Hacker legen Daten von über 100.000 britischen Polizeibeamten offen

Ein großer Cyberangriff betrifft die britischen Strafverfolgungs­behörden. Hacker haben Zehntausende Kontaktdaten von Polizisten und Justizangestellten erbeutet und im Darknet veröffentlicht. Die genauen Hintergründe der Tat bleiben unklar.
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Cyberangriff auf britische Polizei

Am 26. Juli entdeckten IT-Spezialisten einen Sicherheitsvorfall bei den britischen Strafverfolgungsbehörden. Unbekannte drangen in die Systeme der Police National Legal Database (PNLD) ein und entwendeten Kontaktdaten von mehr als 100.000 Polizeibeamten und weiteren Fachkräften der Strafjustiz. Kurz darauf tauchten die Daten in kriminellen Foren im Darknet auf.

Die betroffene Datenbank dient seit mehr als 30 Jahren als Rechtsinformations­quelle für 43 Polizeibehörden in England und Wales sowie die britische Bahnpolizei.


Betroffen sind auch Regierungspartner und externe Kunden. Die Erpressergruppe ExfilSquad bekannte sich zu der Tat und behauptet, 135.000 Datensätze mit einem Volumen von knapp zwei Gigabyte kopiert zu haben.

Umfang des großen Datenlecks

Wie der Betreiber in einer Stellungnahme via PNLD bestätigte, umfassen die gestohlenen Informationen die vollständigen Namen der Beamten, die zugehörigen Organisationen und dienstliche E-Mail-Adressen.

Passwörter oder andere kritische Sicherheitszertifikate seien nach aktuellem Stand nicht kompromittiert worden. Das System enthalte zudem keine vertraulichen Akten über Opfer, Zeugen oder Straftäter.

Neben dem internen Behördennetzwerk betreibt der Dienst das öffentliche Portal Ask the Police, das Bürgern Antworten auf rechtliche Alltagsfragen liefert. Auch hier griffen die Angreifer zu. Sie erbeuteten Namen und E-Mail-Adressen von rund 21.000 Nutzern, die in der Vergangenheit Anfragen über die Plattform eingereicht hatten.

Ermittlungen der Behörden laufen

Derzeit untersuchen spezialisierte Sicherheitsfirmen gemeinsam mit der National Crime Agency den Tathergang. Die Behörden informierten alle betroffenen Organisationen sowie die britische Datenschutzbehörde über den Vorfall. Unklar bleibt, wie die Angreifer die Sicherheitsvorkehrungen überwinden konnten. ExfilSquad forderte ein Lösegeld, um die restlichen Daten unter Verschluss zu halten. Infografik: Wo politische Cyberattacken ihren Ursprung habenWo politische Cyberattacken ihren Ursprung haben Um den Druck zu erhöhen, veröffentlichten die Hacker erste Auszüge als Beweis für den erfolgreichen Einbruch. Ob die britischen Behörden auf die Forderungen eingehen, gilt als unwahrscheinlich, da staatliche Stellen Zahlungen an Kriminelle ablehnen. Der Vorfall zeigt die Verwundbarkeit staatlicher Infrastrukturen und birgt ein erhöhtes Risiko für gezielte Phishing-Angriffe gegen betroffene Beamte.

Wie bewertet ihr die IT-Sicherheit von staatlichen Datenbanken? Teilt eure Meinungen und Erfahrungen gerne mit uns unten in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Hacker erbeuteten Kontaktdaten von über 100.000 britischen Polizisten
  • Betroffen ist die Datenbank Police National Legal Database der Behörden
  • Die Erpressergruppe ExfilSquad verlangt Lösegeld für die Datensätze
  • Passwörter oder vertrauliche Fallakten wurden offenbar nicht kopiert
  • Auch Daten von 21.000 Nutzern des Bürgerportals sind entwendet worden
  • Die National Crime Agency ermittelt nun gemeinsam mit IT-Spezialisten

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