GPS-Störung durch Russland zwingt von der Leyen zu Notlandung

Ein mutmaßlicher Angriff auf Navigationssysteme hat am Sonntag den Flug von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach Bulgarien erheblich beeinträchtigt. Im Verdacht stehen einmal mehr russische Militärs oder Geheimdienste.
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Störungen sind inzwischen üblich

Beim Anflug auf den Flughafen von Plovdiv fiel das GPS-System des Regierungsjets komplett aus, sodass die Piloten auf klassische Papierkarten zurückgreifen mussten. Von der Leyens Maschine konnte dennoch sicher landen.

Mehrere mit dem Vorfall vertraute Beamte gehen von einer gezielten Störaktion aus, die Russland zugeschrieben wird. "Der gesamte Luftraum um den Flughafen war plötzlich ohne GPS-Signal", sagte einer der Informanten der britischen Financial Times. Der bulgarische Flugsicherungsdienst bestätigte die Störungen und verwies auf eine seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine deutlich gestiegene Zahl von Fällen.


Neben Jamming - dem Blockieren von Satellitensignalen - sei zuletzt auch vermehrt sogenanntes Spoofing aufgetreten, bei dem falsche Positionsdaten eingespeist werden. Die EU-Kommission äußerte sich besorgt über den Vorfall. Man sei solche Bedrohungen aber inzwischen regelrecht gewohnt, sie gehörten inzwischen zum "ständigen Repertoire" russischer Einschüchterungsversuche, erklärte ein Sprecher. Kremlsprecher Dmitri Peskow wies hingegen jede Verantwortung zurück und sprach von "falschen Informationen".

Erhebliches Sicherheitsrisiko

Experten warnen seit Monaten, dass die zunehmende GPS-Blockade durch Russland ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die zivile Luftfahrt darstellt. Besonders die baltischen Staaten und Länder Osteuropas, die an Russland grenzen, berichten von häufigen Störungen. Diese beeinträchtigen nicht nur Flugzeuge, sondern auch Schiffe und zivile Nutzer im Alltag. Dreizehn EU-Staaten hatten die Kommission Anfang des Jahres schriftlich aufgefordert, das Problem auf die politische Agenda zu setzen.

Von der Leyen war von Warschau nach Plovdiv gereist, um den bulgarischen Premier Rosen Scheljaskow zu treffen und eine Munitionsfabrik zu besichtigen. Der Besuch war Teil einer Tour durch Frontstaaten der EU, bei der es um die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit angesichts des russischen Angriffskriegs ging. In Bulgarien bekräftigte sie ihre Haltung gegenüber Moskau: "Putin ist ein Räuber. Er lässt sich nur durch klare Abschreckung in die Schranken weisen."

Zusammenfassung
  • GPS-Ausfall bei von der Leyens Flug nach Bulgarien führte zu Notlandung
  • Piloten mussten wegen vollständigem GPS-Ausfall auf Papierkarten umsteigen
  • Russland wird für gezielte Störaktionen im gesamten Luftraum verantwortlich gemacht
  • Neben Jamming tritt vermehrt auch Spoofing mit falschen Positionsdaten auf
  • EU-Kommission betrachtet solche Vorfälle inzwischen als russische Routine
  • Dreizehn EU-Staaten forderten bereits politische Maßnahmen gegen GPS-Störungen
  • Von der Leyen besuchte im Rahmen ihrer Tour eine bulgarische Munitionsfabrik

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