800 Mio. versenkt: US-Marine gibt U-Boot nach 10 Jahren Sanierung auf

Nach mehr als zehn Jahren in der Werft und Reparaturkosten von mehreren hundert Millionen Dollar zieht die US-Marine den Schlussstrich. Das Angriffs-U-Boot USS Boise wird endgültig aufgegeben. Das markiert einen klaren strategischen Kurswechsel.
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US Navy

Ende für das U-Boot USS Boise

Nach mehr als zehn Jahren an der Seitenlinie und Reparaturkosten in Höhe von 800 Millionen Dollar (etwa 682 Millionen Euro) wird das nukleargetriebene Angriffs-U-Boot USS Boise von der US Navy endgültig aufgegeben. Die Marine stoppt die aufwendige Überholung des Schiffes der Los-Angeles-Klasse in einer Werft in Virginia. Ursprünglich sollte das U-Boot wieder voll einsatzfähig gemacht werden, doch hohe Kosten und massive Verzögerungen führten jetzt zum Abbruch.

Das 1992 in Dienst gestellte Schiff absolvierte im Januar 2015 seine letzte Fahrt. Zwei Jahre später verlor das U-Boot offiziell seine Tauchzertifizierung. Seitdem wartete das Schiff auf seine Instandsetzung, die immer wieder verschoben wurde. Bisher sind lediglich rund 20 Prozent der geplanten Arbeiten abgeschlossen. Eine Fertigstellung war selbst unter optimalen Bedingungen frühestens für das Jahr 2029 vorgesehen.


Kostenexplosion erzwingt Abbruch

Wie die US Navy in einer Mitteilung erklärt, basiert der Schritt auf einer datengestützten Analyse. US-Marineminister John Pelham erklärte in einem Interview (via TWZ), dass, um die Überholung abzuschließen, schätzungsweise weitere 1,9 Milliarden Dollar (etwa 1,6 Milliarden Euro) nötig gewesen wären. Damit hätte die Reparatur fast 65 Prozent der Kosten eines kompletten Neubaus verschlungen, obwohl das Schiff danach nur noch ein Fünftel seiner ursprünglichen Lebensdauer vor sich hätte. Im Vergleich dazu erscheint die in Deutschland viel diskutierte Sanierung des Bundeswehr-Segelschiffs Gorch Fock für 135 Millionen Euro wie eine günstige Unternehmung.

Die frei werdenden finanziellen Ressourcen fließen nun direkt in den Bau neuer Unterseeboote der Virginia- und Columbia-Klasse. Ein harter Rückschlag bleibt jedoch der Verlust der bereits investierten Gelder. Das alte U-Boot wird zur Entsorgung nun in den Bundesstaat Washington überführt.

Signal an Industrie und Kongress

Die Geschichte der USS Boise steht exemplarisch für die massiven Wartungsrückstände des amerikanischen Militärs. Von den ursprünglich 62 gebauten U-Booten der Los-Angeles-Klasse sind heute nur noch 23 im aktiven Dienst. Die Ausmusterung fällt gleichzeitig in eine Phase der maritimen Aufrüstung. Unter dem Golden-Fleet-Konzept plant die Regierung für das Haushaltsjahr 2027 ein Rekordbudget von 65 Milliarden Dollar (etwa 55 Milliarden Euro) für den Schiffbau.

Die Entscheidung gegen das alte U-Boot dient als klares Zeichen, unwirtschaftliche Projekte künftig konsequenter zu beenden. Gleichzeitig verdeutlicht der Fall, dass die generelle Einsatzbereitschaft der amerikanischen Flotte weiterhin eingeschränkt ist. Langfristig hofft die Marine, durch solche harten Schnitte die eigene Zukunftsfähigkeit wieder zu verbessern.

Das Ende der USS Boise zeigt die enormen Kosten der Instandhaltung. Ist der Abbruch nach all den Jahren der richtige Schritt? Teilt eure Meinung dazu gerne mit uns in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • US Navy stoppt nach über zehn Jahren die Überholung der USS Boise
  • Bislang sind nur rund 20 Prozent der geplanten Arbeiten erledigt
  • Sanierungsarbeiten kosteten bisher rund 800 Mi. Dollar
  • Für den Abschluss wären weitere 1,9 Milliarden Dollar nötig gewesen
  • Die Reparatur hätte fast 65 Prozent eines Neubaus insgesamt gekostet
  • Frei werdende Mittel gehen nun in U-Boote der Virginia-Klasse
  • Die Ausmusterung zeigt Wartungsrückstände der Flotte deutlich

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