Ex-Intel-Chef: TSMC-Investment bringt USA nicht wieder an die Spitze
Die hohe Investition, die der Chiphersteller in den USA tätigen will, wird kaum dazu beitragen, das Land im Halbleiter-Bereich wieder nach vorn zu bringen. So sieht es zumindest der ehemalige Intel-Chef Pat Gelsinger.
Gelsinger sieht allerdings nicht, dass sich diese Hoffnung erfüllen könnte. "Ohne Forschung und Entwicklung in den USA wird es keine Führung im Halbleiterbereich geben", erklärte Gelsinger gegenüber der Financial Times. Er verwies darauf, dass TSMCs gesamte F&E-Arbeit in Taiwan verbleibe und keine Pläne zur Verlagerung dieser Aktivitäten bekannt seien.
Dennoch erkannte Gelsinger an, dass die Zollpolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump zumindest einen begrenzten Vorteil für die USA gebracht hätte. Dies hätte Unternehmen wie TSMC immerhin dazu motiviert, Produktionsanlagen in den Vereinigten Staaten zu errichten. Die Trump-Regierung hatte stark auf TSMC gesetzt, da Zweifel an Intels Fähigkeit bestanden, die einstige Spitzenposition in der globalen Chipfertigung zurückzuerobern.
Gelsingers Rücktritt Ende letzten Jahres wurde allgemein als Ablehnung seiner komplexen Sanierungsstrategie gewertet, die den Wiederaufbau von Intels Fertigungsbasis vorsah. Sein Nachfolger, Lip-Bu Tan, hat bislang keine klare Strategie vorgestellt. Gelsinger selbst wollte nicht kommentieren, ob es Meinungsverschiedenheiten mit dem Intel-Vorstand gab, deutete jedoch an, dass er nicht am Ende seines fünfjährigen Plans angelangt war, als das Unternehmen die strategische Richtung änderte.
Abschließend warnte Gelsinger, dass die aktuellen Kosten für KI-Anwendungen zu hoch seien, um sie flächendeckend einzusetzen. "So spannend KI auch ist, sie ist viel zu teuer", erklärte er. Er fordert drastische Kostenreduzierungen, um KI-Technologie in allen Lebensbereichen nutzbar zu machen.
Siehe auch:
- Ex-Intel-Chef sieht TSMCs US-Investitionen skeptisch für Halbleiterführung
- Gelsinger: Ohne F&E in den USA keine Führungsposition im Halbleitersektor
- Trumps Zollpolitik brachte begrenzte Vorteile für US-Chipproduktion
- Gelsingers Intel-Rücktritt wegen Ablehnung seiner Sanierungsstrategie
- TSMC behält Kernforschung in Taiwan, nur Prozessentwicklung in den USA
- Gelsinger fordert US-Entwicklung der nächsten Transistor-Technologie
- KI-Kosten laut Gelsinger zu hoch für flächendeckenden Einsatz
Produktion allein bringt wenig
TSMC hatte angekündigt, weitere 100 Milliarden Dollar in Produktionsstätten in den USA zu investieren. Darunter sollen auch Werke sein, die auf dem modernsten Stand der Chipfertigung arbeiten. In Washington setzt man darauf, dass dies ein entscheidender Beitrag sein könnte, um die USA wieder an die Spitze des Halbleiter-Weltmarktes zu bringen.Gelsinger sieht allerdings nicht, dass sich diese Hoffnung erfüllen könnte. "Ohne Forschung und Entwicklung in den USA wird es keine Führung im Halbleiterbereich geben", erklärte Gelsinger gegenüber der Financial Times. Er verwies darauf, dass TSMCs gesamte F&E-Arbeit in Taiwan verbleibe und keine Pläne zur Verlagerung dieser Aktivitäten bekannt seien.
Dennoch erkannte Gelsinger an, dass die Zollpolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump zumindest einen begrenzten Vorteil für die USA gebracht hätte. Dies hätte Unternehmen wie TSMC immerhin dazu motiviert, Produktionsanlagen in den Vereinigten Staaten zu errichten. Die Trump-Regierung hatte stark auf TSMC gesetzt, da Zweifel an Intels Fähigkeit bestanden, die einstige Spitzenposition in der globalen Chipfertigung zurückzuerobern.
Gelsingers Rücktritt Ende letzten Jahres wurde allgemein als Ablehnung seiner komplexen Sanierungsstrategie gewertet, die den Wiederaufbau von Intels Fertigungsbasis vorsah. Sein Nachfolger, Lip-Bu Tan, hat bislang keine klare Strategie vorgestellt. Gelsinger selbst wollte nicht kommentieren, ob es Meinungsverschiedenheiten mit dem Intel-Vorstand gab, deutete jedoch an, dass er nicht am Ende seines fünfjährigen Plans angelangt war, als das Unternehmen die strategische Richtung änderte.
KI ist zu teuer
TSMC hat unter dessen bestätigt, dass es in den USA lediglich Prozessentwicklungen für bestehende Technologien durchführen werde, während die Kernforschung weiterhin in Taiwan verbleibt. Gelsinger betonte, dass wahre technologische Führung nur möglich sei, wenn die nächste Generation von Transistor-Technologie in den USA entwickelt werde.Abschließend warnte Gelsinger, dass die aktuellen Kosten für KI-Anwendungen zu hoch seien, um sie flächendeckend einzusetzen. "So spannend KI auch ist, sie ist viel zu teuer", erklärte er. Er fordert drastische Kostenreduzierungen, um KI-Technologie in allen Lebensbereichen nutzbar zu machen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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