Schweizer Armee verbannt Microsoft für deutsche OpenDesk-Lösung
Cloud-Zwang, Spionagegefahr und drohender Kontrollverlust: Die Schweizer Armee hat genug von Microsoft und rüstet auf die deutsche Software OpenDesk um. Das Cyberkommando will sensible Daten unter keinen Umständen auf US-Servern ablegen.
Bislang speicherte das Militär sensible Daten in eigenen Rechenzentren. Microsoft verlagert Dienste wie E-Mail, Kalender und Videokonferenzen jedoch zunehmend in die Cloud. Aus Sicht der Armee entstehen dadurch Sicherheitsrisiken. Als möglicher Faktor gilt unter anderem der US-Cloud-Act, der Zugriff durch US-Behörden ermöglichen könnte.
Wie das Magazin Republik berichtet, sehen die Verantwortlichen zudem Risiken durch politischen Einfluss auf Tech-Konzerne. Als Beispiel werden deaktivierte Nutzerkonten im Umfeld von US-Sanktionen genannt. Auch möglichen Preissteigerungen will die Armee vorbeugen.
Grundlage ist ein seit 2024 geltendes Gesetz, das den Bund zur Offenlegung von Quellcode verpflichtet. Das Militär ist davon ausgenommen, folgt der Open-Source-Strategie jedoch freiwillig, um Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu vermeiden.
Die Armee beteiligt sich zudem aktiv an der Entwicklung. Unter dem Namen Swiss Defense Forces werden Beiträge auf Plattformen wie GitLab veröffentlicht, darunter Fehlerbehebungen und Vorschläge zur Kryptografie. Mit "Loom" entstand zudem eine eigene quelloffene Dokumentensuchmaschine.
Wie bewertet ihr den Wechsel der Schweizer Armee zu Open-Source-Software? Teilt eure Meinung und Erfahrungen mit OpenDesk gerne unten in den Kommentaren mit uns!
Siehe auch:
- Schweizer Cyberkommando wechselt von Microsoft zu Open-Source-Software
- Das Militär nutzt bis Oktober die souveräne Office-Alternative OpenDesk
- Microsofts Fokus auf die Cloud birgt aus Armeesicht Sicherheitsrisiken
- Schweizer Armee will Risiken durch US-Gesetze wie den Cloud Act meiden
- Das Militär beteiligt sich aktiv an der Open-Source-Entwicklung im Netz
- Der Wechsel ist Teil eines europaweiten Trends hin zu IT-Souveränität
Abschied von der Microsoft-Cloud
Das Cyberkommando der Schweizer Armee stellt seine IT um. Bis Oktober sollen Arbeitsplätze auf die Open-Source-Software OpenDesk umgestellt werden. Ziel ist es, die Abhängigkeit von US-Anbietern zu verringern und auf den wachsenden Cloud-Einsatz von Microsoft zu reagieren.Bislang speicherte das Militär sensible Daten in eigenen Rechenzentren. Microsoft verlagert Dienste wie E-Mail, Kalender und Videokonferenzen jedoch zunehmend in die Cloud. Aus Sicht der Armee entstehen dadurch Sicherheitsrisiken. Als möglicher Faktor gilt unter anderem der US-Cloud-Act, der Zugriff durch US-Behörden ermöglichen könnte.
Wie das Magazin Republik berichtet, sehen die Verantwortlichen zudem Risiken durch politischen Einfluss auf Tech-Konzerne. Als Beispiel werden deaktivierte Nutzerkonten im Umfeld von US-Sanktionen genannt. Auch möglichen Preissteigerungen will die Armee vorbeugen.
OpenDesk als souveräne Alternative
Die Wahl fiel auf OpenDesk, entwickelt vom Zentrum für Digitale Souveränität. Tests in der Verwaltung Zürich zeigten noch Schwächen, etwa bei Desktop-Anwendungen und Telefonie. Für das Cyberkommando spielen diese laut Bericht eine geringere Rolle, da die Software eigenständig betrieben und angepasst werden kann.Grundlage ist ein seit 2024 geltendes Gesetz, das den Bund zur Offenlegung von Quellcode verpflichtet. Das Militär ist davon ausgenommen, folgt der Open-Source-Strategie jedoch freiwillig, um Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu vermeiden.
Die Armee beteiligt sich zudem aktiv an der Entwicklung. Unter dem Namen Swiss Defense Forces werden Beiträge auf Plattformen wie GitLab veröffentlicht, darunter Fehlerbehebungen und Vorschläge zur Kryptografie. Mit "Loom" entstand zudem eine eigene quelloffene Dokumentensuchmaschine.
Ein europaweiter IT-Trend
Der Schritt steht im Kontext einer breiteren Entwicklung in Europa. Auch das österreichische Bundesheer setzt auf LibreOffice, die Bundeswehr hat Rahmenverträge für Open-Source-Lösungen geschlossen. Kommunen prüfen ebenfalls verstärkt Alternativen, um Kosten zu senken und unabhängiger zu werden.Wie bewertet ihr den Wechsel der Schweizer Armee zu Open-Source-Software? Teilt eure Meinung und Erfahrungen mit OpenDesk gerne unten in den Kommentaren mit uns!
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Nadine Juliana DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
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