Biometrie: Menschen lassen sich in WLANs eindeutig identifizieren

Menschen hinterlassen in WLANs eine einzigartige, biometrische Signatur. Auf diese Weise lassen sich Personen auch dann automatisiert eindeutig identifizieren, wenn sie ihre technischen Gadgets komplett zu Hause lassen.
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Du bist eine Feld-Störung

Wer sich dagegen absichern will, dass über ihn ein Bewegungsprofil erstellt werden kann, verzichtet in erster Linie darauf, ein Mobiltelefon bei sich zu führen. Eine solche Maßnahme erweist sich unter Berücksichtigung einer neuen Forschungsarbeit an der Universität La Sapienza in Rom als recht unsinnig. Denn die beteiligten Wissenschaftler haben mit "WhoFi" ein System entwickelt, das Menschen in WLAN-Feldern biometrisch identifiziert.

Das System nutzt sogenannte Channel State Information (CSI), also Messdaten zur Signalstärke und -phase, um eine individuelle biometrische Signatur zu erstellen. Im Gegensatz zu klassischen Überwachungstechnologien wie Kameras beruht WhoFi nicht auf visuellen Informationen, sondern auf den feinen Veränderungen, die menschliche Körper beim Durchqueren von WLAN-Signalen verursachen. Diese Verzerrungen erwiesen sich als so individuell, dass ein neuronales Netzwerk daraus ein personenspezifisches Profil erstellen kann.


Wie die Wissenschaftler in ihrer Preprint-Studie betonen, könnten Personen damit auch ohne ein mitgeführtes Smartphone erkannt werden - allein durch ihre physische Präsenz im WLAN-Feld. Besonders beachtlich: Mit einer Trefferquote von bis zu 95,5 Prozent beim Einsatz eines sogenannten Transformer-Netzwerks übertrifft das System frühere Ansätze, die 2020 eine Genauigkeit von rund 75 Prozent erreichten.

Besser als Video

Re-Identifikation, also das Wiedererkennen einer Person an verschiedenen Orten oder zu verschiedenen Zeiten, stellt in der Videoüberwachung ein zentrales Problem dar. Wer etwa auf einer Kamera zu sehen ist, lässt sich nicht zwangsläufig in einer anderen Aufnahme als dieselbe Person erkennen - weil etwa Kleidung oder Blickwinkel variieren. WhoFi hingegen liefert eine neue Datenbasis, die unabhängig von äußeren Merkmalen arbeitet und auch durch Wände hindurch funktionieren kann.

Ob und wie eine solche Technologie künftig in der Praxis - etwa in Sicherheits- oder Smart-Home-Anwendungen - eingesetzt wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die Luft um uns herum enthält weit mehr Informationen als bisher angenommen.

Zusammenfassung
  • WhoFi erkennt Menschen biometrisch durch ihre Körpersignatur im WLAN
  • Identifikation erfolgt ohne Smartphone nur durch physische Präsenz
  • Messdaten zur Signalstärke und -phase erzeugen individuelle Signaturen
  • Neuronales Netzwerk erreicht beeindruckende Trefferquote von 95,5 Prozent
  • Technologie funktioniert unabhängig von äußeren Merkmalen und durch Wände
  • Im Gegensatz zu Kameras nutzt das System keine visuellen Informationen

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