Nintendo-Betrüger enttarnt:
Deutscher YouTuber entlarvt Fake-Anwalt

Neben echten Anwälten von Nintendo müssen sich Content Creator nun wohl auch mit Betrügern auseinandersetzen, die nur vorgeben, im Namen der Japaner zu handeln. Ein deutscher YouTuber entlarvte den angeblichen Anwalt aber, dem ein Fehler unterlief.
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Hartes Vorgehen bei Copyright-Verletzungen

Nintendo ist bekannt für sein rigoroses Vorgehen gegen Emulatoren, aber auch gegen YouTuber. Immer dann, wenn der japanische Konzern seine Markenrechte auf irgendeine Weise verletzt sieht, wird gegen den Ersteller der entsprechenden Inhalte ohne Gnade vorgegangen.

Manchmal geschieht das aus verständlichen Gründen, wie im Fall eines Streamers, der illegale Kopien von Spielen noch vor deren Veröffentlichung im Internet zeigte. Viele weitere Male trifft es aber auch Fan-Projekte, wie die Nutzer-Inhalte zu Nintendo in Garry's Mod, an denen sich das Unternehmen nach 20 Jahren plötzlich störte. Viele Gamer argumentieren in solchen Fällen, dass diese Inhalte eher als Werbung für Nintendo wirken und die Einnahmen des Konzerns sogar noch erhöhen.


Falsche Anwälte unterwegs

Zu allem Überfluss betreten nun auch Akteure die Bildfläche, die lediglich vorgeben, Anwälte von Nintendo zu sein. So auch im Fall eines Antrags auf Entfernung eines Videos des YouTubers Domtendo, der mit über 1,5 Millionen Abonnenten einen großen deutschsprachigen Kanal besitzt, auf dem sich alles um Mario, Link und Co. dreht.

Wie The Verge berichtet, hatte Domtendo eine E-Mail von YouTube erhalten, in der ihn die Plattform über einen entsprechenden Antrag zu drei seiner Videos informierte. Gemäß den Angaben stammte die Forderung auf Löschung von "Nintendo of America". Als Kontaktdaten des vermeintlichen Anwalts namens "Tatsumi Masaaki" war jedoch eine private E-Mail-Adresse von Proton Mail angegeben. Das machte Domtendo stutzig und er fing an, die Sache genauer unter die Lupe zu nehmen.

Nintendo reagiert auf Anfrage

Er kontaktierte sogar Nintendo selbst, um sich über die Rechtmäßigkeit der Copyright-Forderungen zu informieren. Das Unternehmen antwortete ihm tatsächlich und bestätigte, dass die verwendete Proton-Mail-Adresse "keine legitime E-Mail-Adresse von Nintendo ist und die in der Mitteilung enthaltenen Angaben nicht mit den Durchsetzungspraktiken von Nintendo of America Inc. übereinstimmen". Zudem versprach das Unternehmen, die Angelegenheit weiter zu untersuchen.

Zwar versendete der falsche Anwalt noch weitere E-Mails an Domtendo von einer vermeintlich offiziellen Nintendo E-Mail-Adresse, doch wie eine Überprüfung der Header ergab, wurde ein Spoofing-Tool benutzt, um die Absenderadresse vorzutäuschen. Hätte der 'Anwalt' nicht ursprünglich den Fehler begangen, eine private Adresse zu verwenden, wäre der Betrug wohl kaum aufgefallen.

YouTube weicht aus

Auf Nachfrage von The Verge, warum YouTube Anträge auf Entfernung von Videos zulässt, die offensichtlich nicht von einer offiziellen E-Mail-Adresse kommen, gab das Unternehmen keine Antwort. Ein Sprecher schrieb lediglich, man habe "spezielle Teams, die daran arbeiten, Missbrauch aufzudecken und zu verhindern". Wie viele YouTuber aber bereits Opfer von Tatsumi Masaaki und ähnlichen Betrügern geworden sind, bleibt unklar.

Zusammenfassung
  • Deutscher YouTuber wird Ziel eines Copyright-Betrügers
  • 'Domtendo' erhält auffällige Abmahnung von Nintendo-Anwalt
  • Verdächtige E-Mail-Adresse weckt Misstrauen bei Copyright-Forderung
  • Nintendo bestätigt Unechtheit der Abmahnung nach Nachfrage des YouTubers
  • Betrüger nutzt Spoofing-Tool, um offizielle Nintendo-Mailadresse vorzutäuschen
  • YouTube reagiert nicht auf Anfragen bezüglich dubioser Löschanträge
  • Ausmaß des Betrugs und Zahl der betroffenen YouTuber bleibt unklar

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