Empfang von Alien-Signalen laut neuer Studie extrem unwahrscheinlich

Seit Jahrzehnten lauscht die Menschheit ins All. Haben wir Alien-Signale einfach überhört? Eine neue statistische Analyse liefert nun eine ernüchternde Antwort und zeigt, warum wir die Strategie bei der Suche nach außerirdischer Intelligenz anpassen müssen.
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Statistik dämpft Hoffnung auf Aliens

Seit den ersten Pionier-Experimenten des Astronomen Frank Drake im Jahr 1960 scannen Wissenschaftler den Himmel systematisch nach Anzeichen außerirdischer Technologien. Das damals als Projekt Ozma bekannte Vorhaben nutzte ein Radioteleskop, um nach Funkfeuern zu lauschen. Eine neue Untersuchung der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) unter der Leitung des Physikers Claudio Grimaldi kommt nun jedoch zu einem Ergebnis, das die Erwartungen vieler Alien-Enthusiasten dämpft.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Erde in den letzten 60 Jahren unbemerkt von zahlreichen außerirdischen Signalen gekreuzt wurde, ist statistisch gesehen äußerst gering. Das wirft ein neues Licht auf unsere Position im Kosmos. Viele Forscher in der SETI-Gemeinschaft (Search for Extraterrestrial Intelligence) nahmen lange an, dass technologische Signaturen die Erde bereits erreicht haben könnten, wir sie jedoch mangels Empfindlichkeit der Instrumente übersehen haben.

Wäre das der Fall, stünden die Chancen gut, mit besserer Technik bald fündig zu werden. Grimaldi hinterfragte diese optimistische These nun mithilfe der sogenannten Bayes-Statistik. Sein Modell setzt die Anzahl vergangener Kontakte, die Lebensdauer von Signalen und die Reichweite heutiger sowie zukünftiger Instrumente in Relation. Dabei zeigt die Analyse ein fundamentales Problem der optimistischen Sichtweise auf, das bisherige Annahmen ins Wanken bringt.


Mangel an passenden Signalen

Damit die Chance auf eine Entdeckung in naher Zukunft hoch wäre, müssten in der Vergangenheit enorm viele Signale die Erde passiert haben. Wie The Astronomical Journal berichtet, zeigt die Studie, dass diese notwendige Anzahl an Signalen in vielen Szenarien die Menge potenziell bewohnbarer Planeten in unserer kosmischen Nachbarschaft übersteigen würde. Es ist folglich unplausibel, dass wir eine Fülle an Nachrichten aus dem nahen Umfeld verpasst haben.

Das Modell unterscheidet dabei präzise zwischen verschiedenen Arten von Technosignaturen. Berücksichtigt wurden sowohl omnidirektionale Emissionen, wie etwa die Abwärme gigantischer Konstruktionen, als auch stark fokussierte Signale wie Laser-Blitze. Ein Signal gilt im Modell erst dann als detektierbar, wenn es stark genug ist, um sich vom Hintergrundrauschen abzuheben, und unsere Teleskope genau im richtigen Moment in die korrekte Richtung blicken.

Strategie für die Zukunft

Das Ergebnis bedeutet nicht das Ende der Suche, erfordert aber einen strategischen Weitblick. Wenn technologische Zivilisationen existieren, sind ihre Hinterlassenschaften vermutlich selten, weit entfernt und langlebig. Das Szenario einer vollen Milchstraße, in der wir nur besser zuhören müssen, weicht der Realität einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Statt auf frequente Signale aus der direkten Umgebung zu hoffen, müssen Astronomen tiefere Himmelsdurchmusterungen vornehmen.

Selbst bei einer Ausdehnung der Suche auf mehrere tausend Lichtjahre prognostiziert das Modell nur wenige gleichzeitig existierende Signale in der gesamten Galaxie. Die Wissenschaftler betonen, dass das Ausbleiben bisheriger Funde kein Scheitern ist. Es ist vielmehr ein wichtiger Datenpunkt, der uns lehrt, dass wir Geduld brauchen und unsere Sensoren auf weitaus größere Distanzen ausrichten müssen, um Erfolg zu haben.

Was meint ihr dazu? Glaubt ihr, dass wir in unserer Lebenszeit noch auf außerirdische Signale stoßen werden, oder sind wir allein in der Dunkelheit? Schreibt es uns in die Kommentare.

Zusammenfassung
  • Seit 1960 suchen Wissenschaftler systematisch nach Signalen aus dem All
  • Neue EPFL-Studie hält den Empfang von Alien-Signalen für unwahrscheinlich
  • Physiker Grimaldi nutzte die Bayes-Statistik für seine Modellrechnung
  • Nötige Signalanzahl übersteigt die Menge bewohnbarer Planeten in der Nähe
  • Das Modell unterscheidet zwischen omnidirektionalen und fokussierten Signalen
  • Astronomen müssen künftig tiefere Himmelsdurchmusterungen durchführen
  • Das Ausbleiben bisheriger Funde ist ein wichtiger Datenpunkt für SETI

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