China tief in der Downing Street:
Spionage-Skandal erschüttert Briten
Die Briten haben es mit einem handfesten Spionage-Skandal zu tun. Über viele Jahre hinweg, soll China die Mobiltelefone von Regierungsmitgliedern und hochrangigen Mitarbeitern gehackt und ausgespäht haben, ohne dass dies jemandem auffiel.
Ob auch die Mobiltelefone der jeweiligen Premierminister selbst kompromittiert wurden, ist bislang unklar. Sicherheitskreise sprechen jedoch von einem Zugriff, der "bis ins Herz der Downing Street" vorgedrungen sei. US-Geheimdienste gehen davon aus, dass die als "Salt Typhoon" bekannte Spionagekampagne weiterhin aktiv ist. Damit könnte auch der heutige Premierminister Keir Starmer sowie dessen engster Mitarbeiterkreis betroffen sein. Bereits im November hatte der britische Inlandsgeheimdienst MI5 das Parlament offiziell vor chinesischer Spionage gewarnt.
Besondere Brisanz erhält der Fall durch Starmers anstehende Reise nach China, das wäre der erste Besuch eines britischen Regierungschefs seit 2018. Ziel der Reise ist es, Handels- und Investitionsbeziehungen zu vertiefen. Kritiker werfen der Labour-Regierung jedoch vor, nationale Sicherheitsinteressen zugunsten wirtschaftlicher Vorteile zu vernachlässigen. Die Genehmigung für den Bau einer großen chinesischen Botschaft in London, in unmittelbarer Nähe sensibler Kommunikationskabel, hat diese Vorwürfe weiter angeheizt.
Die Angriffe waren Teil einer globalen Spionageoffensive, die neben Großbritannien auch die USA sowie weitere Mitglieder des Geheimdienstverbundes Five Eyes traf. Einige Zugriffe sollen bis mindestens 2021 zurückreichen. Auslöser der aktuellen Funde war eine Offenlegung durch US-Behörden, wonach chinesische Gruppen weltweit Telekommunikationsunternehmen infiltriert hätten.
Während britische Stellen betonen, die eigenen Netze seien dank strengerer Sicherheitsgesetze besser geschützt als etwa in den USA, sprechen amerikanische Offizielle von einer der erfolgreichsten Spionagekampagnen der jüngeren Geschichte. Peking weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet sie als unbegründet und politisch motiviert. Die britische Regierung äußerte sich bislang nicht zu den konkreten Anschuldigungen.
Siehe auch:
Hacks über Jahre hinweg
Wie aus einem Bericht des Telegraph hervorgeht, waren insbesondere enge Vertraute der früheren Premierminister Boris Johnson, Liz Truss und Rishi Sunak betroffen. Die mutmaßlich staatlich gesteuerte Cyberoperation reichte demnach tief in das Machtzentrum der Downing Street hinein und setzte sensible Kommunikation potenziell der chinesischen Spionage aus.Ob auch die Mobiltelefone der jeweiligen Premierminister selbst kompromittiert wurden, ist bislang unklar. Sicherheitskreise sprechen jedoch von einem Zugriff, der "bis ins Herz der Downing Street" vorgedrungen sei. US-Geheimdienste gehen davon aus, dass die als "Salt Typhoon" bekannte Spionagekampagne weiterhin aktiv ist. Damit könnte auch der heutige Premierminister Keir Starmer sowie dessen engster Mitarbeiterkreis betroffen sein. Bereits im November hatte der britische Inlandsgeheimdienst MI5 das Parlament offiziell vor chinesischer Spionage gewarnt.
Besondere Brisanz erhält der Fall durch Starmers anstehende Reise nach China, das wäre der erste Besuch eines britischen Regierungschefs seit 2018. Ziel der Reise ist es, Handels- und Investitionsbeziehungen zu vertiefen. Kritiker werfen der Labour-Regierung jedoch vor, nationale Sicherheitsinteressen zugunsten wirtschaftlicher Vorteile zu vernachlässigen. Die Genehmigung für den Bau einer großen chinesischen Botschaft in London, in unmittelbarer Nähe sensibler Kommunikationskabel, hat diese Vorwürfe weiter angeheizt.
Wohl keine Einzelfälle
Nach Einschätzung von Sicherheitsexperten könnten die Hacker Textnachrichten gelesen, Gespräche abgehört oder zumindest Metadaten abgegriffen haben. Dazu zählen Informationen darüber, wer mit wem kommuniziert, wie häufig Kontakte stattfinden und wo sich die Betroffenen aufhalten. Selbst ohne vollständigen Zugriff auf Inhalte bieten solche Daten wertvolle Einblicke in politische Entscheidungsprozesse.Die Angriffe waren Teil einer globalen Spionageoffensive, die neben Großbritannien auch die USA sowie weitere Mitglieder des Geheimdienstverbundes Five Eyes traf. Einige Zugriffe sollen bis mindestens 2021 zurückreichen. Auslöser der aktuellen Funde war eine Offenlegung durch US-Behörden, wonach chinesische Gruppen weltweit Telekommunikationsunternehmen infiltriert hätten.
Während britische Stellen betonen, die eigenen Netze seien dank strengerer Sicherheitsgesetze besser geschützt als etwa in den USA, sprechen amerikanische Offizielle von einer der erfolgreichsten Spionagekampagnen der jüngeren Geschichte. Peking weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet sie als unbegründet und politisch motiviert. Die britische Regierung äußerte sich bislang nicht zu den konkreten Anschuldigungen.
Zusammenfassung
- China hackte jahrelang Mobiltelefone britischer Regierungsmitarbeiter
- Vertraute von Johnson, Truss und Sunak waren von der Cyberoperation betroffen
- Die als 'Salt Typhoon' bekannte Spionagekampagne ist weiterhin aktiv
- US-Behörden deckten weltweite Infiltration von Telekommunikationsnetzen auf
- Spionage-Skandal überschattet Starmers geplanten China-Besuch
- Kritiker werfen Labour-Regierung Vernachlässigung der Sicherheitsinteressen vor
- Peking weist alle Vorwürfe als politisch motiviert zurück
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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