Tesla-Flotte der Telekom: Mitarbeiter wollen die Elektroautos nicht mehr

Nach Rossmann, Lichtblick und anderen deutschen Unternehmen kehrt nun auch die Telekom Tesla den Rücken. Die zweitgrößte Dienst­wagen­flotte Deutschlands nimmt keine neuen Modelle mehr ins Programm. Der Grund ist aber nicht Musks Politik.
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Deutsche Unternehmen wenden sich von Tesla ab

Tesla durchlebt schwierige Zeiten. Der Elektroautohersteller kämpft mit erheblichen Absatzproblemen und einem dramatischen Kursverlust an der Börse. Die Tesla-Aktie stürzte ab und liegt momentan etwa 50 Prozent unter ihrem Höchststand vom Dezember 2024.

Besonders die neuen US-Zölle gegenüber China, wo Tesla über 20 Prozent seines Umsatzes generiert, belasten das Unternehmen. Hinzu kommen die zunehmenden Proteste gegen Elon Musks politisches Engagement, was viele potenzielle Käufer abschreckt. Das Unternehmen musste infolge zuletzt desaströse Quartalszahlen vorstellen.

Nach Unternehmen wie der Drogeriekette Rossmann und dem Energieversorger Lichtblick kehrt in dieser bereits schwierigen Lage mit der Telekom ein weiterer deutscher Großkunde Tesla den Rücken. Die Telekom betreibt mit rund 18.000 Fahrzeugen die zweitgrößte Dienstwagenflotte Deutschlands und war 2018 sogar der erste deutsche Arbeitgeber, der Tesla-Fahrzeuge in seine Mitarbeiterflotte aufnahm.


Mitarbeiter wollen einfach keine Teslas

"Wir haben Teslas in der Flotte, bieten aber derzeit keine Modelle unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an", erklärte Olga Nevska, Geschäftsführerin der Telekom Mobility Solution, gegenüber der Automobilwoche. Anders als bei Rossmann und Lichtblick, wo politische Bedenken gegen Tesla und seinen CEO ausschlaggebend für die Abschaffung der E-Autos waren, liegt der Hauptgrund bei der Telekom schlicht in der mangelnden Nachfrage: "Die Nachfrage nach Tesla-Modellen war unter unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einfach zu gering."

Jede Menge andere Probleme

Doch es gibt noch weitere Faktoren, die Tesla für die Telekom und andere Unternehmen besonders unattraktiv machen. Dazu zählen das mit nur etwa 50 Standorten in Deutschland als lückenhaft geltende Service-Netzwerk und die unberechenbare Preispolitik. Die häufigen und teils drastischen Preisschwankungen bei den Fahrzeugen erschweren eine verlässliche Kostenplanung für Flottenmanager erheblich.

Auch der deutsche Softwarekonzern SAP und das Auto-Abo-Startup Finn verzichten aus diesem Grund auf Tesla. Finn-Flottenchef Jürgen Lobach stellt klare Bedingungen: "Wir haben derzeit keine Teslas im Angebot, würden die Fahrzeuge aber gerne wieder aufnehmen. Allerdings sind wir dazu nur bereit, wenn Tesla die Wertstabilität ihrer Fahrzeuge absichert."

Eine Umfrage der Deutschen Automobil Treuhand unter 117 Fuhrparkmanagern zeigt zudem, dass mehr als jeder dritte Flottenverantwortliche die Beschaffung von Tesla-Fahrzeugen überdenkt. In knapp jedem zehnten Fuhrpark möchten Mitarbeiter ihren Tesla sogar zurückgeben. Das sind keine guten Nachrichten für den Autobauer.

Was haltet ihr von der Entscheidung der Telekom? Sind die Probleme mit dem Service-Netzwerk und der unberechenbaren Preispolitik nachvollziehbare Gründe, oder spielt Elon Musks politisches Engagement doch eine größere Rolle ... zumindest bei der Ablehnung der Mitarbeiter? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Tesla kämpft mit Absatzproblemen und dramatischem Kursverlust an Börse
  • Telekom nimmt keine neuen Tesla-Modelle mehr in der Dienstwagenflotte auf
  • Mangelnde Nachfrage bei Telekom-Mitarbeitern Hauptgrund für Entscheidung
  • Lückenhaftes Service-Netzwerk und unberechenbare Preispolitik zusätzliche Gründe
  • Mehr als jeder dritte Fuhrparkmanager überdenkt die Beschaffung von Teslas
  • SAP und Auto-Abo-Startup Finn verzichten ebenfalls auf Tesla-Modelle
  • Wertstabilität der Fahrzeuge für Flottenbetreiber wichtiger Entscheidungsfaktor

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