Suchdaten: Google spielt auf Zeit, legt sich mit der EU an

Eigentlich wurde Google im Juli von der EU angewiesen, seine KI-Plattformen und seine Websuche durch die Weitergabe bestimmter Daten gegenüber Dritten zu öffnen. Jetzt hat der US-Internet­konzern allerdings Berufung eingelegt.
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    Google wehrt sich gegen DMA-Vorgaben

    Google hat Widerspruch gegen zwei Weisungen der Wettbewerbshüter der EU-Kommission eingelegt, laut denen das Unternehmen konkurrierenden Anbietern von Diensten aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz und der Internet-Suchmaschinen bestimmte Daten weitergeben soll, weil das Unternehmen im Rahmen des seit 2024 geltenden EU-Digitalmärktegesetzes (Digital Markets Act, DMA) als "Gatekeeper" gilt.

    Im Zuge seines Widerspruchs gegen die Vorgaben der EU behauptet Google nun, dass man durch die Entscheidungen gezwungen werde, "die private Suchhistorie der Leute ohne ausreichende Anonymisierung" an Dritte weiterzugeben und "lebenswichtige Sicherheitsmaßnahmen unter Android zu schwächen". Dies erklärte Googles Senior Director of Competition laut der Nachrichtenagentur Reuters in einer Stellungnahme.


    Ausgerechnet Google warnt vor mangelndem Datenschutz

    "Die Menschen nutzen die Suche für ihre ganz persönlichen Fragen - von gesundheitlichen Sorgen bis hin zu engen Beziehungen -, und eine Verpflichtung, diese persönlichen Suchanfragen ohne angemessene Schutzmaßnahmen weiterzugeben, würde der Privatsphäre der Nutzer irreversiblen Schaden zufügen," sagte er weiter.

    Bei der EU sieht man dies natürlich grundlegend anders. Die im Juli verkündeten Vorgaben würden robuste Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre sowie der Geräteintegrität und -sicherheit enthalten, heißt es. Ähnlich sieht das auch der mit Google konkurrierende Suchmaschinenbetreiber DuckDuckGo, der vor allem mit einem Verzicht auf Tracking der Suchhistorie oder persönlichen Daten der Nutzer wirbt.

    Die Maßnahmen zur Anonymisierung der von Google nach Anweisung der EU weiterzugebenden Daten aus dem Betrieb der Websuche und KI-Dienste seien ausreichend, so das Unternehmen. Daran könnten auch "keine noch so großen, künstlich geschürten Zweifel etwas ändern", womit klar sei, dass Google mit der Berufung lediglich Zeit gewinnen will, so DuckDuckGo in einer Stellungnahme.

    Zusammenfassung
    • Google legt rechtlichen Widerspruch gegen Auflagen der EU-Kommission ein
    • Der Konzern soll Daten an Konkurrenten bei Websuche und KI übermitteln
    • Als Gatekeeper unterliegt das Unternehmen dem Digital Markets Act der EU
    • Der Internetriese warnt vor Schäden für die Privatsphäre der Anwender
    • Befürchtet wird zudem eine Schwächung von Sicherheitsfunktionen in Android
    • Die Europäische Union betont den ausreichenden Schutz aller Nutzerdaten
    • Konkurrent DuckDuckGo wirft Google ein reines Verzögerungsmanöver vor

    Siehe auch:
    Roland Quandt

    Redakteur für Smartphones & Leaks

    Seine Vorabberichte zu neuen Smartphones greifen Tech-Medien in aller Welt auf. Schwerpunkte: Samsung Galaxy, Google Pixel, Prozessoren und Windows.

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