Microsoft als Helfer Israels:
Rechenzentrum in den Niederlanden besetzt

Aktivisten haben ein Rechenzentrum des US-Softwarekonzerns Microsoft in den Niederlanden besetzt. Sie protestieren damit gegen die Verwendung von Microsofts Azure-Cloud zur Speicherung gigantischer Datenmengen durch das Militär Israels.
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Microsoft

Protest auf dem Dach eines Microsoft-Rechenzentrums

Microsoft wird immer wieder, auch intern, als "Gehilfe in Israels Genozid an Palästinensern" kritisiert. Nachdem jüngst bekannt wurde, dass offenbar eine Überwachungseinheit des israelischen Militärs namens "Unit 8200" eine gigantische Zahl von heimlich mitgeschnittenen Telefonaten von Palästinensern auf Servern von Microsoft Azure speichert, gab es in den Niederlanden jetzt eine Besetzung eines Rechenzentrums von Microsoft.

Laut der britischen Zeitung The Guardian besetzten Mitglieder einer Aktivistengruppe mit dem Namen "Geef Tegengas" (Gegensteuern) das Dach des Rechenzentrums von Microsoft in dem Ort Middemeer. Außerdem gab es eine Sitzblockade vor einer Zufahrt zu der riesigen Anlage im Nordwesten des Landes. Auf dem Dach wurden unter anderem Rauchfackeln gezündet.

11.500 Terabyte an aufgezeichneten Telefonaten auf Azure-Servern?

Die Gruppe begründet ihre Aktion mit der zuvor erfolgten Enthüllung, dass Israels Unit 8200 etwa 200 Millionen Stunden von aufgezeichneten Telefonaten von Palästinensern auf Microsoft-Servern in den Niederlanden und in Irland abgelegt haben soll. Insgesamt sollen bis Juli 2025 etwa 11.500 Terabyte an Audiodateien auf speziell abgeschirmten Azure-Servern gelandet sein.

Microsoft hat die Zusammenarbeit mit der israelischen Überwachungseinheit Unit 8200 bestätigt, erklärte aber, dass man keine Informationen darüber besitze, welcher Art die von Israels Militär auf den Azure-Servern gespeicherten Daten sind. Die israelische Armee erklärte dazu, dass man sich bei der Kooperation mit Microsoft im Rahmen internationalen Rechts bewege.

Ob aktuell weiterhin großen Datenmengen von Israels Militär auf Microsoft-Servern liegen, ist unklar, aber durchaus wahrscheinlich. Unit 8200 soll bereits seit 2021 Daten in der Azure-Cloud speichern, wobei dafür eine "abgeschottete Umgebung mit nahezu grenzenlosem Speicherplatz" zur Verfügung stellen soll. Die eigenen Serverkapazitäten der israelischen Armee würden nicht ausreichen, hieß es weiter.

Die Gruppe "Geef Tegengas" fordert ein Ende der Kooperation von Microsoft und der Armee Israels. Man forderte die Mitarbeiter des Rechenzentrums auf, ihre Arbeit niederzulegen, bis alle Daten israelischer Militärgeheimdienste von den Servern entfernt wurden. Israel führt derzeit mit riesigem Aufwand Krieg gegen die Palästinenser im Gaza-Streifen und hatte zuletzt angekündigt, das Gebiet bald vollständig besetzen zu wollen.

Zusammenfassung
  • Aktivisten besetzten ein Microsoft-Rechenzentrum in den Niederlanden
  • Der Protest richtet sich gegen Speicherung von Daten des israelischen Militärs
  • Israelische Einheit 'Unit 8200' speichert große Mengen abgehörter Gespräche
  • Microsoft bestätigt Zusammenarbeit, verneint aber Kenntnis über Dateninhalt
  • Aktivisten fordern Ende der Kooperation zwischen Microsoft und Israel
  • Gruppe 'Geef Tegengas' fordert Mitarbeiter zum Arbeitsstreik auf
  • Laut Berichten wurden 11500 Terabyte Audiodaten auf Azure-Servern gespeichert

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