Smartphone-Verbot offenbart:
Schüler können Uhren nicht lesen
Wie auch in vielen anderen Regionen ist seit einiger Zeit die Nutzung von Smartphones in Schulen untersagt. Erste Erfahrungsberichte zeigen, dass es durchaus positive Effekte gibt. Es offenbaren sich aber auch Mängel beim simplen Ablesen einer Uhr.
Tiana Millen, stellvertretende Schulleiterin der Cardozo High School in Queens, beschreibt das Problem offen. Ohne Smartphones fehle vielen Jugendlichen plötzlich ein vertrauter Zeitmesser. Zwar kämen sie ohne die Ablenkung auf den Displays schneller durch die Flure und seien öfter rechtzeitig im Klassenraum, doch sie wüssten häufig gar nicht, wie spät es sei, weil sie mit den klassischen Wanduhren nichts anfangen könnten.
Auch andere Lehrkräfte berichten von ähnlichen Erfahrungen. Madi Mornhinweg, Englischlehrerin an einer High School in Manhattan, hört laut des Berichts im Unterricht ständig dieselbe Frage: "Wie viel Zeit haben wir noch?" Irgendwann habe sie begonnen, nicht mehr die Uhrzeit zu nennen, sondern zurückzufragen, wo sich der große und der kleine Zeiger befänden.
Offiziell lernen Kinder in New York bereits in der ersten und zweiten Klasse das Lesen von analogen und digitalen Uhren. Begriffe wie "volle Stunde", "halb" oder "Viertel vor" gehören laut Bildungsbehörde zum Grundstoff der frühen Schuljahre. Dennoch scheint dieses Wissen im Alltag verloren zu gehen, vor allem, weil es kaum noch angewendet wird.
Die Diskussion ist an sich nicht neu. Studien aus verschiedenen Regionen der Welt zeigen seit Jahren, dass analoge Uhren an Bedeutung verlieren. Gleichzeitig betonen Fachleute, dass Jugendliche heute andere Kompetenzen mitbringen. In Bereichen wie Programmieren, Software oder digitaler Problemlösung seien sie oft erstaunlich sicher, manchmal sogar sicherer als ihre Lehrkräfte. Die Frage bleibt daher offen, ob es sich um einen echten Kompetenzverlust handelt oder lediglich um einen Wandel der Fähigkeiten in einer zunehmend digitalen Welt.
Siehe auch:
- Smartphone-Verbot an Schulen zeigt positive Effekte auf Konzentration
- Schüler können analoge Uhren nicht richtig lesen ohne digitale Hilfe
- Trotz Uhrenunterricht in frühen Schulklassen geht Fähigkeit verloren
- Jugendliche haben Probleme mit Zeitbegriffen wie 'Viertel vor' oder 'halb'
- Bequemlichkeit und defekte Schuluhren erschweren das Erlernen
- Wandel von analogen zu digitalen Kompetenzen statt echtem Wissensverlust
- Lehrkräfte berichten von mehr Pünktlichkeit und Gesprächen in Pausen
Zeiger sind aus der Mode
Seit Beginn des aktuellen Schuljahres dürfen Schüler ihre Handys nicht mehr in der Schule nutzen, weshalb viele die Geräte gleich ganz zu Hause lassen. Viele Lehrkräfte berichten daraufhin von besserer Konzentration, pünktlicherem Erscheinen zum Unterricht und mehr Gesprächen in den Pausen. Doch gleichzeitig wird ein Defizit sichtbar, das lange kaum aufgefallen ist: Zahlreiche Jugendliche können analoge Uhren nicht mehr richtig lesen, berichtet das US-Magazin Gothamist.Tiana Millen, stellvertretende Schulleiterin der Cardozo High School in Queens, beschreibt das Problem offen. Ohne Smartphones fehle vielen Jugendlichen plötzlich ein vertrauter Zeitmesser. Zwar kämen sie ohne die Ablenkung auf den Displays schneller durch die Flure und seien öfter rechtzeitig im Klassenraum, doch sie wüssten häufig gar nicht, wie spät es sei, weil sie mit den klassischen Wanduhren nichts anfangen könnten.
Auch andere Lehrkräfte berichten von ähnlichen Erfahrungen. Madi Mornhinweg, Englischlehrerin an einer High School in Manhattan, hört laut des Berichts im Unterricht ständig dieselbe Frage: "Wie viel Zeit haben wir noch?" Irgendwann habe sie begonnen, nicht mehr die Uhrzeit zu nennen, sondern zurückzufragen, wo sich der große und der kleine Zeiger befänden.
Offiziell lernen Kinder in New York bereits in der ersten und zweiten Klasse das Lesen von analogen und digitalen Uhren. Begriffe wie "volle Stunde", "halb" oder "Viertel vor" gehören laut Bildungsbehörde zum Grundstoff der frühen Schuljahre. Dennoch scheint dieses Wissen im Alltag verloren zu gehen, vor allem, weil es kaum noch angewendet wird.
Kompetenzverlust oder -wandel?
Viele Jugendliche bestätigen diesen Eindruck. Einige geben an, die Technik zwar grundsätzlich zu beherrschen, sie aber kaum zu nutzen, da sonst immer das Handy zur Hand sei. Andere verweisen auf defekte oder falsch gehende Schuluhren, was das Üben zusätzlich erschwere. Manche zeigen auch Verständnis für ihre Mitschüler und sprechen offen von Bequemlichkeit.Die Diskussion ist an sich nicht neu. Studien aus verschiedenen Regionen der Welt zeigen seit Jahren, dass analoge Uhren an Bedeutung verlieren. Gleichzeitig betonen Fachleute, dass Jugendliche heute andere Kompetenzen mitbringen. In Bereichen wie Programmieren, Software oder digitaler Problemlösung seien sie oft erstaunlich sicher, manchmal sogar sicherer als ihre Lehrkräfte. Die Frage bleibt daher offen, ob es sich um einen echten Kompetenzverlust handelt oder lediglich um einen Wandel der Fähigkeiten in einer zunehmend digitalen Welt.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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