Donald Trump droht TSMC mit einer "Strafsteuer" von 100 Prozent

Trump droht dem taiwanesischen Chip-Giganten TSMC mit Straf­steuern von bis zu 100 Prozent. Der Grund: Er will die Halbleiterpro­du­ktion in die USA holen. Dabei investiert TSMC bereits Milliarden in Arizona - doch für Trump ist das offenbar nicht genug.
Logo, Tsmc, Wafer, Taiwan Semiconductor Manufacturing Company

Trump droht TSMC mit 100-Prozent-Strafzöllen

US-Präsident Donald Trump hat dem weltweit größten Auftragsfertiger für Halbleiter, Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), mit einer massiven Strafsteuer gedroht. Bei einer Veranstaltung des Republican National Congressional Committee erklärte Trump, er habe dem Unternehmen mitgeteilt, dass es Steuern von "25, vielleicht 50, vielleicht 75, vielleicht 100 Prozent" zahlen müsste, falls es seine Produktionsanlagen nicht in den USA errichte.

Gleichzeitig kritisierte Trump seinen Vorgänger Biden scharf für die Vergabe eines 6,6-Milliarden-Dollar-Zuschusses (rund sechs Milliarden Euro) an die US-Tochter von TSMC für die Halbleiterproduktion in Phoenix, Arizona. "Diese Chip-Unternehmen sind stinkreich. Sie geben diesen Unternehmen Milliarden von Dollar, damit sie eine Fabrik in den Vereinigten Staaten bauen", sagte Trump im Hinblick auf die Förderung, die im Rahmen des CHIPS Act von beiden Parteien beschlossen wurde. TSMC drohte er: "Wenn ihr eure Fabrik nicht hier baut, werdet ihr eine hohe Steuer zahlen müssen."

Wie Reuters berichtet, plant TSMC allerdings, seine Präsenz in den USA erheblich auszubauen. Im März kündigte das Unternehmen im Weißen Haus eine frische Investition von 100 Milliarden Dollar an, die den Bau von fünf zusätzlichen Chip-Anlagen in den kommenden Jahren umfasst. Diese Investition erfolgt zusätzlich zu den bereits im April 2024 angekündigten 65 Milliarden Dollar (etwa 59,31 Milliarden Euro). Die erste TSMC-Fabrik in Phoenix hatte anfänglich mit Bauverzögerungen zu kämpfen, produziert aber seit letztem Jahr Chips.


Taiwan hofft auf schnelle Einigung

Die taiwanesische Regierung reagierte bereits auf die Situation. Ein hochrangiger taiwanesischer Beamter erklärte am Mittwoch, dass Taiwan auf eine schnelle Einigung mit den USA hoffe, um den Zollstreit beizulegen. Bereits am vergangenen Wochenende habe man Washington kontaktiert, um über das Thema zu sprechen.

Taiwan hat auf den von Trump verhängten 32-Prozent-Zoll mit dem Angebot von Nullzöllen, mehr Investitionen in den USA und verstärkten Einkäufen aus den Vereinigten Staaten reagiert. Laut Tsai Ming-Yen, Direktor des taiwanesischen National Security Bureau, hat Präsident Lai Ching-te Beamte angewiesen, eine "strategische Kommunikation" zwischen Taiwan und den USA einzuleiten.

Druck wächst

Obwohl die kürzlich von Trump angekündigten gegenseitigen Zölle auf mehr als 180 Länder nicht für Halbleiter gelten, deutete Handelsminister Howard Lutnick an, dass Trump weiterhin darüber nachdenke, wie er die Chip-Produktion in die USA zurückholen könne. "Donald Trump wird sich diese genau ansehen. Und diese werden später kommen, wie man die gesamte Halbleiterfertigung von Taiwan zurückverlagert", sagte Lutnick.

Was haltet ihr von Trumps Drohungen gegenüber TSMC? Glaubt ihr, dass solche Maßnahmen die Chip-Produktion tatsächlich in die USA zurückbringen können? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Trump droht TSMC mit Strafsteuern bis zu 100 Prozent
  • Kritik an Bidens 6,6-Milliarden-Dollar-Zuschuss für TSMC in Arizona
  • TSMC plant massive Investitionen von 165 Milliarden Dollar in den USA
  • Taiwans Regierung strebt schnelle Einigung im Zollstreit mit USA an
  • Handelsminister: Trump plant Rückverlagerung der Halbleiterproduktion
  • Trumps Zölle auf 180 Länder betreffen bisher nicht den Halbleitersektor

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