Besser als Excel? Proton Sheets greift Microsoft und Google an

Der Schweizer Dienstleister Proton erweitert sein Portfolio um eine datenschutzorientierte Tabellen­kalkulation. Proton Sheets bietet dabei eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Echtzeit-Kollaboration als direkte Alternative zu Microsoft Excel und Google Sheets.
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Proton

Fokus auf sichere Tabellenkalkulation

Nach der Einführung von Proton Docs im Juli 2024 schließt der Anbieter mit Sheets nun eine der letzten großen Lücken in seiner Produktivitäts-Suite, die bereits E-Mail, Kalender, VPN und einen Passwort-Manager umfasst.

Mit der Integration einer vollwertigen Tabellenkalkulation in das wachsende Ökosystem versucht das Unternehmen erneut die etablierten Platzhirsche Microsoft und Google herauszufordern. Dabei steht Proton Sheets Anwendern ab sofort zur Verfügung. Der Fokus: Ein gewohnter Funktionsumfang moderner Kalkulationssoftware verbunden mit "striktem Datenschutz".
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Die Anwendung ist in den Cloud-Speicher Proton Drive eingebunden und zielt auf Privatanwender sowie Unternehmen ab, die sensible Daten vor dem Zugriff Dritter schützen wollen (oder müssen). Durch die Erweiterung der Pro­dukt­pa­let­te, die ursprünglich 2014 von Wissenschaftlern am CERN initiiert wurde, nähert sich Proton immer mehr dem Status einer vollständigen Office-Alternative an.

Im technischen Gegensatz zu den Lösungen der großen US-Konzerne setzt Proton Sheets standardmäßig auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das betrifft nicht nur die in den Zellen eingetragenen Werte, sondern auch Metadaten wie Dateinamen und Änderungszeitstempel.

Da die kryptografischen Schlüssel ausschließlich auf den Endgeräten der Nutzer generiert und gespeichert werden, besitzt selbst der Anbieter keinen technischen Zugriff auf die Inhalte (Zero-Knowledge-Architektur).


Funktionen und Importmöglichkeiten

Proton verfolgt die Strategie, die Einstiegshürden für Wechselwillige so niedrig wie möglich zu halten. Wie das Unternehmen in seiner offiziellen Ankündigung bestätigt, orientiert sich die Benutzeroberfläche bewusst an etablierten Industriestandards. Nutzer finden vertraute Raster, Symbolleisten und eine bekannte Formel-Syntax vor, was die Einarbeitungszeit reduziert.

Zu den Kernfunktionen gehören:
  • Erstellung komplexer Diagramme zur Datenvisualisierung.
  • Unterstützung gängiger mathematischer und statistischer Formeln.
  • Echtzeit-Kollaboration im Team, bei der Änderungen trotz Verschlüsselung synchronisiert werden.

Ein entscheidender Aspekt für IT-Profis ist die Interoperabilität mit bestehenden Workflows. Vorhandene Dateien im CSV- oder XLSX-Format lassen sich importieren und werden im Anschluss durch die Verschlüsselung von Proton geschützt. Ein Export der Daten ist ebenfalls möglich, um einen sogenannten Vendor-Lock-in zu vermeiden.

Allerdings dürfte der Funktionsumfang, insbesondere im Bereich hochkomplexer Makros (VBA) oder spezialisierter Business-Intelligence-Add-ins, zu Beginn noch hinter dem seit Jahrzehnten gereiften Microsoft Excel zurückbleiben. Für den Groß­teil der täglichen Verwaltungsaufgaben dürfte das Feature-Set jedoch ausreichen.

Absage an KI-Training mit Nutzerdaten

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal im aktuellen Marktumfeld ist der kategorische Verzicht auf das Training künstlicher Intelligenz durch Nutzerdaten. Während Konkurrenten wie Google ihre KI-Modelle wie Gemini tief in ihre Office-Suiten integrieren und dabei häufig Datenanalysen durchführen, positioniert sich Proton als privatsphärefreundlicher Gegenentwurf.

Anant Vijay Singh, Produktchef bei Proton Drive, betonte gegenüber Fachmedien, dass moderne Produktivitätstools oft Geschäftsmodelle nutzen, die primär auf der Auswertung von Nutzerdaten basieren. Proton Sheets soll hier die Datensouveränität an Unternehmen und Individuen zurückgeben und garantiert, dass keine Inhalte für Trainingszwecke missbraucht werden.

Die Anwendung ist sowohl über gängige Webbrowser als auch über die Proton Drive App auf mobilen Endgeräten verfügbar. Für Nutzer des kostenlosen Basis-Accounts steht der Dienst im Rahmen des 5 GB umfassenden Speichers zur Verfügung, während zahlende Abonnenten von erweitertem Speicherplatz und einer längeren Versionshistorie profitieren.

Nutzt ihr bereits Alternativen zu den großen Office-Suiten oder ist Excel für euren Workflow unverzichtbar? Schreibt uns eure Erfahrungen und Meinungen gerne in die Kommentare.

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Zusammenfassung
  • Proton Sheets bietet datenschutzorientierte Alternative zu Excel und Google
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt Zellinhalte, Dateinamen und Metadaten
  • Integration in Proton Drive mit Unterstützung für CSV- und XLSX-Formate
  • Benutzeroberfläche orientiert sich bewusst an Industriestandards
  • Verzichtet bewusst auf Training künstlicher Intelligenz mit Nutzerdaten
  • Echtzeit-Kollaboration trotz Verschlüsselung für Teamarbeit möglich
  • Komplettiert Proton-Ökosystem mit E-Mail, Kalender, VPN und Passwort-Manager

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