China setzt auf humanoide KI-Polizisten zur Verkehrsüberwachung

In Chinas Tech-Metropole Hangzhou übernimmt jetzt ein humanoider Roboter die Verkehrsregelung. Ausgestattet mit KI und Sensoren, ermahnt der mechanische Polizist Verkehrssünder direkt vor Ort. Der "Robocop" hat aber auch seine Nachteile.

Vernetzung via City Brain

In der ostchinesischen Millionenmetropole Hangzhou, die als Heimatort des E-Commerce-Giganten Alibaba als wichtiges Technologiezentrum gilt, kommt seit Anfang Dezember an einer stark frequentierten Kreuzung ein humanoider Roboter zur Verkehrsregelung zum Einsatz. Das System mit dem Namen "Hangxing No. 1" wurde vom taktischen Team der lokalen Verkehrspolizei entwickelt und an einer belebten Kreuzung positioniert. Der 1,80 Meter große Roboter soll dort den Verkehrsfluss optimieren und menschliche Beamte entlasten, indem er autonom den Verkehr leitet und Regelverstöße erkennt.

Das Gerät verfügt über eine Reihe von Hochleistungskameras und Sensoren, die ihm eine 360-Grad-Übersicht verschaffen. Die Bewegungen des Roboters wurden laut den Entwicklern durch die Analyse echter Verkehrspolizisten modelliert, sodass er standardisierte Handzeichen geben kann. Das System ist dabei direkt mit der Ampelschaltung der Kreuzung synchronisiert. Erkennt die KI beispielsweise, dass eine Ampel ausfällt oder sich Staus bilden, kann der Roboter reagieren. Zudem ist er tief in das "City Brain"-Netzwerk eingebunden. Das von Alibaba Cloud entwickelte System steuert bereits seit 2016 weite Teile der städtischen Infrastruktur Hangzhous, um die notorischen Stauprobleme der Stadt durch Echtzeitanalysen zu minimieren.

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Wie Interesting Engineering unter Berufung auf einen Bericht des chinesischen Staatsfernsehens schreibt, beschränkt sich die Aufgabe des Roboters nicht nur auf das Anzeigen von "Halt" und "Freie Fahrt". Das System überwacht auch aktiv die Einhaltung der Verkehrsregeln.

Es identifiziert spezifische Vergehen wie das Fahren ohne Helm bei Motorradfahrern, das Übertreten der Haltelinie durch PKW oder Fußgänger, die bei Rot die Straße überqueren. In solchen Fällen spricht der Roboter die Verkehrsteilnehmer über Lautsprecher mit einer ruhigen, männlichen Stimme direkt an und fordert sie höflich zur Korrektur ihres Verhaltens auf.


Hohe Erfolgsquote und Grenzen

Die Software hinter Hangxing No. 1 wertet die Videodaten kontinuierlich aus, um ihre Entscheidungsfindung zu verbessern. Zhang Wanzhe, ein Mitarbeiter der Verkehrsbrigade, erklärte, dass die Entwickler Aufnahmen aus den Stoßzeiten nutzen, um das Urteilsvermögen der KI zu schärfen. In frühen Testphasen im Oktober hatte das System noch mit Fehlerkennungen zu kämpfen, die durch ungünstigen Schattenwurf oder starken Wind ausgelöst wurden - Probleme, die mittlerweile weitgehend behoben sein sollen. Die psychologische Wirkung der physischen Präsenz eines humanoiden Roboters zeigt bereits messbare Erfolge: Die Quote der Regeleinhaltung an der Kreuzung stieg von 82 Prozent auf 97 Prozent.

Trotz der fortschrittlichen Sensorik gibt es technische Limitierungen im täglichen Betrieb. Der verbaute Akku ermöglicht lediglich eine Laufzeit von sechs bis acht Stunden. Das reicht aus, um die Hauptverkehrszeiten abzudecken, erfordert jedoch, dass der Roboter danach selbstständig eine Ladestation ansteuert, ähnlich wie man es von modernen Saugrobotern kennt. Ein menschlicher Beamter ist daher weiterhin in der Nähe, um bei Systemausfällen oder komplexen Situationen einzugreifen, bei denen die freundlichen Warnungen der KI ignoriert werden oder das Wetter die Sensoren beeinträchtigt.

Zukünftige Updates sollen die Funktionalität durch die Integration von Large Language Models (LLM) erweitern. Das Ziel ist es, dass der Roboter Passanten auch komplexe Fragen beantworten oder Wegbeschreibungen geben kann. Während Hangzhou hier einen neuen Standard setzt, ist der Einsatz von Robotern in China kein Einzelfall. Ähnliche Projekte laufen bereits in Shenzhen, wo automatisierte Spuren je nach Verkehrsaufkommen die Richtung wechseln, sowie in Chengdu

Würdet ihr euch von einem Roboter im Straßenverkehr Anweisungen geben lassen oder vertraut ihr lieber auf menschliche Beamte? Schreibt uns eure Meinung dazu gerne in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • In Hangzhou regelt der 1,80 Meter große Roboter 'Hangxing No. 1' den Verkehr
  • Mit 360-Grad-Kameras und KI-Unterstützung erkennt er Verkehrsverstöße
  • Der Roboter kann Verkehrsteilnehmer direkt ansprechen und ermahnen
  • Seit dem Einsatz stieg die Regeleinhaltung an der Kreuzung auf 97 Prozent
  • Die Akkulaufzeit beträgt nur sechs bis acht Stunden und erfordert regelmäßiges Laden
  • Ein menschlicher Beamter bleibt in der Nähe für komplexe Situationen
  • Zukünftig soll der Roboter durch Integration von LLMs weitere Fähigkeiten erhalten

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