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8 Mrd. Dollar später: GPS der US-Militärs funktioniert immer noch nicht

Nach über 15 Jahren Entwicklungszeit und stark gestiegenen Kosten steht ein wichtiges Software-Projekt für die moderne Satelliten­navigation vor dem Aus. Anhaltende technische Mängel zwingen das Militär zum Umdenken bei der Steuerung des Netzwerks.
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Militär prüft Ende von GPS-Projekt

Die US Space Force erwägt den vollständigen Abbruch des Software-Programms OCX, das auch als Next-Generation Operational Control System bekannt ist. Das vom Rüstungskonzern RTX entwickelte Bodensystem sollte ursprünglich die Steuerung der neuesten Satelliten der Generation GPS III übernehmen. Doch nach über 15 Jahren Entwicklungszeit und hohen Kostenüberschreitungen auf rund acht Milliarden Dollar (etwa 6,97 Milliarden Euro) prüfen Verantwortliche im Pentagon nun alternative Lösungswege für den künftigen Betrieb.

Ursache für die drohende Einstellung sind anhaltende technische Probleme bei der Umsetzung. Obwohl RTX im vergangenen Jahr eine erste Version der Software übergab, deckten anschließende Tests durch das Militär zahlreiche Mängel auf. Bei Versuchen mit echten Satelliten und Bodenantennen traten weitreichende Fehler in verschiedenen Subsystemen zutage. Die vollständige Behebung der erkannten Fehler erfordert laut Schätzungen deutlich mehr Zeit und finanzielle Mittel als ursprünglich geplant.


Rückgriff auf bewährte Systeme

Wie das Air & Space Forces Magazine berichtet, liegt die endgültige Entscheidung über den Fortbestand des Projekts nun beim Beschaffungschef des Pentagons. Ein Ende des Programms bliebe für zivile Endanwender jedoch ohne direkte Folgen im Alltag. Das US-Militär würde stattdessen die bestehende Architektur Architecture Evolution Plan weiter nutzen. Das ältere System wird derzeit von Lockheed Martin gewartet und in regelmäßigen Abständen aktualisiert.

Ein Abbruch hätte jedoch spürbare Nachteile für die vollständige Nutzung moderner Technologien im Verteidigungssektor. Die Satelliten der Baureihe GPS III bieten eine deutlich höhere Genauigkeit bei der Positionsbestimmung und sind besser gegen feindliche Störsignale geschützt. Besonders der militärische M-Code lässt sich ohne das neue Bodensystem nicht im vollen Umfang einsetzen. Entwickler müssten das alte System aufwendig aufrüsten, um alle neuen Funktionen zugänglich zu machen.

Die Schuld für die aktuelle Situation sehen zuständige Offizielle nicht nur beim Auftragnehmer RTX. Auch das Missmanagement aufseiten der Regierung sowie mangelhafte Systemtechnik in der Frühphase führten zu den deutlichen Verzögerungen. Die US Space Force hatte in der Vergangenheit bereits mit komplexen Rüstungsprojekten zu kämpfen. RTX betonte in einer offiziellen Stellungnahme, dass es sich um ein sehr komplexes Vorhaben handele und das Unternehmen weiterhin mit den Behörden zusammenarbeite. Ob der am heutigen 31. März 2026 auslaufende Vertrag verlängert wird, bleibt offen.

Wie bewertet ihr derart langwierige IT-Projekte im staatlichen Sektor? Teilt eure Erfahrungen zu dem Thema gerne mit uns in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • Die US Space Force erwägt den Abbruch des GPS-Softwareprojekts OCX
  • Entwicklungszeit betrug über 15 Jahre bei Kosten von rund acht Milliarden Dollar
  • Der Rüstungskonzern RTX entwickelte das Bodensystem für GPS-III-Satelliten
  • Tests des Militärs deckten zahlreiche technische Mängel in der Software auf
  • Zivile Endanwender wären von einem Projektabbruch nicht direkt betroffen
  • Ohne das neue System lässt sich der militärische M-Code nicht voll nutzen
  • Der am 31. März 2026 auslaufende Vertrag mit RTX wird möglicherweise enden

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