Schluss damit: So viel zahlt die Bundesregierung für Microsoft-Lizenzen

Die Ausgaben des Bundes für Microsoft-Lizenzen sind explodiert: 481 Millionen Euro flossen 2025 an den Konzern, das sind 75 Pro­zent mehr als vor zwei Jahren. Kritiker warnen vor Abhängigkeit und fordern Open Source. Wie realistisch sind Alternativen im Behördenalltag?
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Explosion der Software-Ausgaben

Die Ausgaben der Bundesverwaltung für Microsoft-Software haben 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Der Bund zahlte insgesamt 481,4 Millionen Euro für Lizenzen des US-Konzerns. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Rebecca Lenhard hervor.

Gegenüber 2023 mit 274,1 Millionen Euro ist das ein Plus von rund 75 Prozent, auch im Vergleich zu 347,7 Millionen Euro im Jahr 2024 steigen die Kosten weiter. Grund sind nicht nur zusätzliche Arbeitsplätze. Es sind vor allem gestiegene Preise, Abo-Modelle und Cloud-Dienste, die auf Dauer teurer sein können als Kaufversionen.


Ruf nach digitaler Souveränität

Die Beschaffung läuft vor allem über einen Rahmenvertrag der Zentralstelle IT-Beschaffung, über den Bundesbehörden und geförderte Einrichtungen Microsoft-Produkte beziehen. Zahlen zu Ländern und Kommunen liegen nicht vor, insgesamt dürfte also deutlich mehr Steuergeld an Microsoft fließen.

Die Opposition bewertet die Entwicklung kritisch. Wie Upday und Welt berichten, spricht Rebecca Lenhard von einem "gefährlichen Trend". Statt die Abhängigkeit von Anbietern außerhalb Europas zu vergrößern, sollten die hohen Summen in europäische Alternativen und Open-Source-Lösungen fließen, fordert sie.

Im Hintergrund steht auch die Frage der IT-Sicherheit und der Kontrolle über staatliche Daten. Datenschützer verweisen auf den US Cloud Act, der US-Behörden Zugriff auf Daten von US-Firmen ermöglicht, und zwar auch dann, wenn diese in Europa gespeichert sind.

Hürden beim Umstieg auf Open Source

Die Bundesregierung versucht gegenzusteuern, etwa mit dem Projekt "OpenDesk". Die vom Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) entwickelte Umgebung bündelt Open-Source-Bausteine wie LibreOffice, Open-Xchange, Nextcloud, Matrix und XWiki zu einem Arbeitsplatz für Behörden. Das Innenministerium und das Verteidigungsministerium testen solche Lösungen bereits, der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag plant den Wechsel von Microsoft Office zu OpenDesk ebenfalls.

Erfahrungen aus den Ländern zeigen jedoch, dass ein Umstieg schwierig ist. Schleswig-Holstein arbeitet an der vollständigen Umstellung auf Linux und LibreOffice in der Landesverwaltung und hatte anfangs mit technischen Problemen und Inkompatibilitäten zu kämpfen. In München wurde nach einem früheren Wechsel auf das Linux-System LiMux wieder auf Windows zurückgegangen, bevor das Thema Open Source erneut auf die Agenda kam.

Seht ihr den massiven Einsatz von Steuergeldern für Microsoft-Produkte als gerechtfertigt an? Oder sollte der Staat radikaler auf Open Source setzen? Schreibt uns eure Meinung dazu in die Kommentare.

Zusammenfassung
  • Ausgaben des Bundes für Microsoft stiegen auf 481,4 Millionen Euro im Jahr 2025
  • Kostenanstieg um 75 Prozent im Vergleich zu 2023 bei Microsoft-Lizenzen
  • Höhere Preise, Abo-Modelle und Cloud-Dienste treiben die Kosten in die Höhe
  • Opposition warnt vor gefährlicher Abhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern
  • Fragen zu Datensicherheit wegen möglichem US-Behördenzugriff auf Daten
  • Bundesregierung testet Open-Source-Alternativen wie das openDesk-Projekt
  • Umstieg auf freie Software erweist sich in der Praxis oft als schwierig

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