Windows 11 vs. Windows 10:
Microsoft täuscht Nutzer mit Benchmarks

Microsoft behauptet, Windows 11 sei 2,3-mal schneller als Windows 10. Doch wie kommen diese Zahlen zustande? IT-Experten decken gravierende Mängel in der Testmethodik auf und zeigen, was wirk­lich hinter den fragwürdigen Benchmark-Tests steckt.
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Vergleichstests mit fragwürdiger Methodik

Microsoft hat kürzlich mit einer bemerkenswerten Behauptung für Aufsehen gesorgt: Windows 11 sei bis zu 2,3-mal schneller als Windows 10. Diese Aussage stammt aus einem umfangreichen Blogbeitrag mit dem Titel "Stay secure with Windows 11, Copilot+ PCs and Windows 365 before support ends for Windows 10". Während Microsoft damit offensichtlich Nutzer zum Umstieg auf das neuere Betriebssystem bewegen möchte, werfen IT-Experten einen kritischen Blick auf die Testmethodik hinter dieser Behauptung.

Die Geschwindigkeitsvergleiche basieren laut Microsoft auf Benchmark-Tests, die im Dezember 2024 durchgeführt wurden. Dabei verwendete das Unternehmen den Geekbench 6 Multi-Core-Benchmark als Grundlage für die Behauptung. Der entscheidende Kritikpunkt: Die Tests wurden nicht auf identischer Hardware durchgeführt - ein fundamentaler Fehler bei seriösen Leistungsvergleichen von Betriebssystemen.

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Stattdessen verglich Microsoft Windows 10-PCs mit Intel-Prozessoren der sechsten, achten und zehnten Generation gegen Windows 11-PCs mit deutlich neueren Intel Core-Prozessoren der zwölften und 13. Generation. Die ältesten für Windows 10 verwendeten CPUs stammen sogar aus dem Jahr 2015 - zehn Jahre alte Technologie hat man also gegen moderne Hardware antreten lassen.

Kritik von Experten und technische Details

Technologie-Experten kritisieren diesen Ansatz scharf. "Nein, Windows 11 ist nicht 2,3-mal schneller, die Computer waren in den Benchmarks schneller, weil sie über neuere, leistungsstärkere Hardware verfügen", schreibt etwa die Tech-Seite Ghacks. Der Artikel betont, dass die Leistungsunterschiede primär auf die Hardware-Unterschiede zurückzuführen sind, nicht auf das Betriebssystem selbst.

Ein besonders aufschlussreiches Detail: Bei den Tests wurden wichtige technische Spezifikationen wie die Taktfrequenzen der Windows 11-Prozessoren nicht angegeben. Zudem fehlen Vergleichstests mit AMD-Prozessoren vollständig, was die Frage aufwirft, warum Microsoft sich ausschließlich auf Intel-Hardware konzentrierte.

Die Fertigungstechnologie spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Der Intel Core Ultra 5 125H beispielsweise wird im 7-Nanometer-Verfahren hergestellt, während der Intel Core i5-1135G7 auf einem 10-Nanometer-Prozess basiert - ein wesentlicher Unterschied, der erhebliche Auswirkungen auf Energieeffizienz und Leistung hat. Moderne Prozessoren verfügen zudem über deutlich mehr Kerne und höhere Taktraten als ihre Vorgänger aus dem Jahr 2015.


Was sagen unabhängige Tests?

Unabhängige Benchmarks zeigen ein nuancierteres Bild. Bei einigen spezifischen Anwendungsfällen schneidet Windows 11 tatsächlich besser ab. So kann es bei der Dateiverwaltung etwa elf Prozent schneller sein und die Bootzeiten um bis zu 20 Prozent verkürzen. Für Gamer gibt es ebenfalls leichte Verbesserungen, allerdings im einstelligen Prozentbereich - weit entfernt von der behaupteten 2,3-fachen Leistungssteigerung.

Microsoft führt neben der angeblich höheren Geschwindigkeit weitere Vorteile von Windows 11 an, darunter verbesserte Sicherheitsfunktionen wie TPM 2.0, Smart App Control und VBS (Virtualization-based Security). Auch moderne Produktivitätsfunktionen wie Snap Layouts und virtuelle Desktops werden hervorgehoben.

Historischer Kontext und Marktdruck

Die aktuelle Marketingstrategie erinnert an frühere Microsoft-Kampagnen. Bereits beim Übergang von Windows XP zu Windows Vista und später zu Windows 7 warb das Unternehmen mit Leistungsverbesserungen, die in der Praxis oft nicht den Erwartungen entsprachen. Der Unterschied liegt diesmal im zeitlichen Druck: Der Support für Windows 10 endet im Oktober 2025, was Microsoft zusätzlichen Anreiz gibt, Nutzer zum Umstieg zu bewegen.

Branchenanalysten sehen in den Benchmark-Tests vor allem eine Reaktion auf die schleppende Adoption von Windows 11. Trotz kostenloser Upgrades für Windows 10-Nutzer läuft das neuere Betriebssystem nach wie vor auf weniger Computern als sein Vorgänger. Die Hardware-Anforderungen von Windows 11, insbesondere die TPM 2.0-Pflicht, schließen viele ältere Geräte aus.


Marketing versus Realität

Die Behauptung von Microsoft erscheint vor allem als Marketingstrategie, um Nutzer zum Umstieg auf Windows 11 zu bewegen. Die Tests vergleichen nicht fair die Betriebssysteme selbst, sondern vielmehr die Leistung älterer gegen neuere Hardware.

Für Endanwender bedeutet das: Ein Upgrade von Windows 10 auf Windows 11 auf demselben Computer wird höchstwahrscheinlich nicht zu einer dramatischen Leistungssteigerung führen. Die tatsächlichen Vorteile liegen eher in neueren Funktionen, verbesserter Sicherheit und langfristigem Support.

Wer wirklich eine 2,3-fache Leistungssteigerung erzielen möchte, sollte stattdessen über ein Hardware-Upgrade nachdenken - idealerweise auf einen modernen PC, auf dem dann auch Windows 11 installiert ist.

Was haltet ihr von Microsofts Benchmark-Vergleichen? Habt ihr bereits auf Windows 11 umgestellt oder bleibt ihr vorerst bei Windows 10? Teilt eure Erfahrungen mit uns in den Kommentaren!

FAQ zu Windows 11 Anleitungen, Tipps und Tricks
Zusammenfassung
  • Microsoft behauptet, Windows 11 sei bis zu 2,3-mal schneller als Windows 10
  • Kritik an Testmethodik: Vergleich zwischen alter und neuer Hardware statt gleicher
  • Intel-Prozessoren von 2015 wurden gegen moderne 12. und 13. Generation getestet
  • Unabhängige Tests zeigen nur moderate Verbesserungen von 11 bis 20 Prozent
  • Support für Windows 10 endet im Oktober 2025, was den Umstiegsdruck erhöht
  • Windows 11 bietet tatsächlich bessere Sicherheitsfunktionen wie TPM 2.0 und VBS
  • Für echte Leistungssteigerungen ist ein Hardware-Upgrade sinnvoller als nur Windows 11

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