistenzsystemen und auch die umfassende Datensammlung des Unternehmens.

Neue Melderegeln entlasten Tesla

Unterdessen hat die US-Regierung die Vorgaben für die Meldepflicht von Unfällen mit Fahrassistenzsystemen gelockert. Künftig müssen Vorfälle, bei denen ein Fahrzeug abgeschleppt werden musste, aber keine Personen verletzt wurden und keine Airbags auslösten, nicht mehr an die NHTSA gemeldet werden. Von dieser Änderung profitiert vor allem Tesla, da viele der gemeldeten Unfälle in diese Kategorie fielen.

Was meint ihr: Sollten Unfalldaten von Fahrassistenzsystemen öffentlich zugänglich sein oder hat Tesla recht, diese unter Verschluss zu halten? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Tesla will vor Gericht die Veröffentlichung von Unfalldaten verhindern
  • Hauptsorge sind nicht Imageschäden, sondern Wettbewerbsvorteile für Konkurrenz
  • Washington Post klagt gegen NHTSA für mehr Transparenz bei Unfalldetails
  • Von 2359 gemeldeten Unfällen mit Assistenzsystemen entfielen 2030 auf Tesla
  • US-Regierung lockert Meldepflicht für Unfälle ohne Personenschäden
  • Tesla behauptet, Konkurrenten könnten Einblicke in ihre Technologie erhalten

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