Nvidia kürzt, Intel baut aus:
GPU-Produktion wird wohl massiv erhöht

Während Nvidia Berichten zufolge seine Grafikkarten-Produktion drosselt, geht Intel in die Offensive. Mit einem prominenten Neuzugang von Qualcomm und internen Fertigungsplänen wird der Chipriese seine GPU-Sparte ausbauen.
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Intel

Offensive statt Rückzug

Zu Grafikkarten gibt es momentan meist nur schlechte Nachrichten. So werden GPUs generell immer teurer, Nvidia setzt vorerst vor allem auf Karten mit nur noch acht Gigabyte VRAM und selbst neue GeForce-GPUs sind in weite Ferne gerückt. Doch gerade in dieser Situation scheint Intel seine Chance zu wittern. Denn entgegen der seit Monaten anhaltenden Spekulationen über einen möglichen Rückzug aus dem Geschäft für diskrete Grafikkarten hat die Intel-Führung auf dem Cisco AI Summit unmissverständlich klargestellt: Der Konzern hält nicht nur an seiner GPU-Sparte fest, sondern baut sie massiv aus.

Dabei liegt der Fokus auf einer tiefgreifenden Integration von Entwicklung und Fertigung im eigenen Haus, um vor allem im lukrativen Enterprise-Segment langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch auch Consumer-GPUs für Gaming könnten dabei herausspringen. Intel möchte sich damit als echte Alternative zu Nvidia und AMD positionieren.


Um diesen Anspruch technisch zu untermauern, hat Intel mit Eric Demers jetzt einen neuen Chief GPU Architect verpflichtet, der in der Hardware-Branche kein Unbekannter ist. Demers war zuletzt über ein Jahrzehnt bei Qualcomm tätig, doch Fachkundige kennen ihn auch aus seiner Zeit bei ATI Technologies. Dort galt er als einer der geistigen Väter der Radeon 9700 Pro. Diese Karte gilt bis heute als Meilenstein, da sie im Jahr 2002 die damals dominierende GeForce-4-Serie von Nvidia leistungstechnisch förmlich pulverisierte und ATI über Nacht die Leistungskrone sicherte. Intel ist demnach nicht gewillt, das Feld der Konkurrenz zu überlassen und holt sich Expertise ins Haus.

Interne Fertigung als Schlüsselstrategie

Wie Wccftech berichtet, zielt Intel mit der neuen Strategie darauf ab, interne Kapazitäten aggressiv zu nutzen. Die Konzernleitung bestätigte, dass künftige GPU-Lineups "in großem Umfang" in den eigenen Fertigungsanlagen produziert werden sollen. Das unterscheidet Intel von der Konkurrenz, die fast ausschließlich auf externe Auftragsfertiger wie TSMC angewiesen ist und dort um begrenzte Wafer-Kontingente buhlen muss.

Die Roadmap sieht dabei vor allem Lösungen für Rechenzentren vor. Während im Consumer-Bereich nach der Integration der Xe3-Architektur nun weitere diskrete Grafikkarten der Celestial-Reihe erwartet werden, liegt der wirtschaftlich wichtigere Fokus demnach auf dem KI-Markt und den "Jaguar Shores"-Beschleunigern.

Herausforderungen bleiben

Allerdings ist die Hardware nur so gut wie ihre Treiber. Intel muss die Lücke zu Nvidias CUDA-Schnittstelle durch die Weiterentwicklung von OneAPI schließen. Zudem ist die Entwicklung der KI-Beschleuniger komplex und frühere Roadmaps mussten bereits mehrfach korrigiert werden. Nach dem holprigen Start seiner Arc-GPUs muss Intel zudem bei Board-Partnern und Endkunden erst wieder Glaubwürdigkeit aufbauen.

Intel beabsichtigt, langfristig den eigenen 14A-Fertigungsprozess für seine Produkte zu nutzen. Das könnte signifikante Kostenvorteile bieten, sofern die Ausbeute stimmt. Zwar bleibt abzuwarten, ob High-End-Modelle der kommenden Serien pünktlich erscheinen und ob sie die Erwartungen erfüllen können, doch die Botschaft aus Santa Clara ist eindeutig: Intel betrachtet GPUs als essenziellen Bestandteil seines zukünftigen Geschäfts.

Glaubt ihr, dass Intel mit Eric Demers an der Spitze Nvidia wirklich nennenswerte Marktanteile abnehmen kann oder ist der Zug für den blauen Chipriesen bereits abgefahren? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • Intel setzt auf GPU-Expansion statt Rückzug entgegen anhaltender Gerüchte
  • Eric Demers, Mitschöpfer der legendären Radeon 9700 Pro, verstärkt das Team
  • Fokus liegt auf Eigenproduktion statt externer Fertigung wie bei Konkurrenten
  • Vermutlich stehen vor allem KI-Beschleuniger auf der Roadmap
  • Herausforderungen bei Treibern müssen bewältigt werden
  • 14A-Fertigungsprozess könnte zukünftig signifikante Kostenvorteile bieten

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