Rechenzentren als Angriffsziel:
Microsoft fordert Schutz 'ziviler' Infrastruktur
Microsoft hat sich für einen stärkeren Schutz von Rechenzentren ausgesprochen. Weil sich in den letzten Wochen mehrfach gezeigt habe, dass die Server-Farmen zu Angriffszielen in kriegerischen Konflikten werden können, müsse man auch in ihren Schutz investieren, so Microsoft-President Brad Smith.
"Im Jahr 2022 gab es eine Debatte, die sich damals vor allem auf die Cyber-Dimension konzentrierte, was meiner Meinung nach, nach wie vor von Bedeutung ist", erklärte Smith gegenüber Nikkei Asia in einem Interview während eines Aufenthalts in Japan in der letzten Woche.
"Darüber hinaus haben wir im letzten Monat zum ersten Mal erlebt, dass Drohnen und Raketen gegen Rechenzentren eingesetzt wurden", sagte er. "Ich denke, das wirft wichtige Fragen auf", die diskutiert werden müssen. "Rechenzentren sind Teil der zivilen Infrastruktur", fuhr Smith fort. "Meiner Ansicht nach braucht es strenge internationale Regeln, um den Schutz der zivilen Infrastruktur zu fördern."
Microsoft baut derzeit mit gigantischem Aufwand neue Rechenzentren in vielen Ländern auf. 2025 hatte man angekündigt, die Zahl der eigenen Einrichtungen dieser Art innerhalb von zwei Jahren verdoppeln zu wollen. Smith erklärte, die Redmonder hielten an diesem Plan fest, schließlich gebe es nach wie vor eine hohe Nachfrage, die die aktuellen Kapazitäten übertrifft.
Noch sei es zu früh, um die Auswirkungen des Kriegs gegen den Iran auf den Ausbau der KI-Kapazitäten im Mittleren Osten und weltweit abzuschätzen. Zuvor waren bereits mehrere Amazon-Datenzentren von Drohnen getroffen worden, und der Iran erklärte Cloud-Infrastruktur zu Angriffszielen. Mit Blick auf die infolge des Baus neuer Rechenzentren steigenden Energiekosten für normale Bürger erklärte Smith, dass man als Unternehmen darauf angewiesen sei, seine "soziale Lizenz" zum weiteren Ausbau der Kapazitäten zu wahren.
"Meiner Meinung nach können wir das nur erreichen, wenn wir weiterhin - wie bisher - in die Zusammenarbeit mit lokalen Energieversorgern investieren und unseren Beitrag leisten, damit wir sicherstellen, dass unsere Rechenzentren nicht zu einer Erhöhung der Strompreise für andere führen," so Smith. Diesen Ansatz verfolgt Microsoft nicht nur in den USA, sondern auch in anderen Ländern wie Japan, sagte er weiter.
Siehe auch:
Smith sieht Rechenzentren als 'zivile Infrastruktur'
Brad Smith, der bei Microsoft als eine Art Cheflobbyist den Kontakt zu Behörden und Regierungen in aller Welt pflegt, hat sich für einen besseren Schutz von Rechenzentren ausgesprochen. Man habe sich bisher vor allem auf den Bereich der Cybersicherheit konzentriert, müsse nun aber auch über den Schutz der physischen Infrastruktur der Rechenzentren nachdenken, so Smith."Im Jahr 2022 gab es eine Debatte, die sich damals vor allem auf die Cyber-Dimension konzentrierte, was meiner Meinung nach, nach wie vor von Bedeutung ist", erklärte Smith gegenüber Nikkei Asia in einem Interview während eines Aufenthalts in Japan in der letzten Woche.
"Darüber hinaus haben wir im letzten Monat zum ersten Mal erlebt, dass Drohnen und Raketen gegen Rechenzentren eingesetzt wurden", sagte er. "Ich denke, das wirft wichtige Fragen auf", die diskutiert werden müssen. "Rechenzentren sind Teil der zivilen Infrastruktur", fuhr Smith fort. "Meiner Ansicht nach braucht es strenge internationale Regeln, um den Schutz der zivilen Infrastruktur zu fördern."
Offen ist, wie Smith Rechenzentren schützen lassen will
"Dies wird im Laufe der Zeit Auswirkungen auf die Planung und den Bau von Rechenzentren haben, und diese werden möglicherweise nicht überall gleich sein." "Ich glaube, dass wir infolge des Krieges im Nahen Osten eine engere Zusammenarbeit [mit den Regierungen] erleben werden", sagte Smith. Konkrete Details zur Art des möglichen Schutzes von Rechenzentren, die mittlerweile zunehmend auch dem Betrieb von KI-Anwendungen dienen, nannte der Microsoft-Manager zunächst nicht.Microsoft baut derzeit mit gigantischem Aufwand neue Rechenzentren in vielen Ländern auf. 2025 hatte man angekündigt, die Zahl der eigenen Einrichtungen dieser Art innerhalb von zwei Jahren verdoppeln zu wollen. Smith erklärte, die Redmonder hielten an diesem Plan fest, schließlich gebe es nach wie vor eine hohe Nachfrage, die die aktuellen Kapazitäten übertrifft.
Noch sei es zu früh, um die Auswirkungen des Kriegs gegen den Iran auf den Ausbau der KI-Kapazitäten im Mittleren Osten und weltweit abzuschätzen. Zuvor waren bereits mehrere Amazon-Datenzentren von Drohnen getroffen worden, und der Iran erklärte Cloud-Infrastruktur zu Angriffszielen. Mit Blick auf die infolge des Baus neuer Rechenzentren steigenden Energiekosten für normale Bürger erklärte Smith, dass man als Unternehmen darauf angewiesen sei, seine "soziale Lizenz" zum weiteren Ausbau der Kapazitäten zu wahren.
"Meiner Meinung nach können wir das nur erreichen, wenn wir weiterhin - wie bisher - in die Zusammenarbeit mit lokalen Energieversorgern investieren und unseren Beitrag leisten, damit wir sicherstellen, dass unsere Rechenzentren nicht zu einer Erhöhung der Strompreise für andere führen," so Smith. Diesen Ansatz verfolgt Microsoft nicht nur in den USA, sondern auch in anderen Ländern wie Japan, sagte er weiter.
Zusammenfassung
- Microsoft fordert besseren Schutz von Rechenzentren weltweit
- Brad Smith warnt vor physischen Angriffen auf die Serverfarmen
- Drohnen und Raketen wurden erstmals gegen Rechenzentren eingesetzt
- Smith sieht Rechenzentren als Teil der zivilen Infrastruktur an
- Internationale Regeln zum Schutz ziviler Infrastruktur gefordert
- Microsoft plant die Verdopplung seiner Rechenzentren in zwei Jahren
- Steigende Energiekosten durch Rechenzentren sollen vermieden werden
Siehe auch:
- Microsoft: Foxconn-Werk wird das 'weltweit stärkste' KI-Rechenzentrum
- Microsoft als Helfer Israels: Rechenzentrum in den Niederlanden besetzt
- Microsofts Idee für Untersee-Rechenzentren lebt in China groß weiter
- Jetzt auch USA: Microsoft streicht Pläne für weitere Rechenzentren
- Microsoft stoppt den Bau mehrerer neuer Rechenzentren in aller Welt
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