Nichts geht kaputt: US Space Force übt subtile Angriffe auf Satelliten

Es klang wie Science-Fiction, doch war bitterer Ernst: Mit gerichteten elektromagnetischen Impulsen simulierten Einheiten der US Space Force den Angriff auf Satelliten. Das Ziel waren hierbei eigene Modelle.
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Training für hybride Kriegsführung

Allerdings strebte man bei dem Angriff nicht eine Zerstörung des Satelliten an, wie man es beim Militär erwarten würde. Stattdessen störten die Signale den Datenverkehr so subtil, dass die Betreiber des Systems die Probleme zunächst für technische Defekte hielten. Hinter dem Manöver stand die Idee, wie ein möglicher Gegner - etwa China oder Russland - agieren könnte, berichtete Washington Post.

Beide Staaten sind inzwischen für ihre hybride Kriegsführung bekannt. Dabei geht es nicht darum, einen eskalierenden Konflikt heraufzubeschwören. Vielmehr wird versucht, den Gegner mit verdeckten und subtilen Methoden so weit zu destabilisieren, dass er spürbar geschwächt wird.


Die US-Übung mit dem Codenamen Resolute Space war die bislang größte der 2019 gegründeten Weltraumstreitkräfte. Über 700 Soldaten und Zivilisten nahmen teil, verteilt auf sechs Zeitzonen und ein Einsatzgebiet von rund 130 Millionen Quadratkilometern. Ziel war es, das Szenario eines Konflikts im All realistisch nachzustellen - einer Domäne, die lange als friedlich galt, inzwischen aber stark militarisiert wird.

Die Space Force gilt nach wie vor als das am wenigsten verstandene Teilstück des US-Militärs. Lange verspottet, mit Star-Trek-Anklängen im Emblem und einem eigenen Motto ("Semper Supra" - "Immer darüber"), hat sie inzwischen eine wichtige Rolle im Pentagon eingenommen.

Das All als Schlachtfeld

Mit rund 15.000 Angehörigen und einem Budget von 40 Milliarden Dollar ist die Truppe im Vergleich zu Armee, Marine und Luftwaffe winzig. Experten werfen ihr vor, hinter den Anforderungen zurückzubleiben. "Wir verlangen von ihnen eine völlig neue Denkweise und Doktrin. Angesichts ihres jungen Alters überrascht es nicht, dass sie ihr Potenzial bislang nicht ausschöpfen", erklärte Sicherheitsexperte Doug Loverro.

Der strategische Druck wächst allerdings: China hat seine Satellitenflotte binnen zehn Jahren vervielfacht und testet regelmäßig Technologien, die fremde Systeme ausschalten oder manövrieren könnten. Russland wiederum demonstrierte 2021 mit einer Anti-Satelliten-Rakete, wie leicht sich Trümmerwolken erzeugen lassen, die ganze Umlaufbahnen gefährden.

Für die USA ist klar: Die nächste große Auseinandersetzung könnte nicht mit Schüssen auf der Erde beginnen, sondern mit unsichtbaren Angriffen im Orbit. General Chance Saltzman, Chef der Space Force, brachte es auf den Punkt: "Das ist keine theoretische Diskussion mehr - das Weltraumfeld wird im Konfliktfall umkämpft sein."

Zusammenfassung
  • US Space Force übte mit elektromagnetischen Impulsen Angriffe auf eigene Satelliten
  • Ziel war nicht die Zerstörung, sondern subtile Störung des Datenverkehrs
  • Die Übung simulierte hybride Kriegsführung wie von China oder Russland bekannt
  • Mit 700 Teilnehmern war 'Resolute Space' die bisher größte Übung der Weltraumstreitkräfte
  • Trotz kleiner Größe spielt die Space Force eine zunehmend wichtige Rolle im Pentagon
  • China und Russland entwickeln aktiv Technologien zur Ausschaltung fremder Satelliten
  • Künftige Konflikte könnten mit unsichtbaren Angriffen im Orbit beginnen

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