YouTuber droht Gefängnis, weil er Android-Handhelds rezensiert hat

Ein italienischer YouTuber steht vor möglichen Gefängnisstrafen wegen seiner Rezensionen von Android-basierten Handheld-Konsolen. Die Finanzpolizei beschlagnahmte über 30 Geräte und wirft ihm vor, urheberrechtlich geschützte Inhalte zu fördern.
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Retro-Gaming im Fadenkreuz der Behörden

Ein italienischer YouTuber namens Francesco Salicini, bekannt unter dem Kanal-Namen Once Were Nerd, steht vor ernsthaften rechtlichen Konsequenzen. Grund dafür sind Android-basierte Gaming-Handhelds, die er getestet und vorgestellt hat. Am 15. April 2025 erschienen Beamte der Guardia di Finanza, einer italienischen Finanzbehörde mit polizeilichen Befugnissen, mit einem Durchsuchungsbefehl an seiner Tür und beschlagnahmten mehr als 30 Handheld-Konsolen.

Die beschlagnahmten Geräte stammen hauptsächlich von chinesischen Herstellern wie Anbernic, Powkiddy und TrimUI. Diese Android-basierten Handhelds haben in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen, da sie für relativ wenig Geld - oft unter 100 Euro - Emulation von Retro-Konsolen wie SNES, Nintendo 64, PlayStation Portable und GameCube ermöglichen. Das Problem: Viele dieser Geräte werden mit vorinstallierten ROM-Dateien gelieferter Spiele ausgeliefert, was rechtlich bedenklich ist.

Drei Jahre Haft für Handheld-Reviews

Wie Android Authority schreibt, werfen die Behörden dem YouTuber vor, gegen Artikel 171 des italienischen Urheberrechtsgesetzes verstoßen zu haben. Dieses Gesetz stammt ursprünglich aus dem Jahr 1941 und sieht bei Verstößen eine Geldstrafe von bis zu 15.000 Euro sowie eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vor. Zusätzlich besorgniserregend für Salicini: Die Behörden haben die Möglichkeit, seinen Kanal noch vor einem Gerichtsverfahren zu sperren.


Der Vorwurf lautet, dass er urheberrechtlich geschütztes Material beworben habe. Salicini betont jedoch, dass keine seiner Handheld-Rezensionen vom Hersteller gesponsert wurden und er auch keine Affiliate-Links zu den Produkten eingebunden habe. Nach eigener Aussage handelte es sich um unbefangene Bewertungen eines verfügbaren Produkts ohne die Absicht, urheberrechtlich geschützte Spiele zu bewerben.

Grauzonen der Emulation

Während Emulations-Software an sich legal ist, bewegen sich ROM-Dateien in einer rechtlichen Grauzone. Die Hersteller der Handhelds, die hauptsächlich in China ansässig sind, umgehen westliche Urheberrechtsgesetze geschickt, indem sie vage Formulierungen wie "kompatibel mit 7000+ Spielen" verwenden. Für Salicini könnte dies nun zum Verhängnis werden, obwohl er beteuert, lediglich unvoreingenommen Rezensionen erstellt zu haben.

Die Beschwerde nennt explizit urheberrechtlich geschütztes Material von Nintendo und Sony, wobei unklar bleibt, wer die ursprüngliche Anzeige erstattet hat. Es wird spekuliert, dass Nintendo dahinterstecken könnte, da das Unternehmen für seinen aggressiven Schutz geistigen Eigentums bekannt ist. Nintendo ist in der Vergangenheit bereits mehrfach gegen Emulations-Projekte vorgegangen und hat Fan-Projekte mit Abmahnungen gestoppt.

Der Fall könnte einen gefährlichen Präzedenzfall für andere Gaming-YouTuber schaffen, insbesondere in Ländern mit strengen Urheberrechtsgesetzen. Salicini hat mittlerweile eine GoFundMe-Kampagne gestartet, um seine Anwaltskosten zu decken, und erwägt sogar, nach dem Prozess umzuziehen, falls er in Italien keine Videos mehr veröffentlichen kann.

Was haltet ihr von diesem Fall? Geht Italien hier zu weit in der Durchsetzung von Urheberrechten, oder ist es richtig, gegen die Verbreitung von emulierten Spielen vorzugehen? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Einem italienischem YouTuber drohen bis zu drei Jahre Haft für Handheld-Reviews
  • Finanzpolizei beschlagnahmte über 30 Android-Geräte chinesischer Hersteller
  • Vorwurf: Bewerbung urheberrechtlich geschützter Inhalte über soziale Medien
  • Betroffene Handhelds enthalten vorinstallierte ROMs von Nintendo und Sony
  • Salicini beteuert, nur unbefangene Produktbewertungen erstellt zu haben
  • Der Fall könnte gefährlichen Präzedenzfall für andere Gaming-YouTuber schaffen
  • Kampagne zur Finanzierung der Anwaltskosten wurde bereits gestartet

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