Kultmarke Commodore gekauft:
YouTuber plant behutsame Renaissance

Nachdem vor einigen Wochen erste Zeichen für den Verkauf der Mar­ke Com­mo­do­re an einen auf Retro-Computing spezialisierten YouTuber auf­ge­kom­men waren, scheint der Deal nun tatsächlich über die Büh­ne zu gehen. Für die Com­mu­ni­ty soll ein neues Zeitalter anbrechen.
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Unsplash / Dan Counsell

YouTuber ist jetzt CEO von 'Commodore'

Wie Christian 'Peri Fractic' Simpson in einem seiner jüngsten Videos verkündete, ist er nun "Acting CEO" der Commodore Corporation. Man habe sich mit den bisherigen Eignern des legendären Computerherstellers auf einen Kaufpreis im niedrigen siebenstelligen Bereich geeinigt. Eine genaue Zahl nannte Simpson nicht.

Die neue Firma hinter der Marke Commodore solle als gemeinnütziges Unternehmen dafür sorgen, dass Retro-Computing gefördert werde. Die Vision des YouTubers und letztlich auch Unternehmers sei eine Firma, die eine Reihe von Produkten anbieten soll, die an die besten Zeiten der späten 90er- und frühen 2000er-Jahre anknüpfen, als sich Computer und das Internet noch besser anfühlten als in der heutigen, von KI und Werbung überfluteten Welt.


Commodore soll für nützliche Technologie stehen

Man wolle somit "Retro" und "Futurismus" miteinander vereinen, wobei Technologie entstehen soll, die den Nutzern tatsächlich Vorteile bietet, statt nur irgendwelchen Großkonzernen zu dienen. Als Unterstützer hat Simpson nach eigenen Angaben eine Reihe von früheren Commodore-Mitarbeitern und anderen erfahrenen Veteranen der Tech-Industrie an Bord geholt.

Zum neuen Team hinter der wiederbelebten Marke Commodore gehören unter anderem Bill Herd, der von 1982 bis 1986 als Chefentwickler für Geräte wie den Commodore 128 verantwortlich zeichnete. Herd sei nun als technischer Berater und Anteilseigner an dem Projekt beteiligt. Sogar der "Vater des C64" Albert Charpentier helfe jetzt bei einem neuen Projekt, so Simpson weiter.


Erstes Produkt kommt in ein paar Wochen

Außerdem hat Simpson Michael Tomczyk aus dem früheren VIC-20-Team von Commodore als Unterstützer gewonnen, der ebenfalls als Berater mithelfen soll. Hinzu kommen mit James Harrison und David Pleasance frühere führende Köpfe von Commodores britischer Niederlassung. Der chinesische Hersteller PCBWay soll außerdem Unterstützung leisten, was die Fertigung von Hardware und Platinen angeht.

Neben einer Reihe von anderen Beteiligten aus der Welt des Retro-Computings ist auch Thomas Middleditch als Investor Teil des Projekts. Der Schauspieler ist unter anderem für seine Rolle in der US-Sitcom 'Silicon Valley' bekannt und als Game-Streamer auf Twitch aktiv. Vorerst sind für all die Pläne aber noch einige Hürden zu überwinden.

So ist vor allem auch noch die Finanzierung zu klären, um die insgesamt rund 47 verschiedenen Marken rund um Commodore zu schützen. Simpson sucht derzeit vor allem nach Wagniskapitalgebern, die bereit sind, der Firma im Rahmen der üblichen gesetzlichen Regelungen Geld zur Verfügung zu stellen.

Mittelfristig beabsichtigt man diverse Projekte unter der Marke zusammenzufassen, wobei Commodore Lizenzen für den Namen vergeben möchte. Die so vermarkteten Produkte sollen unter allen Umständen von hoher Qualität sein, weshalb ein umfangreicher Prüfprozess verwendet werden soll. Unter anderem sind aber auch zwei neue Spiele in der Entwicklung, und man sucht Möglichkeiten, alte Titel zu lizenzieren und neu auf den Markt zu bringen.

In etwa zwei Wochen beabsichtigt Simpson bereits ein erstes Produkt vorzustellen, auf dem künftig Commodore-Spiele genutzt werden können.
Zusammenfassung
  • YouTuber Christian Simpson übernimmt als neuer CEO die Marke Commodore
  • Kaufpreis für den legendären Computerhersteller liegt im siebenstelligen Bereich
  • Firma soll als gemeinnütziges Unternehmen Retro-Computing fördern
  • Frühere Commodore-Mitarbeiter wie Bill Herd unterstützen das neue Projekt
  • Vision ist die Verbindung von Retro-Elementen mit zukunftsweisender Technologie
  • Namhafte Investoren wie Schauspieler Thomas Middleditch beteiligen sich
  • Erste Produkte und neue Spiele sollen in etwa zwei Wochen vorgestellt werden

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